Endlich ist es soweit, die Räder sind ordentlich beladen und wir verlassen Köln per Bahn. Der Zug rollt langsam aber sicher Trier entgegen, die ersten Reisenden haben uns schon angesprochen und staunen nicht schlecht, als wir erzählen wo es per Rad hingehen soll.

Die letzten Tage waren von Aufregung und Vorfreude geprägt, unsere erste lange Tour, hoffentlich ist alles dabei. Sogar das Wetter spielt mit, die Sonne kommt hervor, bestes Radlerwetter. In meinem Kopf kreisen die Gedanken, werden wir eine schöne Zeit haben, nette Leute treffen, klappt alles beim Campen oder streiten wir bereits nach 3 Tagen. Ich schiebe die Gedanken beiseite und laß mich einfach überraschen!

Ankunft in Trier, schnell auf die Räder und raus aus der Stadt an die Mosel. 4 km später verdüstert sich der Himmel, es regnet, ich entdecke einen Balkonvorsprung zum Unterstellen. In die Regenjacken schlüpfen und weiter geht’s, wir wollen endlich radeln. Erneuter starker Regen setzt ein und wir flüchten unter die nächste Brücke, halten ein Schwätzchen mit den Einheimischen. Jetzt doch alle Regenklamotten anziehen und wir folgen dem Weg. Doch der Wettergott kann uns wohl nicht leiden und schickt Blitz, Donner und Starkregen. Bis zur nächsten rettenden Brücke sind wir gut durchnässt und warten das Gewitter ab. Plötzlich lugt die Sonne durch graue Wolken, wir lassen die Regensachen an, sie können in der Sonne trocknen.

Wir folgen der Mosel, ein schönes Tal, kleine Ortschaften, die ersten Weinberge und irgendwann passieren wir ein kleines Winzerdorf und fahren fasst am Schild Schengen vorbei. Wir sind am Dreiländereck Deutschland, Luxemburg, Frankreich, noch schnell ein Foto vom Schild. Das Schengener Abkommen macht das heutige Reisen ohne Grenzkontrollen erst möglich und so merkten wir kaum, dass wir plötzlich in Frankreich sind. Die Landschaft bleibt grün und abwechselungsreich, Schiffe ziehen vorbei, freundliche Leute grüßen und machen Foto´s von uns. Micha mit seinem bepacktem Bobyak ist die Attraktion. Das Wetter spielt verrückt und wir üben Regenkleidung an- und ausziehen. Doch die kleinen Zwangspausen tun Micha gut, er hat arg zu kämpfen mit dem ungewohnt vielen Gepäck.

Der Tag geht zu Ende und wir haben noch keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden, bisher kein einziger offizieller Campingplatz. Wir halten die Augen offen, aber auch keine uneinsehbare Stelle zum wild campen, rechts steile Weinberge und links Abhänge zur Mosel. Es wir zunehmend dunkler, doch wir entdecken auf der anderen Seite des Flusses etwas, dass aussieht wie ein Campingplatz, endlich. Noch über die nächste Brücke und wir sind in Sierck les Bain, ein hübscher kleiner Campingplatz direkt am Fluss, perfekt. Mein bisschen Französisch aus lang zurückliegenden Schultagen reicht aus und wir bekommen einen schönen Platz für unschlagbare 7,50 Euro. Dank der vorherigen Übung ist das Zelt schnell aufgebaut und bezugsfertig. Noch ein kleiner Rundgang über den Platz und Fotos von der Burg machen, dann endlich Nudeln essen und gemütlich auf der Matte verspeisen, der Wettergott war doch noch gut zu uns und lässt noch mal die Sonne scheinen. Noch ein anderer Reiseradler trudelt ein, der hatte irgendwie Probleme mit seinem Navi und ist über irgendwelche Berge gekommen, seltsam. Gut, dass Micha sein Navi beherrscht und nicht umgekehrt und wir waren so clever noch ordentliches Kartenmaterial mitzunehmen. Jetzt ab in die kuscheligen Schlafsäcke, wir sind erschöpft, aber glücklich und freuen uns auf den morgigen Tag.

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