Berichte Grenze Laos - Grenze Thailand

Vom 02 Januar 2018 bis 25 Januar 2018
25 Tage; 1.611 km; 12.644 Höhenmeter
Gesamt Teil 4: 145 Tage; 7.461 km; Höhenmeter: 41.275 m; Gesamte Traumradreise 2014-2018: 43.732 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 02. Januar 2018- 05.Januar 2018 Tag 120 (906) – Tag 125 (911)

#Vom 08. Januar 2018- 14.Januar 2018 Tag 126 (912) – Tag 132 (918)
#Vom 15. Januar 2018- 22.Januar 2018 Tag 133 (919) – Tag 140 (926)
#Vom 23. Januar 2017- 26.Januar 2017 Tag 141 (927) – Tag 144 (930)


Vom 02. Januar 2018- 07.Januar 2018 Tag 120 (906) – Tag 125 (911)
Etappe Grenze Laos-Thakhet 505 km Rad; 7 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 6.354 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
03.01.18 125,77 18,07 35,66 93 Champasak
04.01.18 103,06 18,32 31,59 159 Napong
05.01.18 100,81 18,39 35,66 149 Paksong
06.01.18 129,20 18,99 38,93 179 Nong Boc
07.01.18 38,90 16,13 27,44 79 Thakhek

Laos ich bin da! Nach den 7 Tagen im Jahre 2015 habe ich nun meinen Wunsch erfüllt zurück nach Laos zu kommen um es auf meine eigene Weise neu kennen zu lernen. Ich habe 2$ für meinen Einreisestempel bezahlt und ich darf 30 Tage bleiben. Gleich am ersten Restaurant habe ich eine Cola getrunken und in der neuen Währung Kipp bezahlt. Hier traf ich einen Schweizer mit seinem Motorbike. Ihn haben sie nicht nach Kambodscha einreisen lassen.
Ich bin von der Grenze 7 km geradelt bis zu einem Hotel für 10 Euro und alles gut. Nach dem ich mein Gepäck abgeladen hatte bin ich noch zu dem Mekongwasserfällen geradelt Khone Pha Pheng. Sie waren nur 2 km entfernt und es hat sich gelohnt. Hätte ich nicht schon Iguazu gesehen wären sie noch imposanter gewesen. Sie fallen 13 m in die Tiefe. Nach dem Rundgang mit den verschiedenen Blickwinkel auf die Fälle sitze ich nun beim ersten Bier Lao auf einer Terrasse mit komplettem Überblick. Somit hat Laos schonmal gut angefangen, nach den ganzen Tempelbesuchen endlich wieder Naturschauspiel. Und so länger man auf die Wasserfälle schaut, sieht man immer mehr kleine und große Fälle die aus kleinen bewaldeten Inseln hinunter fallen, genau wie in Iguazu nur kleiner. Aber auf einer Infotafel waren sie auf Platz eins der längsten Wasserfälle der Welt, Iguazu nur auf Platz 4. Zurück in der Unterkunft gab es 2 mal Essen und einen großen Austausch mit einem Litauer der mit einem Motorad aus Norden unterwegs war. Er gab mir viele Infos über besondere Routen im Offroadbereich von Laos. Mal schauen wie ich drauf bin und ob ich mit das antue.
Nach gutem Schlaf wurde ich um 5:40 von meinem Wecker geweckt, also durch geschlafen. Ein paar Vollkornkekse mußten als Frühstück reichen und es ging auf Richtung Norden über die gute Nationalstraße 13. Ich habe kurz einen Abstecher in ein kleines Dorf am Mekongufer gemacht und dann auf der 13 weiter Kilometer geschruppt und es bis Champasak geschafft, das ich mit einer abenteuerlichen Fähre über den schon etwas kleineren Mekong erreicht habe. Der Ort liegt am Fuß von über 1500 m hohen Bergen, wovon einer ausschaut wie die Tafelberge in Südafrika.
Ich habe dann eine der zahlreichen Unterkünfte bezogen, nicht direkt, habe erst mein Rad vor dem Zimmer geparkt und die Stille und das Zielbier auf der Terrasse über dem Mekong genossen. Dies war verdient nach 125 km radeln in der Winterkälte von 36 Grad in Laos. Ich habe den ganzen Nachmittag und Abend hier verbracht, mit 2 mal Essen und dem Sonnenuntergang und dem tollen Sternenhimmel. Anschließend bin ich ins Theater hinter der Touristeninformation.
Heutige Vorstellung des Champasak Shadow Puppets Theater: Chang, once upton a time in the Jungle. Es wurde ein Film von 1924 gezeigt aus dem Jungle in Nord Laos, Regie by Direktor des ersten Kingkong Films.
Doch das eigentliche Highlight war das der Film von Live Musik auf traditionellen Instrumenten aus Laos begleitet wurde und auch die Sprache live synchronisiert wurde. Ein netter Abend auch wenn mir dauernd die Augen zufielen. Ich war doch froh als ich im Bett war.
Bereits um 5:40 Uhr klingelte wieder der Wecker und ich konnte beim Fahrrad packen den Sonnenaufgang über dem Mekong sehen.
Es waren 30 km bis Pakse die erste große Stadt in Laos die ich aber nur durchquerte und am Ende mir ein Baguette gönnte. Von hier bin ich wieder der Nationalstraße 13 gefolgt, es ist auch gleichzeitig der Asiahighway 11. Die Lanschaft zog unaufhörlich an mir vorbei bis ich Napong erreichte, wo ich ein schönes Guesthouse bezog.
Mein Plan ist nun bis Thakhek zu radeln und dort einen Ruhetag zu machen. Dort gibt es einige Höhlen zu sehen.
In meinem heutigen Zielort ist es wieder schön den ich bin der einzige Tourist, bis auf wenige Bussreisende die an der Kreuzung einen kurzen Stopp machen. Nach dem Essen bin ich bei 2 alten Herren im Shop eingekehrt, so wie ich es Liebe, gegen über das Wat in der Abendsonne. Vor mir stehen Pakete von Anmachholz zum Verkauf und sonst gibt es nur Pepsi, Wasser, Zahnbürsten und Colgate. Einer von den alten Männern trank etwas aus einem Plastikbehälter mit eingelegtem. Ich habe daran gerochen und schätze es auf 80% Alkohol. Auf der Fahrt hierher habe ich beschlossen an meinem Plan festzuhalten und in Vientiane sowohl mein Visum für Thailand als auch für Indien zu beantragen. So müsste es funktionieren Nepal vor dem Monsun zu erreichen.
Am Morgen ging es weiter Richtung Norden durch Reisfelder, doch sie waren ausgetrocknet und verdorrt Ich vermute das sie in der Trockenzeit nicht bewirtschaftet werden, auch die meisten Flüsse dich ich überquerte waren schon fast ausgetrocknet und dabei ist es gerade mal wenige Wochen her das ich den letzten Regen hatte. Zu einer anderen Jahreszeit ist es bestimmt schön grün hier aber auch feucht.
Heute bin ich in Paksong gelandet in einem der üblichen Guesthouses, wo die Zimmer alle in einem Haus nebeneinander liegen aber von Außen zugänglich sind. Gegenüber im Restaurant habe ich mal wieder zweimal gut gegessen und die Beine für Morgen ausgeruht.
Als es dunkel war kam noch ein weiterer Reiseradler in die gleiche Unterkunft. Er war aus Bern und auch schon länger unterwegs, er war aus Europa gestartet und über den Pamir Highway gefahren. Er ist genauso wie ich vom Radreisen begeistert und fasziniert wie ich. Er hat auch schon so viel gesehen. Wir haben den ganzen Abend in unseren Erlebnissen geschwelgt. Er will morgen nach Savannakhet um sein Thailand Visum zu beantragen, aber falls er es sich anders überlegt will er morgen um 6 Uhr mit mir weiter radeln.
Doch am Morgen war bei Ihm noch alles dunkel so hat er sich doch fürs Visum und ausschlafen entschieden, denn am Vortag hatte er mit 225 km seine längste Etappe seiner Reise. So bin ich also alleine in die beginnende Dämmerung losgefahren, weiter über die Nationalstraße 13. Vorbei an kleinen Dörfern bis Seno wo die vielbefahrene Straße von Vietnam nach Thailand kreuzt. Ich bin danach wieder an den Mekong zurück und nach 125 km erreichte ich Nong Boc 35 km vor Thakhek. Dort werde ich schauen ob mir der Ort zusagt oder ich fahre gleich weiter bis nach Mahoxai Mai. Heute war aber auch der Tag der Longdistance Radler, zuerst traf ich einen Engländer aus Manchester der schon seit einigen Jahren fährt, dann ein Pärchen aus Frankreich auf ihrem Tandem die bis Kirgistan gefahren sind und dort kein China-Visum bekamen und so nach Vientiane geflogen sind und noch ein weiteres französisches Pärchen die auch kreuz und quer in der Welt unterwegs sind. Auch hier die gleiche Begeisterung in den strahlenden Augen wie bei mir.
Heute hatte ich sogar die Möglichkeit privat zu übernachten, die Einladung kam von einem Lehrer auf seinem Motorroller. Doch nach meinen heutigen 130 km war mir das zu anstrengend, wollte lieber ausruhen. Eigentlich schade.
Habe am Abend 2 mal Nudelsuppe gegessen, gut für die Salzzufuhr und sie war mit leckeren Eiernudeln. Die erste war mit Seafood, die zweite habe ich dann ohne bestellt dafür aber doppelte Portion Nudeln.
Werde hier in dem kleinen Dorf wieder von allen vorbeifahrenden Motorrollerfahrern angestarrt, besonders von den Fahrerinnen Sitze beim letzten Bier in der Nudelküche mit Blick auf ein Haus mit Gerüst, als ob es der Spanier aufgebaut hätte.
Am Morgen ging es auf die letzten 36 km entlang das Mekong nach Thakhek. Es waren immer wieder abenteuerliche Brücken zu überqueren die über fast ausgetrocknete Flüsse führten. Am Ortseingang habe ich noch ein Baguette gegessen. So war ich bereits um 9 Uhr am Ziel und es gefällt mir hier so bin ich geblieben und rechne es als Ruhetag. Hier gibt es einige Touristen die den sogenannten Loop mit dem Motorroller machen. So gibt es auch gleich Restaurants mit Touristenmenü. Dies habe ich gleich genutzt und mir ein Frühstück mit Nutella Baguette und Kaffee gegönnt. Anschließend bin ich auf Unterkunftssuche gegangen, die erste zu teuer aber hochwertig, die nächste zu schlecht für den Preis, die dritte sollte 35 Dollar kosten für Zimmer ohne Fenster und direkt vom lauten Restaurant zugänglich. So bin ich 250 m aus dem Zentrum und habe ein Guesthouse für 8$ gefunden. Preisleistung ok. Doch Morgen fahre ich auch auf die Runde ins Landesinnere.
Heute gab es auch endlich mal wieder Regen, ganz ungewohnt. Es reinigt die staubige Luft.
Nach dem Duschen habe ich noch einen kleinen Rundgang gemacht und in diversen Restaurants Einkehr gehalten.


Vom 08. Januar 2018- 14.Januar 2018 Tag 126 (912) – Tag 132 (918)
Etappe Thakhek-Phonsavan 764 km Rad; 11 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 6.950 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
08.01.18 103,06 15,99 45,02 705 Thalang
09.01.18 107,88 15,43 47,57 833 Nahin
10.01.18 133,58 16,84 39,29 728 Paksane
11.01.18 102,37 12,96 37,58   Thatom
12.01.18 88,81 12,67 38,24 1441 Muang Khoun
13.01.18 60,55 15,15 38,93 450 Phonsavan

Heute bin ich in der Dunkelheit gestartet und ich war voller Spannung was mich auf dem Loop erwartet, nachdem ich in Thakhet einen kleinen Hügel überquert hatte, konnte ich in dem Licht Licht der Dämmerung schon die Berge sehen. Und als ich in die Karstformationen eintauchte, die ich schon von China und Vietnam kannte, ging die Sonne über ihnen auf. Nebelschwaden zogen sich entlang der Hänge, gebildet aus der Feuchtigkeit des Regens vom Vortag, aber auch durch die Köhler die am Wegesrand Holzkohle produzierten. Es war wieder eine tolle Landschaft. Vor den Karstbergen konnte ich beim Reis pflanzen zuschauen.
Doch nach 70 km musste ich mit meinem Rad einen steilen Anstig auf 560 m hinauf klettern zum Nam Theun2 Stausee, der am Fuß des Anstiegs Strom produzierte. Nicht nur die Karstberge sondern auch der See bildete durch die abgestorbenen Bäume die aus dem Wasser ragten ein bizarres Bild.
Nach den eher langweiligen Kilometern in Südlaos war heute alle so wie ich es liebe, auch wenn ich nach dem heftigen Anstieg mal wieder durchgeschwitzt war. Aber das man zu einem See 500 Meter hinauf fahren muss war mir neu. Entlang des Sees war Achterbahn fahren angesagt. Leichtes auf und ab. Nach kleiner Abfahrt schaffte ich es fast immer wieder im Wiegetritt den nächsten Anstieg. Nach 103 km erreichte ich mitten im See Thalong, wo ich am Ufer ein cooles Guesthouse bezog. Habe dort gut relaxt und mal wieder meinen Plan verändert. Da es mir hier in den Bergen gut gefällt, werde ich wohl hier weiter bis Luang Prabang radeln und anschließend nach Vientiane und dort nach Thailand einreisen.
Den Abend habe ich mal wieder mit Essen verbracht und das Gutenachtbier gab es gegenüber der Unterkunft in langer Hose und Jacke kalt und stürmisch. Doch die Windrichtung sollte für morgen gut stehen, so zeigten es die Klopapierrollen in Dosen (Servientenersatz) auf dem Tisch an. Ich lasse mich überraschen und hoffe nur nicht das es regnet.
Es regnete nicht doch es war immer noch stürmisch und es war der dritte Tag in folge mit unglaublich schöner und abwechslungsreicher Landschaft. Auch wenn es gleich nach 4 km in einen fiesen Anstieg ging, über 10%, doch ich habe ihn teils mit 4 km/h und Slalomeinlagen gemeistert. Am schlimmsten waren die steilen Kurven die keinen Asphalt mehr hatten. Dann haben die hinunterfahrenden schweren Trucks schon abgehobelt. Die Trucks hatten bergauf die gleichen Schwierigkeiten und schleppten sich in gleicher Geschwindigkeit nach oben. Die Straße führte durch schwarze Felsformationen, wie ich sie nur zuvor im Film Herr der Ringe in Mordor gesehen habe, schroff, scharfkantig und schwarz. Nun war ich doch froh diese Strecke gewählt zu haben. Auf der Passhöhe gab es noch eine Aussichtsplattform und man konnte die Felsen von oben betrachten. In Englisch heißen sie Limestone Forest. Ich war mal wieder begeistert nach der Anstrengung.
Nun ging es über eine nicht so gute Straße bergab und noch ein Anstieg und ich war zurück auf der Nationalstraße 13 in Richtung Norden. Die Berge waren nur noch im Hintergrund zu sehen und es waren noch 90 km bis Paksane. Ob ich die schaffe nach den Anstiegen vom Morgen? Aber der Wind war schwächer und kam teils von hinten und es lief gut, so das ich um 15 Uhr nach 133 km am Ufer des Mekong in Paksane eine Unterkunft bezog. Es gab kleine Restaurants mit Balkon über dem Nebenfluss der aus dem Stausee kommt und hier mündet. Hier esse, trinke, schreibe ich und überlege wie es morgen weitergeht. Easy nach Vientiane oder Abenteuer über eine Straße die nur zur Trockenzeit befahrbar ist und zurück in die Berge führt.
Ich habe mich am Morgen für die Abenteuerroute entschieden und bekam in der Unterkunft noch einen Kaffee angeboten den ich dankend annahm. Als ich in die Straße in die Berge abbog, sah es so überhaupt nicht nach Abenteuer aus. Bester Asphalt und so war ich schnell in Muang Huang, auch wenn es noch einen heftigen Anstieg mit viel Prozenten zu überwinden galt. Am Wegesrand gab es immer wieder Alte US Fahrzeuge aus dem Indochinakrieg zu sehen. Sie werde teils von den Bauern weiter genutzt. In Muang Huang gab es schon die zweite Frühstücksnudelsuppe des Tages, nachdem ich zuvor schon eine nach gefahrenen 25 km zu mir genommen hatte. Bei der zweiten gab es noch 2 Baquette als weitere Sättigungsbeilage dazu. Irgendwie muss ich wohl geahnt haben was kommen sollte, denn ich folgte nicht weiter der Hauptroute nach Thasi sondern ich habe die etwas kürzere Route nach Thatom genommen. Am Anfang war es eine schöne Dirtroad fast wie auf Asphalt zu fahren. Doch nach dem letzten Ort hinter der Schule dem letzten Gebäude im Ort begann tatsächlich das Abenteuer pur. Ich musste gleich durch einen Bach, also Schuhe aus und vordere Gepäcktaschen hinüber tragen und das Fahrrad nachholen. Ich dachte wenn du über den Bach bist, bist du auf dem Weg gefangen auf 30 km. Aber was soll es im Notfall hast du ja immer noch dein Zelt.
Der Weg war übel Schlammloch nach Schlammloch und jedes das ich überquerte ließ mich immer mehr zweifeln doch du willst immer weniger zurück und denkst immer das es schon besser wird. Doch es sollte so bleiben. Die Schlammlöcher wurden von tiefen Furchen abgelöst, wo ab und an meine Vorderradtaschen hängen blieben. Doch ich kämpfte mich immer weiter in den Jungle. Der Weg war teil dicht zugewachsen. Ich war immer wieder beruhigt das ich Menschen sah auf dem Motorrad oder per Einachsschlepper, manche auch zu Fuß die von ihren Hütte hier im Nichts unterwegs waren. Manche trugen auch Waffen mit sich, sie hätten mich locker ausrauben können, doch die Menschheit ist meist doch nicht so schlecht, es sind nur einzelne.
Nachdem ich ein kleines in mitten des Jungle durchquerte stand ich mal wieder an einem Fluss und mal wieder keine Brücke und der Fluss war diesmal breiter. Ich Dachte oh Gott nicht wieder den ganzen Weg zurück. Doch eine Frau die am Ufer Wäsche wusch, wies mir den Weg zum anderen Ufer ich musste gleich 2 Flüsse durchqueren die sich hier zusammenschlossen. Gleiche Prozedur wie am Anfang, zuerst die Vorderradtaschen und dann das Rad wo das Wasser gerade so bis unter die Hinterradtaschen reichte. Nun war der Weg etwas besser auf einer Piste, die sich mal im Ausbau zu einer geplanten breiten Straße befand. Das Projekt wurde wohl eingestellt und die Natur hat sie sich schon zurück geholt und nur noch einen schmalen Pfad freigelassen. Immer wieder das hohe Grass mit den sich im Wind wiegenden Büscheln. Es ist in ganz Laos an den Straßen zu sehen, wunderschön. Nach nun mehr schon doch 45 km auf dieser Offroad Piste und gesamten 84 km kam zur Krönung noch ein kleiner Pass auf über 500 m, immer noch kein Asphalt den erreichte ich erst kurz vor Thatom.
Hier gab es ein Guesthouse unterster Standard, also keine heiße Dusche und sonst war im Ort auch nicht viel los, ein paar Suppenküchen und ein kleiner Markt. So gab es zum dritten mal Nudelsuppe und ich werde wohl früh schlafen gehen.
Gut ausgeschlafen ging es den neunten Tag in Folge aufs Rad. Zu Beginn gab es 2 kleine Anstiege die mich bei der Kälte auch ins Schwitzen brachten. Morgens 11-13 Grad und tagsüber nicht mehr als 18 doch die fühlten sich durch den Wind kälter an. Die Leute sitzen vor ihren Holzhäusern an Lagerfeuern um sich zu wärmen da sie keine Heizung besitzen, auch die in moderneren Steinhäusern wärmen sich an Feuern in entsprechenden Feuerschalen. Alle sind dick eingepackt nur ich fahre noch in kurzer Kleidung, nur wenn es Bergab geht ziehe ich die Jacke drüber. Nach den kleinen Anstiegen führte der Weg durch das Tal des Nam Ngiap, wieder echtes Laos mit kleinen aus unserer Sicht ärmlichen Dörfern. Doch immer von allen Seiten immer das Wort Sabadee von den kleinen und großen Kindern zuhören, das laotische Hallo. Ich bin immer traurig, wenn ich nicht alle Rufe erwidern kann. Die Dörfer waren manchmal auch nur durch den Fluss zu erreichen, so konnte ich eine Flussdurchfahrt von einem Einachsschlepper mit Hänger beobachten, wo das Wasser fast die Ladefläche erreichte. Unglaublich ich habe es gefilmt.
Nach Muang Khoun stand nun ein richtiger Pass an von 250 m hinauf auf 1195 m, ja ich bin zurück im Gebirge. Doch die Landschaft belohnt einen immer wieder für die Anstrengungen. Doch bald wird es hier anders ausschauen denn die Chinesen sind am Werk und bauen hier einen Highway mit Tunnel und Brücken wie in ihrer Heimat. Kein Berg ist für einen chinesischen Tunnelbauer zu lang. Auch neue Wasserkraftanlagen werden errichtet. Gut das ich das Tal noch im Ursprung erleben durfte.
Auf der Passhöhe gab es ein Bergdorf, wo ich an einem Laden mit Lagerfeuer Pause machte. Ich konnte mich trocknen und wärmen. Es gab viele Kinder hier, wie in ganz Laos.
Nun ging es hinunter in eine tiefe Senke und ich musste nochmal hinauf, denn der Zielort lag auf 1074 m. Die Nacht wird bestimmt kalt, ich friere jetzt schon mit T-Shirt plus Langarmshirt und Jacke hier im Restaurant, dazu muss man sagen das es hier in Laos wenig geschlossene Restaurants gibt. Die Räumlichkeiten haben zur Straßenfront Rollläden die während der Öffnungszeit hochgezogen sind.Hier in Muang Khoun gibt es viele alte Stupas die ich mir angeschaut habe und als ich auf dem Rückweg war wollte man mir ein Ticket verkaufen. Das habe ich nicht eingesehen und habe die Bilder gelöscht und gut war. Denn die eine Stupa wurde gerade unprofessionell restauriert, die andere war im Wald verwahrlost und keiner war am Arbeiten, man saß lieber rum und hat die Eintrittsgelder lieber für andere Zwecke genutzt.
Morgen geht es weiter hinauf und in die Tontopfebene, wo riesige Töpfe in der Landschaft stehen, es nennt sie Jars Plato, nach der Periode von 400 vor - 400 nach Christus.
Am Morgen waren es bitterkalt, gerade über 4 Grad und ich habe mein Langarmshirt und meine Beinlinge raus gekramt und ich war froh doch nicht alles umsonst mitgeschleppt zu haben. Meine anderen Radsachen waren noch nass vom Waschen des Vortages und so habe ich sie an mein Rad gehangen.
Ich habe vor dem Losfahren nochmal in mein Navi geschaut und bin nicht meiner Route über die Berge gefolgt, sondern der Hauptstraße nach Phonsavan und hatte eben als Zwischenziel die Jars Plain Site 2 ins Navi einprogrammiert.
Ich startete wieder in die Dämmerung. Als ich an einen kleinen See kam ging hinter mir die Sonne auf und schaute über dem See durch ein Wolkenloch. Sie spendete mir wohltuende Wärme. Die Hauptstraße hatte keine riesigen Anstiege mehr, gut das ich sie gefahren bin Ich musste mich nur zum Jars Plato 2 über eine Schotterpiste Hochkämpfen.
Auf 2 Hügeln standen sie dann, die überdimensionalen Tongefäße. Total skurril. So wie ich jetzt weis wurden sie in der Jars Epoche zur Bestattung genutzt. Nach der Besichtigung des Feld 2 ohne hier irgendwen getroffen zu haben bin ich die 10 km zurück zur Hauptstraße geradelt und weiter zum Feld 1. Touristisch mit Eintritt inklusive E-Karren Fahrt. Hier gab es nicht nur die riesigen Gefäße zu sehen, der hier noch mehr standen als im Feld zuvor, sondern auch Bombenkrater aus dem zweiten Indochinakrieg. Dutzend waren über das Gebiet verstreut und es gab Schützengräben zwischen den Gefäßen und in einem Cave soll ein Geschütz gestanden haben. Von 1964-1973 gab es ein Bombardement Mission alle 8 Minuten, 24 Stunden, 9 Jahre lang. So ist Laos von Bombenkratern überzogen.
Anschließend bin ich die 10 km nach Phonsavan geradelt der bisher größten Stadt auf meiner Laosreise. Es gab viele Unterkünfte, doch ich bin zuerst zu einer gefahren, wo ich am Jars Feld einen Tourbus mit Aufschrift gesehen habe. Er war sauber und gepflegt so dachte ich, vielleicht schaut die Unterkunft genau so aus. Sie lag in einer kleinen Nebenstraße und hat die Erwartungen erfüllt.
Habe mir in der nun scheinenden Sonne das Zielbier gegönnt und habe dann die erste heiße Dusche nach langer Zeit genossen. Bin dann in die Stadt wo ich ein mal vor der Stadtrunde gegessen habe und einmal danach. Der Ort wird durch die große Durchgangsstraße und den großen Markt dominiert, sonst nichts Besonderes. Ein guter Ort zum relaxen so habe ich beschlossen Morgen meinen ersten Ruhe Tag nach 12 Tagen auf dem Fahrrad einzulegen.
Abends haben wir Gäste gemeinsam am Lagerfeuer gesessen, welches in Halbschalen von Bombenhülsen abgebrannt wird. Diese Hülsen sind hier Haupt Dekorationsobjekt.
Am Morgen des Ruhetags habe ich endlich mal ausgeschlafen und bin dann zum Frühstücken an die Hauptstraße wo ich Tags zuvor gegessen hatte. Ich habe 1 Brot mit Omelette und ein Brot mit Käse bestellt und es wurden große Portionen serviert den es waren jeweils 2 Brote. Ich habe mich gefreut und habe mir eins von den Käsebroten für später einpacken lassen. In der Unterkunft habe ich Sachen gewaschen mich mit dem super heißen Wasser rasiert, Maniküre gemacht und mich dann an den PC gesetzt endgültige Laos Route geplant und Tagebuch getippt. Werde nun Vientiane und Vang Vieng auslassen, denn hier gibt es für mich nichts interessantes. Karstberge am Fluss habe ich in China die besten gesehen und eine Großstadt brauche ich nicht. Zwischendurch habe ich mich mit Thomas aus Deutschland unterhalten der für ein Jahr um die Welt reist. Sonst werde ich noch mal was Essen und Abends das Feuer genießen.


Vom 15. Januar 2018- 22.Januar 2018 Tag 133 (919) – Tag 140 (926)
Etappe Phonsavan-Luang Prapang 270 km Rad; 15 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7.221 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
15.01.18 90,76 11,85   1260 Nach Nam Chat
16.01.18 47,65 11,01 43,84 994 PhouKooun
17.01.18 51,42 11,05 35,31 1091 Pho Kham
18.01.18 80,64 14,11 42,37 1063 Luang Prapang

Heute hatte der Tag mal wieder alles zu bieten. Um 6 Uhr stand ich am Ausgangstor der Unterkunft und bekam geöffnet. Aus Phonsavan ging es leicht bergab. Es war echtes Winterwetter mit 7 Grad und es war alles in Nebel gehüllt, so fühlte sich die Luft noch kälter an. Ich kam heute nicht richtig in tritt, quälte mich jeden kleinen Hügel hinauf. der es hier reichlich gab. Nach 45 km erreichte ich einen kleinen See, den der Nebel schon verlassen hatte. Hier gab es die einzige Unterkunft auf der Strecke. Schön gelegen direkt am See doch beim Näherkommen bin ich lieber wieder umgekehrt und weitergefahren. Nun schien auch die Sonne bei schönen 26 Grad, doch es lief immer noch nicht besser. So habe ich mich an einem Bach in eine Holzhütte gelegt und 45 Minuten in der Sonne pausiert und danach ging es besser. Zum Glück den ich musste über den ersten Pass von 1375 m Höhe. Mein Blick schweifte bei dem anstrengenden 800 Meter Aufstieg immer wieder über die grüne Berglandschaft. Die Straße führte durch kleine Bergdörfer und hatte wenig Verkehr. In Nam Chat, auf der anderen Seite des Passes, welches ich über eine 13 km lange Abfahrt erreichte habe ich noch Proviant gekauft, denn es sollte gleich in den nächsten Anstieg wieder hinauf auf 1400 Meter gehen. Ob ich den heute schaffe bezweifelte ich.
Nachdem ich wieder auf über 1200 m geklettert war suchte ich mir einen Platz für mein Zelt was auf der Bergstrecke gar nicht so einfach war. Doch mein Zelt hat auf einem kleinen Pfad neben der Straße hinter einem Bambus Platz gefunden. Somit Zelt Premiere auf dem vierten Teil meiner Traum-Radreise.
Es ist echt wieder schön und es erinnert an so viele schöne Übernachtungen in diesem Zelt. Ich konnte im Tal das Flussrauschen hören und viele unterschiedliche Vogelstimmen, so wie das Knistern des Bambusses im sanften Wind.
Doch als ich gerade relaxen wollte kam das Unheil. Durchfall! Das war wohl auch der Grund es heute nicht so gut lief. Aber ein Gutes hatte es, ich konnte alle 2 Stunden den prachtvollen Sternenhimmel bewundern nachdem ich mein Geschäft erledigt hatte. Aber dann zeltest du das erste Mal und hast Durchfall.
Am Morgen habe ich mein vom Morgennebel eingenässtes Zelt eingepackt. Die Straße führte weitere 370 m hinauf bevor es wieder hinunter ging um noch mal auf 1530 m hinaufzusteigen. Dazu noch die ganzen kleinen und großen Gegensteigungen. Es war auf den 47 km schon ein sehr anspruchsvolles Profil. Aber immer wieder diese schönen ursprünglichen Bergdörfer und tollen Berge. Am Abzweig Vientiane Luang Prapang in Pho Khoun habe ich ein Guesthouse bezogen und das Treiben an der Kreuzung beobachtet. Morgen geht es dann weiter nach Luang Prapang dem UNESCO Welterbe. Wohl noch mal 2 Tage durch die Berge.
Nach dem heutigen Tag den ich nun absolviert habe wohl doch ehr ein Tag mehr, den der heutige erste Tag des Abschnitts war super anstrengend und ich war froh, das das mit dem Durchfall eine Eintagsfliege war. Doch die traumhafte Bergwelt machte die Anstrengung vergessen. Ich weis schon gar nicht mehr wie oft ich heute hoch runter und wieder hochgefahren bin. Wahnsinns Straßenführung. Das auf und ab kommt daher das die meisten Dörfer hier in Nordlaos auf dem Bergrücken liegen und von der Straße durchquert werden wollen. Es ist kaum Verkehr auf ihr, bis auf den ein oder anderen Schwung LKWs, einem chinesischen Konvoi oder den Reisebussen.
In den Dörfern holen die Kinder noch das Brauchwasser für zu Hause in kleinen Kanistern am örtlichen Brunnen und tragen es Nachhause. Ebenso legen die Kinder viele Kilometer zur Schule zurück, teils mit dem Rad oder zu Fuß über die gleichen Pässe. Bei einem Stopp in einem Dorf konnte ich beim Holz Machen für den kalten Abend zuschauen und vieles mehr war zu beobachten. Nun sitze ich 1,5 km vor drei Guesthouses am beginn des Bergdorfes an einem Shop mit Tankstelle die aus einem Benzinfass und einer Handpumpe besteht. Habe mir einen Stuhl organisiert und sitze daneben um den Blick über die Berge in der wärmenden Sonne zu genießen. Der Blick ist fantastisch. In genau 1,3 km hatte ich das erste Guesthouse erreicht, viel zu teuer und schmuddelig, doch am zweiten war es 20.000 Kip günstiger, sauber und heiße Dusche und kaum zu glauben ein Waschbecken. So habe ich gleich mal die Radklamotten durchgewaschen, was kam da eine schwarze Brühe raus. Ich hoffe sie ist bis Morgen trocken.
Es war heute auch der Tag des Wiedersehens. Zuerst ein Franzose mit seinem Motorbike den ich nach der kombodschanischen Grenze getroffen hatte und als ich bei der Pause an der Tanke saß, kam das Pärchen welches ich vor Paksane getroffen hatte vorbei.
Nach dem Essen in einem Restaurant an dem staubigen Dorfplatz habe ich später noch an einem Shop am Dorfbrunnen gesessen, wo sich noch in alles Öffentlichkeit gewaschen wird und die Füße mit eine Wurzelbürste gereinigt werden. Nebenbei wird gleich die Wäsche gewaschen und Reinigungsmittel wurden gleich im Stop gekauft an dem ich saß. Ich traute mich nicht so recht ein Bild zu machen doch ich wollte es für mich festhalten. Die Kinder spielten mit selbst gebauten Autos aus Plastikflaschen in die sie Steine luden. Tolle Erlebnisse über den ganzen Tag und ich kann wieder früh schlafen gehen. Morgen geht es in die letzte Stadt vor Luang Prapang in 53 km.
Nein das ging es nicht, denn ich sitze glücklich in meiner nicht vor gebuchten Unterkunft in Luang Prapang auf dem Balkon. Am Nam Khan dem Nebenfluss des Mekong in den er in 500 m mündet.
Aber ganz von vorne. Die Nacht war sehr unruhig, weil es im Nebenzimmer lärmte, ich glaube es war ein Saufgelage, denn später hörte ich noch jemanden sich vor dem Haus übergeben. Auch das man mir ein Zimmer 2 Türen weiter anbot reichte nicht aus bei dem Papphaus.
Da war ich froh am nächsten Morgen wieder auf meinem Rad zu sitzen und die letzten Meter hinauf in den Sonnenaufgang zu radeln. Anschließend ging es auf eine 20 km lange Abfahrt in ein Tal voller Wolken. Es war wie bei einer Flugzeuglandung man tauchte aus der Sonne in die Wolkendecke ein und kam unten wieder raus, doch es war kalt und feucht. Auf 1400 m in kurz geradelt und auf 300 m in Jacke aber als ich den türkisgrünen Fluss im engen Tal überquert hatte ging es auch gleich wieder die ganzen Höhenmeter hinauf. Zum Glück diesmal nur auf 1050 m. Als ich es geschafft hatte wusste ich das ich es heute bis Luang Prapang schaffen werde, denn nach einer erneuten Abfahrt führte die Straße entlang des Flusses an dem ich meine Unterkunft fand. Es stand nur noch eine kleine Erdblase von 200 m auf dem Programm und ich war mal wieder am Mekong. Erstaunlicherweise gab es hier im Mekongtal keine Wolkendecke. Ich sah viele Cafes und Restaurants auf meiner Unterkunftssuche. Die ersten beiden bei denen ich anfragte hatten nur die erste Nacht frei. Ich dachte oh weh Wochenende, hättest du doch besser mal vorgebuchen sollen? Doch dann hat es ja doch mit einer Unterkunft geklappt. Ruhig, ohne Restaurant davor, nun liegt es nur noch an den Gästen wie der Aufenthalt verläuft.
Morgen mal schauen, ob es hier tatsächlich ein thailändisches Konsulat gibt, in der Unterkunft meinte man nein, also dann doch Visa on Arrival.
Hier gibt es auf jedenfall mehr Touristen als Einwohner und ab und an landet ein Touristen Bomber und bringt Nachschub. Zum Essen bin in ein Cafe auf der Mekong Seite von LP (Luang Prapang) und habe einen Chickenburgen mit Pommes bestellt. Es war die Geschmacksexplosion nach den ungezählten Tagen mit Fried Noodles oder Noodle Soup. So eine Pommes mit Ketchup und Mayo hat schon was.
Nun geht es nach dem Geschmackserlebnis bald zurück und ich checke das mal mit dem Konsulat. Auf dem Rückweg bin ich durch das Haupt Wat, wo man mir ein Ticket verkaufen wollte, da habe ich mich geweigert den ich hatte auf dem Schild gelesen Admission free 20.000 Kip, doch da stand Admission fee. Aber es ging auch so, Legastheniker haben es besser.
Auch das es hier kein Konsulat von Thailand gibt war richtig nur eins von Vietnam. Also auf Visa on arrival hoffen. Sonst fliege ich einfach von LP woanders hin oder radel doch nach Vientiane oder vielleicht mit dem Boot, wer weis das schon.
Nach gutem Frühstück am Morgen bin ich nun anstatt mich ums Thailand Visum zu kümmern zum ältesten und sehenswertesten Wat Xieng Thong und diesmal habe ich auch den Eintritt bezahlt. Es ist 1559 erbaut worden und ist der bedeutendste Tempel in Laos. Er ist sehr prächtig mit goldenen Bemalungen innen wie aussen, ebenso goldene Verzierungen an den dicken Säulen die das fast bis auf den Boden gezogene Dach tragen. Die Türen sind komplett vergoldet. In der Begräbniskapelle die ebenfalls vergoldet ist, steht der übergroße Begräbniswaren der königlichen Familie. Er ist so groß das er nicht durch die Tür passt.
Die Rückseite des Haupttempels und die kleinen Tempel rundherum schmücken große Glasmosaike. Ich war zum Glück so früh und hatte den Tempel für mich alleine bis auf einen staubsaugenden Mönch. Als ich die Besichtigung beendet hatte wurden schon die ersten Touristenbusse entleert. Ich bin weiter durch die langgezogene Sakaline Road zum Phousi Hill, der sich über LP erhebt mit einer Stupa auf der Spitze. Viele Stufen führten hinauf, über 300. Man hat eine tolle Aussicht besonderst auf den südlichen Teil der Stadt und den Nam Khan aber auch auf den Mekong und den Königspalast von wo ich hinauf gestiegen bin. Bevor ich auf der Nam Khan Seite abgestigen bin, habe ich hier einige Zeit unterhalb der Stupa verweilt. Beim Abstieg ging es entlang eines angeblich von Buddha stammenden Fußabdruck im Fels so wie an unzähligen kleinen und großen Buddhafiguren vorbei. In der Folge habe ich noch weitere Wats besucht, Sop Sickharam, Aphay, Mahathat mit alter Stupa und einige mehr und das waren noch nicht alle. Nach so viel Wat bin ich entlang des Mekong zum Mittagessen zum Big Tree Cafe wo ich schon am Vorabend war.
Nach ausgibiger Pause bin ich zu Mekong River Cruiser wo ich nach einer Bootsverbindung nach Vintiane nachfragen wollte. Und was soll ich euch sagen es war ein deutsches Unternehmen was diese Strecke als einziger Anbieter mit zwei Luxusschiffen befährt bis zum Goldenen Dreieck. Der Preis 1800 Dollar, doch es war leider kein Platz mehr frei. Doch mir wurden meine bedenken des Grenzübertritts nach Thailand genommen den ich hatte zuvor soviel unterschiedliches gehört. Der Filialbetreiber war Deutscher und kannte sich gut aus. So steht nun meine Variante der Weiterreise auf wie geplant.
Zurück in der Unterkunft habe ich mich gleich mal zum Online Visum Indien schlau gemacht und mich schonmal nach Flügen erkundigt 250-400€, alles im Rahmen. Indien wird bestimmt das größte Abenteuer und auch Herrausforderung auf meiner Traum-Radreise.
Sonst war heute nur noch telefonieren, nochmal Essen und die noch schweren Beine ausruhen angesagt. Beim Gute Nacht Beer Lao habe ich noch ein pärchen kennengelernt welches in Mallorca lebt, Sie aus Dresden stammt und er Scottsman ist. Sehr nettes Gespräch und sie haben mir noch den Bettelgang der Mönche empfohlen.
Am nächsten Tag habe ich alles Mögliche gemacht ich war bei einem zerstreuten gruseligen Friseur in seiner Strohhütte und wir haben es geschafft das meine Haare kürzer wurden. Habe mir neue Länderaufkleber fürs Fahrrad besorgt, neue DVDs und Klebeband gekauft um endlich mal ein Päckchen für nach Hause zu schnüren. Dies habe ich gleich in der Unterkunft in Angriff genommen, nachdem ich DVD 15, 16, 17 gebrannt hatte, habe ich zu den Sicherungs DVDs Andenken T-Shirts, Karten der bereisten Länder inkl. 2 Reiseführer und diverse andere Andenken hinzu gepackt und mich so um 2,5 kg Ballast befreit. Doch diese Befreiung war nicht billig fast 40 Euro und das per Seefracht ca. 2 Monate on Tour. Ich stand aber zuerst mit meinem Paket das ich durch halb Luang Prapang geschleppt hatte vor verschlossener Tür an der Post. Ein Passant der mich sah, sagte mir das sie um 2 Uhr wieder öffnet doch es waren 2:35 Uhr. Auf der Touristeninformation sagte man mir heute gar nicht erst Montag und vor der Post stand ein Schild Night Post Service 17-20 every Day. Also was nun? Ich einfach nochmal hin und was soll ich sagen die Tür war offen und ich war mein Paket los. Also Schwesterherz dann schau mal ob du in 2 Monaten ein Paket erhältst.
Habe heute mal ein einfaches Mittagsmal auf meinem Zimmer zu mir genommen um meine Ausgaben zu senken. Abends war ich wieder auf meiner Stammlokalrunde durch LP und bin früh ins Bett da ich mir das mit dem Almosengang der Mönche mal anschauen wollte, wofür LP berühmt ist.
Um 5:30 Uhr ging mein Wecker und ich bin ins dunkle LP aufgebrochen und die Straße wo die Prozession stattfindet war schon voll Touristen die mit ihren Gruppenreisen hier angekarrt wurden und auf kleine Höckerchen plaziert wurden und vor ihnen die all inklusiv Opfergaben. Nach und nach kamen die Mönche in Gruppe aus Ihren Klöstern und begannen ihre touristische Sammlung. Dies ist nicht wirklich ein Almosengang, ich glaube ich habe wirkliche Almosengänge gesehen von 3-5 Mönchen nicht 200 wie hier die dann Kilometer weit über staubige Straßen gelaufen sind und ab und an mal eine Gabe erhalten haben. Hier in LP sitzen die Leute gleich vorm Kloster und geben Gaben. Nach 50 m ist das Opferfass des Mönchs schon voll und wird an aufgestellten Körben entleert da mit für die nächsten 50 m wieder Platz ist. Sehr zweifelhaft den es sind echte Lebensmittel Reis und auch verpackte Süßigkeiten Ich muss mich mal erkundigen was damit passiert.
Anschließen habe ich Gefrühstückt und Tagebuch getippt und noch einen Spaziergang bis zum Abendessen gemacht. Dabei habe ich einen Reiseführer getroffen der deutsch sprach. Ich habe ihn auf die Opfergaben angesprochen die in den Körben landen. Sie gehen an SOS Kinderdörfer. Denn für die Mönche heist es Geben und Nehmen. Nun bin ich beruhigt.
Auch den nächsten Tag also heute habe ich nicht viel vor. Nach dem Frühstück habe ich mal mein Rad geduscht und einigermasen gereinigt und gesehen das ich bald mal wieder was an Ritzeln tun muß. Werde das wohl in Bangkok erledigen. Auch bekommt mein Rad langsam Alterserscheinungen, so bilden sich am Oberrohr Rostblasen unter dem Lack mal schauen was ich da mache. Aber es ist wenigstens mal sauber. Sonst werde ich wohl heute den Tag wie gestern verbringen mit einer Wat Wanderung durch Luang Prapang bevor es morgen wieder aufs Rad geht.


Vom 23. Januar 2017- 26.Januar 2017 Tag 141 (927) – Tag 144 (930)
Etappe Luang Prapang-Grenze Thailand 240 km Rad; 1 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 7.461 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
23.01.18 77,99 11,99 39,65 631 Muang Nan
24.01.18 88,02 12,52 46,69 1667 Wlid Camping
25.01.18 33,69 9,83 48,48 1122 Muang Hongsa

Am Morgen hieß es dann nach 5 Tagen Abschiednehmen von Luang Prapang. Noch ein letztes Frühstück an ab entlang des Mekong Richtung Südwesten. Bis Ban Ou war ich noch im Touristenstrom denn an der Strecke lag ein Elefantencamp zum Reiten und es ging zu einem Wasserfall. Nach Ban Ou, wo ich noch Pause machte, war kein Tourist mehr und auch kein Asphalt mehr zu sehen. Dies war mir aber bekannt das die nächsten 50 km Dirtpiste sind. Bis in den nächsten Ort war die Piste noch gut ausgebaut, es fehlte nur der Asphalt und die Brücken waren auch schon neu. Doch dann ging es schon wieder los, die nächste Brücke war noch nicht fertig und ich musste durchs Wasser mit dem Rad, doch ich selbst konnte über Steine balancieren während das Rad im Wasser stand natürlich mal wieder ohne meine tiefhängenden Vorderradtaschen. Im weiteren Verlauf war die Piste jetzt auch recht Schlacht, ich konnte nur froh sein das es trocken war, bei Regen ist hier die tiefste Schlammpiste. Ab und an war es auch Steinig doch das schlimmste war es ging ständig über diese Piste auf und ab. Immer nur 10–20 m aber brutal steil, kleinster Gang im Stehen und dann gerade so geschafft. Oben stehen bleiben und tief verschnaufen. Hier begegnete man nur ausgelutschten Motorrollern und ab und an einem Arbeitselefanten und nicht solchen Touristenreitelefanten. Er kam vom Bäume schleppen aus dem Wald und war hungrig, er fütterte sich so am Wegesrand entlang. Sonst gab es immer mal wieder einen Blick zum Mekong, der hier mit kleinen felsigen Inseln gespickt war. Nach einigen Schiebepassagen hatte ich es geschafft und es ging durch riesige Bananenplantagen, wo die Früchte in Plastikmäntelchen für den Versand nach Europa oder sonst wo eingepackt waren, hinunter nach Muang Nan. 5 km vorher habe ich ein nettes Lokal in den Plantagen gefunden, wo ich einige Zeit mit den Locals verweilte. Auf den letzten Kilometern gab es schöne frisch bepflanzte Reisterrassen. Ganz Muang Nan war davon umgeben. Hier habe ich gleich ein Guesthous gefunden welches ich noch um 2 Euro runtergehangelt habe. Ich bin dann nach dem Duschen zu einer Pizzabude und war gespannt was da aus dem Topf mit Heislüffter raus kommt. Und es war ganz ok, ich hatte schlimmeres befürchtet. Nun geht es noch zu einem Bierchen nach der Anstrengung am heutigen Tag.
Neuer Tag und ich mache gerade nach 61 km die dritte Pause. Die Strecke ist gespickt mit kurzen aber super steilen Anstiegen, die am frühen Morgen noch in dichten feuchten Nebel gehüllt waren. So war auch meine letzte Mekong Überquerung im Nebel versunken. Adios Mekong. Aber zum Glück kommt ja gegen 9 Uhr die Sonne und das Thermometer klettert schnell auf über 30 Grad.
Mal schauen, ob ich bei den Steigungen noch 55 km zum nächsten Guesthouse schaffe oder Zelte. Ich lasse es auf mich zukommen, vielleicht geht es dann morgen schon nach Thailand.
Nun bin ich schon bei Kilometer 75 und ich werde wohl Zelten, da noch ein echter Pass zwischen mir und dem Guesthouse liegt. Mal schauen was die Beine sagen.
Die Beine sagten direkt im Anstieg sofort Zelten, den der Anstieg zum Pass war genauso brutal wie die kleinen zuvor. Doch bis ich einen geeigneten Platz gefunden hatte war ich schon wieder bis auf 600 m gestiegen. Ich habe dann die erst beste Möglichkeit genutzt. Nicht schön aber für eine dringende Übernachtung ok. Nachdem das Zelt stand zeigte die Uhr bereits 17 Uhr und da ich diesmal nicht von Durchfall geplagt war konnte ich gut relaxen und den atemberaubenden Sternenhimmel geniesen. Ich hörte nur noch schnaufende LKW, Kinder die spielend auf der Straße auf dem Heimweg waren, Kühe die um mein Zelt schlawenzelten und später das Gezirpe. Ich habe noch versucht Sternenbilder zu machen, nur war entweder eine Bananenstaude im Weg oder die Stromleitung.
Am Morgen musste ich mein Zelt wieder nass einpacken durch die starke Feuchtigkeit am Morgen die sich über das Land legt auch wenn ich knapp über der Nebeldecke im Tal war. Doch so konnte ich den Sonnenaufgang sehen.
Die Straße im weiteren Verlauf war echt hart. Schwer zu bewältigen es war kein Anstieg unter 15 %, bei 20% war schieben angesagt was bei den 55 kg auch nicht einfacher war. Wahnsinns Strecken. Einer der härtesten Abschnitte meiner Traum-Radreise auf 33 km 1100 Höhenmeter und ich bin wieder im Tal. Habe auf dem Berg noch in einem kleinen Dorf in einem Shop einen Stopp eingelegt. Leider gab es außer Beer Lao nichts anderes. Aber so waren die Strapazen schnell vergessen. Gegen über wurde ein laotischer Traktor beladen und die Kinder winkten mir alle wieder zu.
Nun ging es hinab aber auch nicht schneller als Bergauf den die Straße hatte nur noch in der Mitte Asphalt und dieser war noch mit Schlaglöcher übersäht. Doch bald hatte ich meine Unterkunft erreicht nach meiner langsamsten Etappe mit unter 10 km/h. Habe noch schnell mein Zelt zum Trocknen aufgebaut und bin dann zum King of Noodle.

Im Dunkeln habe ich mich am frühen Morgen auf zur Grenze nach Thailand aufgemacht. Das Streckenprofil war unverändert zum Vortag. Ich musste bis Muand Ngeun noch 2 schwere Anstiege bewältigen. Dort 3 km vor der Grenze habe ich nochmal pausiert. Meinen Ausreisestempel hatte ich schnell in meinem Pass, so war ich genau 25 Tage in Laos unterwegs und war nun gespannt was auf thailändischer Steite passiert. Chiao Laos, es war sehr schön!

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