Berichte Grenze Kambodscha-Grenze Laos
Vom 13 Dezember 2017 - 02 Januar 2018
20 Tage; 1.137 km; 1.933 Höhenmeter
Gesamt Teil 4: 120 Tage; 5.844 km; Höhenmeter: 28.631 m; Gesamte Traumradreise 2014-2017: 42.116 km

Autor: Michael Schreiber
#Vom 13. Dezember 2017-16.12.2017 Tag 101 (885) – Tag 104 (888)
#Vom 17. Dezember 2017- 21.Dezember 2017 Tag 105 (889) – Tag 109 (893)
#Vom 22. Dezember 2017- 28.Dezember 2017 Tag 110 (893) – Tag 115 (898)
#Vom 28. Dezember 2017- 02.Januar 2017 Tag 115 (901) – Tag 120 (906)


Vom 13. Dezember 2017-16.12.2017 Tag 101 (885) – Tag 104 (888)
Etappe Grenze Kambodscha-Phnom Penh 133 km Rad; 24 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 4.860 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
13.12.17 73,07 17,56 36,62 152 Takeo
15.12.17 83,17 16,88 25,27 273 Phnom Penh

Hallo Kambodscha! Nachdem ich fotografiert wurde, Fingerabdrücke genommen wurden bekam ich meinen Einreisestempel und auf das Visum den Used Stempel und ich konnte den kambodschanischen Schlagbaum passieren. So war ich wieder auf Neuland. Im ersten Ort bin ich gleich zu einer Bank mit Wechselstube und ich konnte ohne Probleme meine letzten Dong tauschen und auch das Abheben von Dollar am Bankautomat funktionierte. Es gab Dollar der hier neben dem einheimischen Riel Hauptzahlungsmittel ist. So rechnet man nun immer zwischen drei Währungen hin und her. Beim Essen in Takeo meinem Zielort habe ich mit 5 $ bezahlt und bekam 15000 Riel zurück somit habe ich 1,25 € bezahlt.
Meine erste Unterkunft in Kambodscha ist schön und ich überlege, ob ich morgen eine Bootstour zum 20 km entfernten Ankor Borei mache, ist im Reiseführer empfohlen, doch sie kostet 25 €. Sitze nun am Ufer und schaue über die riesige Wasserfläche. Bei der Rückkehr in die Unterkunft standen zwei weitere Reiseräder vor dem Nachbarzimmer. 2 Holländerinnen aus Uetrecht auf 3 Wochentour. Nach dem Hotelbuchen in Phnom Penh und der üblichen Büroarbeit bin ich nochmal los um zu schauen, wo die laute Musik und die Lichtstrahlen herkommen. Es war eine Megahochzeit in der Nähe. Wenn ich mal heirate dann in Südostasien. Ich wurde sogar hineingelassen zum Foto machen und bekam ein warmes Bier. Es gab dieselben Bräuche wie bei uns mit Torte anschneiden und Brautstrauß werfen.
Da ich nicht schlafen kann gönne ich mir noch ein Ankor in einem Pfahlbautenrestaurant über dem Wasser und ich habe beschlossen die Bootstour zu machen.
Um 7 Uhr bin ich aufgestanden, gefrühstückt und zu meinem Bootsmann am ehemaligen Hafen von Takeo gegangen, wo jetzt nur noch die Motorboote nach Ankor Borai ablegen. So auch wir, es ging über das weit verzweigte Kanalnetz mit Zugang zum Mekong und damit auch zum Meer. Früher wurde über diesen Wasserweg viel Handel getrieben. Wir fuhren fast mit 40 km/h über den schnurgeraden Kanal. Wenn ein Boot entgegenkam, hüpften wir über dessen Wellen hinweg und ich hatte das Gefühl jeden Moment im Wasser zu liegen und das ohne Schwimmweste an Bord, doch der Fahrer hatte sein Boot komplett im Griff trotz Handy telefonieren. Kurz vor Ankor Borai sind wir links in einen anderen Kanal abgebogen zum Phnom Da. Der Tempel steht auf einem 50 m hohen Berg. Er ist aus Ziegeln, Sandstein und Laterit erbaut. Ein erster Vorgeschmack auf die Architektur der Khmer. Es war ein imposantes Bauwerk aus dem 4-6 Jahrhundert. Nebenan war noch der Asrum Maha Eysey Tempel zu bewundern. Von hier ging es wieder mit Speed zum Museum in Ankor Borai und nach kurzer Besichtigung ging es wieder zurück nach Takeo, wo ich noch einen kurzen Rundgang zur Touristeninformation gemacht habe. Hier gab es von jeder Provinz ein Prospekt. Weiter bin ich noch zum Wat der Stadt gelaufen. Nach dem Mittagessen habe ich endlich mal den letzten Bericht von Vietnam getippt und den Abend am Wasser beim Essen verbracht. Morgen geht es nun mit Zwischenstopps in diversen Tempeln nach Phnom Penh.
Am Morgen bin ich in die Hauptstadt Kambodschas aufgebrochen, es sollten 83 sehenswerte Kilometer werden, denn ich hatte zwei Zwischenstopps geplant. Der erste nach 30 km am Phnom Chiso, ein Tempel auf dem Berg aus dem elften Jahrhundert. Er war über 412 Stufen zu erreichen, doch so wie ich bin, habe ich erst die Straße hinauf mit dem Rad versucht, aber der Weg war mit tiefen Rillen ausgewaschen und zu steil. Ich hatte es zwar bis 800m vor das Ziel geschafft, doch dann habe ich aufgegeben und bin zurück zur Treppe, wo ich mein Rad bei einer Getränkeverkäuferin abgestellt habe und die 412 Stufen in angriff genommen habe. Zuerst waren au dem Gipfel nur neuere Tempel zu sehen, aber dann wurde der Blick frei, der erste Khmer Tempel stand vor mir. Groß und alt aber noch gut erhalten. Ich machte meinen Weg durch die Sandsteingebäude und da ich mich von hinten genähert hatte kam ich nun durch das Haupttor und hatte dann einen freien Blick über die Landschaft. Zurück im Tempelbereich hatte mich der Wächter bemerkt und mir wurde die goldene Tür zum Heiligtum geöffnet Gänsehaut beim Durchschreiten des Portals, es wurde eine Kerze entzündet und mir ein Räucherstäbchen in die Hand gedrückt. Dann wurde ein Stein enthüllt und ich musste mich 3 mal verneigen bevor ich das Räucherstäbchen in ein Gefäß steckte. Anschließend bekam ich noch ein Bändchen ans Handgelenk geknotet und der Knoten wurde mit Parfüm besprenkelt, wenn das mal kein Glück bringt.
Nach dem Abstieg war ich beruhigt mein Rad unversehrt wieder zusehen. Man hat immer ein ungutes Gefühl sein bestes Stück zurückzulassen. Nun ging es über unasphaltierte Straßen zurück zur Nationalstraße 2. Mein nächstes Ziel war der Ta Prom Tempel aus dem 13.ten Jahrhundert. Er war ebenso beeindruckend nur die bettelnden Menschen waren nervig. Im Tempel waren alte steinernen Steinbuddhas zu sehen. Nun bin ich immer mehr auf Ankor gespannt. 100M entfernt habe ich noch den Yeaj Tempel besucht auch alt aber er war von neuen Tempeln umgeben.
Nun hatte ich noch 30 km vor mir bis zu meinem Hotel in Phnom Penh und erreichte es mit Zwischenstopps bei Cola. Nachdem ich erst ein besetztes Zimmer bezogen hatte was ich erst durch den vollbepackten Kleiderschrank bemerkte, habe ich dann das Nachbarzimmer bekommen und konnte endlich duschen. Bin anschließend gleich zum ersten Rundgang vorbei am Independenz Monument und zum Königspalast aufgebrochen. Habe ungeplanter weise gleich den Palast besichtigt. Eine prachtvolle Thronhalle und der Emerald Buddha Tempel war imposant umgeben von schönen Gärten. Neben dem Tempel waren viel Königsgräber.
Bin noch einmal zum Mekong gegangen und in einer Seitengasse zu günstigem Essen und Bier eingekehrt. Es war frisch gezapft und dann noch das gute Ganzberg. Habe hier viele Deutsche getroffen. Der Weg zurück waren 2,5 km, doch kurz vorher bin ich noch im De Bokor zu Pommes und einem Ankor eingekehrt.
Das Hotel hat zwar eine Dachterrasse doch dort gibt es essen und Bier zum doppelten Preis und sie ist erst ab 17 Uhr geöffnet, noch ein Minuspunkt des Hotels. Chaotisches Hotel nicht nur das mit dem Zimmer, am Morgen wollte man Geld fürs Frühstück was ich inklusive gebucht hatte. Man hatte vergessen mir Kärtchen auszuhändigen. Als man dies gemacht hatte waren sie mit dem falschen Datum versehen. Nach dem ganzen Hickhack konnte ich endlich zu einem nahe gelegenen Wat los ziehen. Weiter durchs Olympia Stadion obwohl hier noch nie Olympische Spiele waren, weiter durch das Häusermeer zu einer der vielen Markthallen wo das ganz normale Leben tobt. Dann zum Wat Phnom das der Stadt ihren Namen gab. Es liegt auf einem von Menschenhand künstlich aufgeschüttetem Hügel und wird von einer großen weißen Stupa geprägt. Die davor liegende Buddhahalle ist mit bunten Gemälden ausgestattet. Nach einigen weiteren Wats bin ich zu einem Bananen Smothie im Restaurant vom Vortag eingekehrt. Bin nach den Vitaminen noch eine große Schleife entlang des Mekong gelaufen und wieder zurück zum Essen. Da Phnom Penh nicht soviel interessantes zu bieten hat überlege ich einen Tag früher abzureisen wenn dann in dem Chaotischen Hotel eine Stornierung möglich ist.
Es war möglich mit einem kleinen Obolus, aber wie sagt man Zeit ist Geld. Ich habe einen Tag gewonnen den ich woanders verbringen kann.
Im Hotel habe ich eine Nachricht von Jörg Wedekind bekommen mit einem Tipp für meine Homepage und er war richtig. Es waren 4 Leerstellen an falscher stelle in der Startdatei. So konnte ich am Abend die Berichte hochladen und die Seite aktualisieren, das habe ich in meinem Stammrestaurant nahe dem Mekong gemacht. Nun freue ich mich schon aufs weiter radeln. Noch eine Pommes gab es auf dem Rückweg und dann doch noch ein teures Bier auf der Dachterrasse des Hotels.

Vom 17. Dezember 2017- 21.Dezember 2017 Tag 105 (889) – Tag 109 (893)
Etappe Phnom Penh-Siem Reap 360 km Rad; 42 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5.221 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
17.12.17 107,83 15,99 32,15 178 Kampong Cham
19.12.17 109,79 18,47 34,59 142 Kampong Thom
20.12.17 87,08 17,20 26,68 43 Kampong Kdey
21.12.17 63,53 17,26 25,27 44 Siem Reap

Sitze gerade nach der heutigen Etappe 5 km vor dem Ziel am Mekong und überlege was heute zu berichten ist. Am Morgen gabs zum wiederholten mal Unannehmlichkeiten im Hotel den ich kam mit meinem Rad nicht hinaus, weil alles zugeparkt und es dauerte eine Weile bis der Chef mit der Schlüsselkiste ankam und die Gäste Autos umgeparkt hatte.
Danach bin ich endlich weiter nach Norden geradelt mit fiesem Gegenwind der unaufhörlich den ganzen Tag pustete, ich war an Patagonien erinnert. Am Stadtrand von Phnom Penh habe ich noch die goldene Pagode angeschaut und bin dann in das normale Landleben Kambodschas abgetaucht. In das Land der Bauern die noch ihre traditionellen Häuser haben, meist aus Holz und 2 Hausabschnitten, die von außen durch die 2 Giebel und Dachfirsten sichtbar sind. Die Häuser stehen auf Pfählen und der Eingang hat einen Holzvorhang der aufgezogen werden kann und meist mit einem Gemälde versehen ist. Es stehen immer 2–4 Kühe davor und der Ochsenkarren mit der geschwungenen Zugstange. Es sind aber genauso Pferdekarren auf den Straßen unterwegs.
Auf den 100 km hatte ich nicht nur mit dem Wind zu kämpfen, sondern auch mit über 20 km Dirtroad, wo die Straße einfach mit Erde und Steinen bedeckt war. Doch es war trotz aller Strapaze schön über das ländliche Kambodscha zu radeln. Nun werde ich die letzten 5 km bis Kampong Cham in Angriff nehmen.
Im Hotel angekommen wurde ich nett empfangen, mit dem Zimmer war alles ok und ich konnte mit meinem Rad gleich reinfahren. Es hatte zwar kein Fenster aber dafür günstiger und so habe ich gleich um eine Nacht verlängert und besichtige morgen ein altes Wat in der Nähe. Nun sitze ich bei Pizza und blicke auf den Mekong den ich dann übermorgen in Richtung Ankor Wat verlasse und ihn erst an der Grenze zu Laos wieder sehe, dann haben wir schon 2018. Den Abend habe in der Taurus Skybar verbracht.
Morgens habe ich mir einem Tuk Tuk gechartert und habe mich zum 8 km entfernten Phnom Bros und Phnom Srey bringen lassen. Es sind 2 Berghügel die der Legende nach durch einen Wettstreit zwischen Frauen und Männer entstanden sind. Wer schüttet den höheren Auf, die Frauen haben durch eine List gewonnen, da nur in der Nacht gearbeitet werden durfte. So haben die Frauen bei den Männern so viel Feuer gemacht das sie dachten es ist hell. Nun stehen auf ihnen Tempel und auch zwischen den Hügeln gibt es viele Gräber und eine Bücherei auf der eine Stupa mit dem Kopf der 4 Gesichter zu sehen ist die in 4 Richtungen schauen. Auch gab es freilebende Affen zu sehen die hier aber angefüttert werden. Nach der Besichtigung bin ich 4 km an der Nationalstraße zurück gelaufen bis zum Nokor Bachey Tempel, der den Baustiel des Bayon Tempel in Ankor aufweist. In der Mitte steht eine neuere Säulenhalle im heutigen Stiel mit vielen bunten Gemälden an Wänden und Decke. Sehr sehenswerte Anlage die durch 3 Mauern umgeben ist. Nun noch mal 4 km Laufen und ich war zurück und habe gleich was gegessen und sitze nun zum relaxen in einem Guesthouse damit ich ausgeruht auf die 3 tägige Fahrt nach Siem Reap gehen kann.
Am Morgen saß ich bereits um kurz nach 6 Uhr auf dem Rad. Es war zum ersten mal richtig kalt bei 14 Grad. Über die Nationalstraße 7 ging es hinaus aus Kampong Cham zur 71 die mich zur Nationalstraße 6 führte. Unterwegs war nicht viel Sehenswertes außer Kautschukplantagen und Steinmetze die in einem Ort Buddhafiguren aus Steinblöcken meißelten Sonst nur flache Landschaft und ab und zu ein kleiner Ort. Ich wollte nur bis Kampong Thom kommen, denn hier wollte ich die untergegangene Stadt von Sambor Prei Kuk besuchen. Ich habe das Areal nach 110km radeln mit dem Tuk Tuk erreicht und unterwegs noch einen Reiseradler aus Japan getroffen. Ich habe das Tuk Tuk für einen Smaltalk gestoppt. Die Tempel lagen mitten im Wald und manche Tempel waren von Bäumen umklammert, wie man es auch aus Ankor kennt. Beim Durchlaufen des mystischen Waldes tauchten immer wieder neue Türme aus dem Dickicht auf so auch der 35 m hohe Löwenturm. Seinen Namen hat er von den beiden Löwen die vor dem Eingang stehen. Die meisten Tempel waren zur Shivaverehrung.
Nun sitze ich am Abend erschöpft in einem kleinen Restaurant am Markt. Gegenüber sitzen noch die Frauen um den letzten Fisch des Tages loszuwerden. Zum Essen gab es Standard Fried Noodle with Beef dann Chicken Sweet and Sour aber es war mehr scharf als süß. Beim Öffnen der Bierdose war ich mal wieder glücklicher Gewinner einer weiteren Dose. Nun ging es zurück ins Hotel und ich bin nach diesem anstrengenden aber schönen Tag gleich eingeschlafen.
Mein Wecker ging um 5:45 Uhr doch ich war schon 5 Minuten vorher wach. Ich musste mein Rad und Gepäck wieder ins Erdgeschoss schaffen und los ging es weiter über die Nationalstraße 6 die im Verhältnis zu Vietnams Nationalstraßen wenig befahren ist. Sie führte an einem See vorbei und war von den typischen kambodschanischen Häusern gesäumt und so gab es immer was zu schauen. Es kamen die vielen Hello Rufe von den Kindern. Zusehen gab es einen schönen Sonnenaufgang , einen Ochsenkarren Friedhof mit Ochsenkarren Werkstatt, radelnde Schulkinder wo ebenfalls das Hello zuhören war zuzüglich What is your Name und Getreide Mörser die von einem Motor angetrieben wurden. Am Ziel in Kampong Kdey gab es dann die alte Steinbrücke die zur Hochzeit Ankors die Verbindung in die Provinz war. Ein mächtiges und massives Bauwerk. Habe an der Brücke eine Einfaches Guesthouse bezogen mit Kaltwasserdusche und Stehtoilette, Waschbecken gab es auch nicht. Dafür habe ich nur 6 Dollar bezahlt und es gab W-lan, so habe ich gleich meine Unterkunft in Siem Reap gebucht. Es war wieder eine schwere Entscheidung und ich hoffe es ist nicht so ein Reinfall wie in Phnom Penh. Ich habe erst einmal für 4 Nächte gebucht und schaue, ob ich am ersten Weihnachtstag weiter radel zu einem Homestay im untouristischen der Tempel Ankors. Sitze nun am zentralen Markt des kleinen Ortes und schaue wie an einem Stand mit Kleidung Hosen verkauft werden. Es sind 4 Jungs die aus einem großen Haufen Hosen Ihre Auswahl treffen und dann den Bund der Hose um ihren Hals legen um zu messen, ob ihnen die Hose passt. Sobald potenzielle Kunden am Stand sind, wird gleich die Musikbox eingeschaltet. Manche Männer und Frauen tragen hier Kopftücher die ausschauen als hätten sie einen Turban auf dem Kopf. Hier auf dem Land gab es auch viele verkrüppelte Menschen teils Fehlbildungen oder Lähmungen oder Minenopfer.
Wo ich hier mit Blick auf die Nationalstraße 6 sitze mache ich eine kleine Studie der Fahrzeuge die hier unterwegs sind von den 4–5 achsigen LKW bis zu den total überladenen Traktoren die auch Menschen transportieren. Aber am besten sind die Mopeds mit ihren riesigen Anhängern, die an einer Kupplung die auf den Sitz montiert ist befestigt sind und alles Mögliche transportieren. Ebenso gibt es viele LKWs Cabrios, sie haben kein Führerhaus. Dies alles bei einem Bier Leo aus Thailand, das ich ja schon kenne, somit bereite ich mich schon auf das übernächste Land vor.
Morgens ging es bei frostigen 13 Grad auf die letzten 60 km zu einem Höhepunkt meiner Reise, so wie ich hoffe. Die Tempelstadt Ankor.
Meine Unterkunft Jolies Home & Kitchen liegt in der Stadt Siem Reap in einer Nebenstraße mit kleinem Aussenbereich. Unterwegs gab es mal wieder viel zu sehen Bauern und ihr Land und an einem Abschnitt war die Straße von Unmengen an Verkaufständen gesäumt. Sie verkauften Reis der in Bambusröhren auf dem offenen Feuer gegart wurde.
Hinter Roluos die vor Ankor Hauptstadt war habe ich noch einen Abstecher über eine Dirtroad zum Wat Bakong gemacht und ich konnte einen Blick auf die Ankor Architektur erhaschen, denn ich wollte kein Ticket lösen. Der kleine Blick war schon beeindruckend zu dem was ich bisher gesehen habe. Bin schon auf die nächsten Tage gespannt.
Nun geniese ich mein Zielbier vor dem Hotel. Anschließend habe ich mein Zimmer mit Balkon bezogen und bin dann auf Erkundungsrunde gegangen und zur Pubstreet wo die Touristen verkehren. Erstaunlicherweise waren die Preise im Rahmen und das Bier wurde für 50 Dollarcent in der Happy Hour angeboten. Die Happy Hour geht hier meit von öffnen des Lokals bis zum schließen. Doch ich bin erschlagen von den Touristenmassen und dabei ist es noch nicht Abend. Aber das Touristen immer sollche Partymeilen erzeugen vom Rotlichtmilieu ganz zu schweigen.
Nun schaue ich wie die Nacht in der Unterkunft verläuft dann bleibe ich bis Nach Weihnachten. Morgen werde ich erstmal in Ankor abtauchen. Auf dem Markt habe ich mir noch neue T-Shirts gekauft, hier gibt es schöne Fahrrad Aufdrucke. Das Waschen der alten ist sinnlos und für 2 Dollar kann man sie mal austauschen.
In der Pubstreet habe ich noch ein Pärchen aus Belgien getroffen die ebenfalls auf Radreise waren. Auch habe ich noch 3 Deutsche im Khmer Family Restaurant getroffen.


Vom 22. Dezember 2017- 28.Dezember 2017 Tag 110 (893) – Tag 115 (898)
Weihnachten in Siem Reap / Ankor 114 km Rad; 40 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5.343 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
25.12.17 54,79 15,44 32,44 316 Siem Reap
26.12.17 59,64 15,54 36,62 260 Siem Reap

Nun sitze ich einen Tag später wieder im Khmer Family auf dem gleichen Sessel aber um Erlebnisse reicher und um Geld ärmer denn heute war ich das erste Mal in Ankor. Ich hatte ein Tuk Tuk bestellt das mich zu Ticketschalter fahren sollte und mich am ersten Tempel abladen sollte. Doch nachdem ich das 7 Tage Ticket für 72 Dollar gekauft hatte habe ich spontan doch entschieden die Tempel per Tuk Tuk zu besuchen. Ich habe mit der großen Runde und den kleinen Tempeln angefangen. Der erste Stopp war am Pre Rup mal wieder eine Steigerung zu dem was ich zuvor gesehen, mächtig, 3 Ebenen, auf der obersten ragten 5 Türme in die Höhe. Es ist ein Hindutempel der Shiva geweiht ist und wurde im Jahre 961 gebaut. In dem ersten Ziegelturm wurden die Leichen verbrannt und in kleinen Ziegeltürmen die Asche aufbewahrt die auf der ersten Terrasse stehen.
Weiter ging es zum East Mebon der im East Baray in einem der zwei rissigen Wasserreservoirs liegt, das östliche ist aber trocken gefallen. An den Platoecken des Tempel stehen steinerne Elefantenfiguren und an den Aufgängen Löwen. Der shiva geweihte Tempel diente König Rajendravarman dem zweiten 952 für Zeromonieen. Ich war von der Grüße fasziniert. Nächster Stopp war am Ta Som der noch im Wald versteckt liegt am Tor schauen wieder die 4 Gesichter in die 4 Himmelsrichtungen. Es war ein Flachtempel ohne Platos besaß aber noch feine Reliefs und Ornamente. Er war buddhistisch und im Reiseführer stand bis ans Tor am anderen Ende gehen soll, wo das Tor von einer Würgefeige umzingelt ist, eins der beliebtesten Fotomotive Ankors. Anschließend kam der etwas andere Tempel Neak Poan der in mitten eines riesigen künstlichen See lag der das Urmeer darstellen soll. Über einen Steg gelangte man zum inneren Teil. Im Zentrum stand der Tempelturm, klein, von 4 Wasserbecken umgeben die, die 4 großen Flüsse die im Himalaya entspringen darstellen soll. Der letzte und noch mal um einiges größer war der Preah Khan Tempel auch wieder ein Flachtempel mit riesigen Ausmaßen. Ich habe über 1 Stunde für die Besichtigung gebraucht. Er wird gerade restauriert und wieder zusammengesetzt wie bei einem großen 3d Puzzel. Es ist kaum zu verstehen wie zu so früher Zeit solche Bauwerke entstehen konnten. Riesige Galerien, Gänge, kleine und große Heiligtümer in den teils noch reste von Buddhafiguren zu sehen waren. In der großen Halle im Zentrum die über Gänge von allen 4 Richtungen zugänglich war stand eine Stupa. Ich konnte nur über das gesehene staunen. Doch das war noch nicht der Höhepunkt, es geht noch größer und gigantischer wie ich auf der Rückfahrt bereits sehen konnte Ankor Thom und Ankor Wat folgen morgen auf der kleinen Runde und werden, das ist schon sicher das Highlight auf meiner Reise. Zurück in Siem Reap gab es Esssen nachdem ich mal wieder mit meiner Mutter telefoniert habe und dann ab in die Partymeile zum Relaxen und Tagebuch schreiben. Anschließend gab es noch mal Spagetti Tuna und habe dabei noch mit Deutschen zusammen gesessen und über das Reisen erzählt. Lustigerweise kannte das Pärchen auch Dorothee und Kurt die 10 Jahre um die Welt geradelt sind und meine Inspiration waren. So ging der Tag zu Ende.
Am Morgen stand schon das Tuk Tuk für die zweite Tour nach Ankor vor der Tür, doch im Hotel war niemand zum Frühstück bereiten. So habe ich über das Handy des Tuk Tuk Fahrers die Managerin angerufen und prompt war Personal zur Stelle und es gab Standard Rührei mit Toast und Kaffee. Nun ging es auf die kleine Runde mit den Höhepunkten. Der erste folgte gleich in Ankor Thom mit dem Bayon Tempel zuerst nimmt man ihn nur als einen Felsklotz wahr, doch bei näherer Betrachtung schauen einen 200 überdimensionale Gesichter mit ihrem zu Stein erstarrten Lächeln an. Der Bayon ist ein achitektonisches Meisterwerk mit verwinkelten und verschachtelten Gängen und dunklen Räumen mit Buddhareliquien. Ende des 12 Jahrhunderts wurde der Tempel von Jayavarman dem siebten zu einem Buddhistischen Heiligtum umgebaut. Er besteht aus drei Ebenen und besitzt 54 Türme die, die jeweils die 4 Gesichter tragen die in die 4 Himmelsrichtungen schauen. Bei den Gesichtern handelt es sich um Lokesvara, eine Bodhisattva aus dem Mahayana Buddhismus, es ist ein Wesen das die höchste Stufe der Erleuchtung erreicht hat und an der Schwelle zum Nirwana steht und selbst Buddha werden kann. Die Außenwand ist mit riesigen Meter hohen Flachreliefs verziert, die das Leben der Menschen in dieser Zeit erzählten. Einfach gigantisch dies zu sehen und zu bestaunen.
Weiter ging es nach langer Besichtigung zum Baphuon. Nach dem Eingangstor musste man über einen Weg der von Säulen wurde vorbei an 2 Wasserbecken zum Tempelberg. Der Aufstieg war mühsam in der prallen Sonne doch der Blick von oben war schön und man hatte einen besseren Überblick über die Dimension des Bauwerkes. An der Hinteren Fassade war ein risiger liegender Buddha der aber nur bei genauem hinschauen zu erkennen war. Er wurde im 15 Jahrhundert angebaut.
Der nächste Stopp war nur wenige 100 m weiter an der Elefantenterrasse die 350 m lang ist und eine Elefantenparade im Halbrelief zeigt dahinter befindet sich der Phimearakas (Himmelspalast) ebenfalls ein Tempel der im 11. Jahrhundert zur Verehrung Shivas gebaut wurde.
Nun stand der Ta Phrom, der allen Lara Croft und Tomb Raider Fans bekannt ist. Da es so viele Tempel in Ankor gibt, beschloss man den Ta Phrom so zu belassen wie man ihn vorgefunden hat und ihn nur vor weiterer Zerstörung stützt. Der Tempel legt Zeugnis ab über die Vergänglichkeit der menschlichen Bauwerken und die Macht der Natur. Die Tentakel der Urwaldriesen umschlingen die Türme, Fassaden, Mauern und Portale. Sie sprengen dicke Mauern oder umklammern sie auch und beschützen sie so vor dem Einsturz. Somit hat die Natur ein eigenes Kunstwerk in Ta Phrom geschaffen. Unglaublich wie sich kleine Keimlingen in Mauerritzen der Tempel zu solch mächtigen Bäumen entwickeln. Doch die Menschenmassen waren hier erdrückend und immer Andrang vor den besten Fotomotiven, wo die chinesischen Reisegruppen in allen Posen abgelichtet werden müssen. So Chinesen als Touristen sind schon nervig aber sie in China im Alltag sind sie besser erträglich und freundlich. So werde ich versuchen den Tempel zu einer anderen Zeit nochmal zu besuchen. Ankor ist unglaublich und übertrifft in meinen Augen die Pyramiden und Machu Pichu nun muss ich mir wohl noch die Inkas anschauen.
Nun ging es noch zum buddhistischen Flachtempel Banteay Kdei mit chaotisch verschachtelten Gängen und Räumen mit 9 Türmen die bereits stark beschädigt sind und vor dem Kollaps gestützt werden müssen. Es soll der Beichtstuhl des Königs gewesen sein. Bei Vollmond versammelten sich hier über 1000 Mönche zum Gebet. Unter Pol Pot diente der Tempel als Krankenhaus. Das Ankorreich begann mit Jayavarman II 802 und endete 1219 unter Jayavarman VII.
Der letzte Höhepunkt war nun Ankor Wat, das größte sakrale Bauwerk der Erde. Es wurde am aufwendigsten restauriert. Die Größe wird nach durchschreiten des Haupttors sichtbar, nachdem man zuvor den 150 m breiten Wassergraben über eine schwimmende neue Brücke überquert hat. König Suryavarman II erbeute ihn im 12. Jahrhundert und weihte ihn Vishnu. Der Bau dauerte 37 Jahre unter Einsatz 100 Elefanten. Er war außen von 800 m langen Flachreliefs umgeben. Der antike Comic Strip gibt tiefen Einblick in die damalige Geschichte. Der Weg zu den berühmten 5 Türmen führt durch den Kreuzgang von der erste auf die zweite Ebene mit freiem Blick zum Gipfel des Tempels. Alle Galerien sind nach der Restaurierung wieder vollständig vorhanden. Die Galerie der 2 Ebene ist von 1600 Apsaratänzerinen verziert wo keine der anderen gleicht. 12 sehr steile Treppen führen zu den Türmen hinauf. Für die Touristen wurde eine mit einer Holztreppe überdeckt. Die Steine die, die 4 Innenhöfe bedecken erinnerten mich stark an die Bauweise der Inkas, hier passte ein Stein in den anderen. Die zentrale Kuppel in der heute eine Buddhafigur steht und in früherer Zeit eine Vishnufigur Stand überragt die oberste Ebene um 42 m. Ankor Wat ist die perfekte Nachbildung des Universums wie es die Hinduistische Mythologie beschreibt. Der 150 m breite Wassergraben symbolisiert das Urmeer, die Galerien die Gebirgszüge und die Türme den Sitz der Götter.
Ich bin total begeistert und fasziniert und werde wohl die Tage noch den ein oder anderen Besuch hier machen und das Letzte mal auf dem Weg nach Laos durchqueren.
Als ich zurück im Zimmer war entdeckte ich eine Ameisenspur zum meiner offenen Kekspackung auf dem Bett, doch es wurde während meines Essens im Restaurant entfernt und ich konnte mit meiner Schwester telefonieren. Danach ging es wieder zum Khmer Family zum Tagebuch schreiben.
Am nächsten Morgen hatte dann mal alles mit dem Frühstück geklappt, na gut ich habe auch mal länger geschlafen und war nicht zu Beginn der Frühstückzeit da. Heute war Heilig Abend und so heiß, so warm war es Weihnachten noch nie bei mir. Nach dem Frühstück bin ich in ein Lokal zum Tagebuch tippen gegangen und habe dabei Bananenshake und Mango-Orangen-Shake getrunken. Zum Mittag gab es wieder Khmer Green Curry in einem Lokal Khmer Restaurant welches gleich neben meiner Unterkunft liegt. Zum zweiten tippen bin ich in mein Stammlokal in der Pup-Street, wo vor der eh schon lauten Disco noch höhere Boxentürme aufgebaut wurden. Fröhliche Weihnachten. Im Lokal neben der Disco gab es eine 24h Wet Party. So feiern die Australier, Amerikaner und Europäer im Ausland Weihnachten. Gibt es wohl Zuhause nicht. Viele laufen ohne Shirt rum was eigentlich nicht der Stiel in Kambodscha ist. Bin jetzt schon auf den Abend gespannt, da gibt es bestimmt so viele Alkoholleichen wie Rosenmontag in Köln. Im Hotel war auch Halli Galli, aber das ist Weihnachten in Siem Reap Kambodscha. Am Abend habe ich ein Paar aus dem Iran in der Pub Street getroffen, die jetzt in den USA leben. Als ich ihnen von meinen 2 Monaten im Iran erzählte waren sie ganz gebannt und begeistert. Habe später noch zu einem Bier gegenüber der Megadisco gesessen und den Leuten zugeschaut wie sie auf der Straße tanzten und Party machten. Bin danach zurück zur Unterkunft und habe h´gut geschlafen.
Am Morgen habe ich mich dann zu einer Radtour ohne Gepäck nach Ankor aufgemacht, über die Nationalstraße Richtung Thailand bin ich zum West Baray geradelt. Es ist ca. 2 km breit und 8 km lang und als ich es erblickte dachte ich WOW was Menschenhand alles erschaffen kann. Ein tiefes Wasserreservoir für die damalige Megacity in dennen mehr Menschen lebten als in jeder Stadt heute in Europa.
Ich habe das Baray halb umrundet und noch Prasat Phnom Rong besucht, aber nicht mehr viel vorgefunden So bin ich zurück auf den Sandtrail am künstlichen See, der Weg erinnerte mich stark an die Wahnerheide. Ich war froh heute kein Gepäck am Rad zu haben. Ich hörte auf dem Trail immer wieder Musik und Stimmen aus dem Wald, so bin ich mal links abgebogen und war wieder im nicht touristischen Kambodscha versunken. Der Weg führte nun zum westlichen Tor von Ankor Thom, wo ich mein 7 Tage Ticket entwertet bekam. Nun habe ich noch 4 Möglichkeiten Ankor zu betreten. Nach einem Stopp am West Gate bin ich wieder am imposanten Bayon Tempel gelandet den ich nun das der Radlerperspektive betrachten konnte. Bin von dort auf Trails abgebrochen zu versteckten Tempel und Heiligtümern im dichten Wald. Toll mitten durch den Jungle zu radeln, doch ich war etwas verunsichert, da an den Bäumen Banderolen mit der Aufschrift Vorbitten Area hingen, doch es waren so viele Radspuren zusehen das ich weiter gefahren bin und am Ta Keo Tempel raus gekommen bin. Bin einen weiteren Trail zum versteckten Ta Nei Tempel gefahren, der am Eastern Baray, welches auch wieder Wasser hat vorbei führte. Jeder Mountainbiker würde sich über solche schön flowigen Trails zwischen den Bäumen hindurch freuen. Vom Touristen freien Ta Nei Tempel war ich auch begeistert, klein aber fein, aus dem Urwald habe ich dank Navi wieder hinausgefunden und bin am Preak Khan Tempel gelandet den ich ja schon besichtigt hatte. Aber über den Trai am Wassergraben zu radeln war schon was anderes als ihn mit dem Tuk Tuk auf der Straße zu erreichen. Mein nächstes Ziel war das Nord Gate von Ankor Thom ebendalls mit dem Kopf der 4 Gesichter gekrönt und der an der Brücke mit der 7 Köpfigen Schlange die von Steinfiguren gehalten wurde. Hier bin ich nochmal in den Wald innerhalb der Mauern Ankor Thoms abgebogen und später am Bayon wieder herausgekommen. Nun noch durch das Süd Gate und ab nach Hause. Tolle Runde will ich morgen nochmal. Nun stand wieder Essen, Trinken, Essen auf dem Programm und am Abend sollte noch eine Parade in der Pubstreet stattfinden, von der ich aber nichts gesehen habe.
Heute ist schon der zweite Weihnachtstag den ich wieder mit radeln über die Trails durch Ankor verbracht habe, wo es auch ausgeschilderte MTB Strecken gibt. Viel Sand, Wurzeln und immer schön eng zugewachsen. Macht echt Spaß. Habe auch wieder Touristenarme Tempel besucht, wie Prasat Kravan, mit schönen Halbreliefs im inneren. Die Reliefs zeigen mehrere Darstellungen von Vishnu und im Nordturm von Lakshmi, Vishnus Frau. Sie sind in das Mauerwerk gemeißelt. Weiter ging es zum etwas abgelegenen Bat Chum deren Verfall schon stark fortgeschritten war. Danach bin ich beim Pre Rup Tempel hinaus aufs Land über schmale Pfade zwischen den Feldern mit Reis und Getreide wobei ich noch ein Wat heutiger Zeit besuchte und mit einem Bauarbeiter ein Schwätzchen hielt. Zurück bin ich über Trails entlang des Siem Reap River den ich aber durch das enge Jungle Gestrüpp nicht sehen konnte. Bin dann am Grand Circle am Ta Som herausgekommen. War auch heute noch mal im Ta Prohm um noch mal ein Menschen freies Bild vom Tomb Raider Motiv zu machen und es hat geklappt. Den Grand Circle habe ich am Preah Khan verlassen und bin über schon bekannte Pfade durch den Wald zum Nord Gate Ankor Thoms geradelt und im Tempo der Tuk Tuks vorbei am Bayon und Ankor Wat nach Siem Reap. Hier werde ich am Abend mit meiner Mutter und Schwester eine weihnachtliche Video Konferenz machen. Und ich hoffe ich kann nochmal um einen Tag verlängern auch wenn es heute mal leichten Regen gab. Das war aber angenehm.

Den Abend habe ich in der Pubstreet verbracht erst im Cheers und später im Restaurant vor dem Tempel Club Disco mit 2 Deutschen am Nebentisch.
Heute ist nach einer Woche der letzte Tag in Siem Reap und ich bin doch nicht mehr zum Ankor Wat Tempel gefahren, sondern habe am Morgen einiges anderes erledigt, zum Beispiel habe ich die Post aufgesucht und in einem Café den selbigen getrunken. Anschließend habe ich in der Unterkunft eine Datensicherung vom Notebook gemacht und zum Abschluss einen Bummel durch das Touristenviertel. Ab Morgen geht es dann in das weniger besiedelte Kambodscha mit einigen Dirtroads, quasi das Outback Kambodschas. Bei dem Bummel habe ich noch 2 T-Shirts geshopt und einen Lonely Planet von Laos in Englisch für 8 Dollar. Ihn verkaufte mir ein Minenopfer auf seinem Handbiketrailer. Es ist glaube ich kein Original, aber was soll es. Der weitere Abend war wieder sehr interessant. Ich habe Amerikaner aus Los Angeles kennengelernt, Leute aus Stuttgart die jetzt in Frankfurt leben und Palästinenser die in Dänemark leben und von Merkel begeistert sind. Einfach toll Menschen kennen zu lernen.

Vom 28. Dezember 2017- 02.Januar 2017 Tag 115 (901) – Tag 120 (906)
Etappe Siem Reap / Ankor – Grenze Laos 438 km Rad; 9 km zu Fuß, Gesamtkilometer: 5.781 km

Datum km Schnitt H/KM/h Höhe Ziel
28.12.17 134,07 17,99 36,94 199 AnLong Veng
29.12.17 79,75 18,10 32,44 40 Sra Em
30.12.17 83,24 18,48 31,59 53 Preah Vihear
31.12.17 141,42 18,25 34,96 195 Strung Treng

Am Morgen habe ich vor dem Frühstück mal wieder mein Rad gesattelt und um 7:20 Uhr war ich auf der Piste, noch mal vor bei an den ganzen Tempeln Ankors, Ankor Wat, Bayon, Ta Phrom und Pre Rup war der Letzte mit dem ich die Besichtigungstour begonnen hatte. Habe mich vor den Haupttempeln noch mal mit meinem Reiserad als Andenken ablichten lassen. Mein Ziel war heute Banderay Srei 40 km von Siem Reap entfernt um dort einen weiteren Tempel anzuschauen. Doch als ich das geplante Homestay sah war es gerade im Umbau so habe ich gedacht : Muss es unbedingt noch ein Tempel sein den du dir anschaust? Die Besichtigung von Ankor Wat und dem Bayon war doch der perfekte Höhepunkt der Tempelreise von Süden Kambodschas wo die Ursprünge lagen bis zur Hochkultur in Ankor. So bin ich vorbei am Phnum (Berg) Kulen geradelt bis nach An Long Veng das an der Grenze zu Thailand liegt und hatte damit 134 km auf der Uhr. Zum Ende hin war ich ziemlich platt und brauchte auf den letzten 40 km viele Stopps den auch das Thermometer zeigte über 35 Grad. Unterwegs war Prärie, kaum besiedelt und umso weiter ich mich nach Norden bewegte war immer weniger Verkehr. Ein krasser Gegensatz zu Siem Reap, hier in meinem Zielort gab es auch keine Weihnachtsdekoration. Dafür liefen mir aber 2 holländische Reiseradler über den Weg. Sie kamen heute von Thailand und ich habe in der von ihnen bezogenen Unterkunft eingecheckt. Bei einem Rundgang über die noch nicht asphaltierten Straßen am Markt, wo noch die Kühe durch gerieben werden bin ich zu einer Straßengrillstadion zum Essen eingekehrt und habe 5 Fleischspieße mit Baguette gegessen und das Zielbier genossen. Das Pärchen aus Holland das jetzt in Südafrika lebt, kam auch vorbei und gesellte sich dazu. Sie gehen jedes Jahr für einen Monat auf Radtour und dieses Jahr zum ersten Mal für 2 Monate, jedes mal woanders in der Welt. So haben sie mir Lust gemacht für einige Länder in Afrika. Vor dem Schlafengehen habe ich an einer anderen Küche nochmal Nudelsuppe mit Fleischbällchen gegessen.
Am Morgen bin ich mal wieder in den Sonnenaufgang gestartet auf der ruhigen Straße entlang der Grenze zu Thailand. Es waren 90 unspektakuläre Kilometer bis Sra Em. Ein staubiger Ort an einem Kreisverkehr. Auch hier gibt es noch einen alten Tempel an der Grenze zu Thailand, aber den werde ich auch links liegen lassen. Könnte zwar die 24 km mit einem der auf Touristen wartenden Taxis zurücklegen. Doch ich relaxe lieber den mich plagt seit gestern leichte Halskratzen, das kommt bestimmt durch die ganzen Ventilatoren und Klimaanlagen. Nachdem ich nun von Sieam Reap einen Tag nach Norden ging und heute den ganzen Tag nach Osten geht es Morgen nach Süden.
Bin heute noch früher gestartet und konnte den kompletten Sonnenaufgang genießen und brauchte mir nicht den Hals zu verdrehen den es ging noch die ersten 7 km nach Osten und somit der aufgehenden Sonne entgegen. Danach bog die Straße Richtung Süden ab und führte mitten durch das National Reservat zum Schutz und wieder Ansiedlung verschiedener Tierarten, zuvor kam ich noch an einer Hochzeit vorbei, wo sich der Festzug des Bräutigams mitten auf der Straße formierte, um zum 200 m entfernten Festzelt der Familie der Braut zu ziehen. Diese Warteten schon am Zelteingang und auf einer Bühne die obligatorische Live-Band. Jeder Teilnehmer des Festzuges hielt eine Gabe in Händen.
Die Straße durch den Nationalpark war kaum befahren und es gab keine Zivilisation auf 40 km, so bin ich bei der ersten Möglichkeit zum Cola tanken eingekehrt. Es war schön durch diese Ruhe zu radeln, auch wenn es unterwegs eine längere Baustelle gab die mal wieder schön mir aus Südamerika bekannte Waschbrettbuckel besaß und es staubte ganz schön wenn dann mal ein Auto vorbeikam. Bald danach traf ich wieder auf meine ursprünglich geplante Route aus Siem Reap. Dort traf ich gleich das nächste holländische Pärchen auf ihren Rennrädern mit 2 Gepäcktaschen. Die letzten 7 km bin ich wieder über eine Dirtroad zu meiner Unterkunft geradelt die ich mir zuvor im Internet angeschaut und vor Ort nochmal geprüft habe. Es war alles ok, doch ich glaube das ich morgen an Silvester weiter radele. Im Restaurant etwas entfernt habe ich Fried RiceRice gegessen und dem Inhaber Deutschunterricht gegeben. Abends gab es an gleicher Stelle noch mal Fried Noddles. Jetzt gibt es noch ein Absacker Ankor und ich habe wieder eins gratis gewonnen.
Was für ein Silvester 2017! Er begann mit einem tollen Sonnenaufgang an einem kleinen Fluss hinter Preah Vihear und endete nach 141 km am Mekong mit dem Sonnenuntergang und dem Jahr 2018. Heute hat mal wieder mein geistiger Wille dem Körper Strapazen zugemutet. 141 km für die Beine, 7,5 Stunden Sonneneinstrahlung für die Haut und Abgase von den Autos und Rauch von den privaten Müllverbrennungsanlagen vor den Häusern für die Lunge. Dabei hätte ich nach 55 km ein Guesthouse gehabt, doch es war erst kurz vor 10 Uhr, also ist der Schreiber mal wieder weiter geradelt. Es machte ja auch einfach Spaß auf der kaum befahrenen Landstraße, es waren nur die Bauern mit Ihren Einachsschleppern unterwegs, wo meist die ganze Familie mit fuhr und wenige LKW. Und nach 90 km veränderte sich die Landschaft leicht, es waren wieder die ersten Karsthügel zu sehen. Sonst bis auf kleine Ansiedlungen von knapp 10-20 Häusern war nur Busch, Wald und Steppe zu sehen. Zum Schluß nach einigen obligatorischen Cola Stopps war ich nach einer 800 km Schleife wieder am Mekong, einer der 12 längsten Flüsse der Erde. Als Belohnung sitze ich nun an der nicht gerade gepflegten Promenade in Stung Treng an einem Nebenfluss der in den Mekong mündet, wohin mein Blick gerichtet ist. Danach bin ich in ein schwimmendes Restaurant eingekehrt doch von Silvesterfeierlichkeiten nichts zu sehen. Auch als ich Musik aus der Ferne hörte bin ich noch hingelaufen, doch es war Kinderbelustigung in einem Wat mit dicken Boxen neben denen die Kleinkinder spielten. Weiter habe ich es noch in einem Hotel in der Skybar im neunten Stock versucht doch auch hier war nix los, nur das alle 30 Sekunden die Musik auf Wunsch der anwesenden Gäste gewechselt wurde. So bin ich zurück zum letzten Bierchen 2017 in das schwimmende Restaurant. Das nichts los ist liegt daran das, das buddhistische Neujahr nach dem Mondkalender gefeiert wird, somit war es hier ein Tag wie jeder andere nur in den Touristenzentren gab es Neujahrspartys wie ich im Fernsehen sehen konnte.
So werde ich morgen weiterfahren. Laos ich komme! Nach 2015 zum zweiten Mal und diesmal für etwas länger. Habe auch schon eine Visum Verlängerung im Hinterkopf. Ich sage nur: Reduce Speed das Motto von Reiseradler Dorothee und Kurt.
Am Morgen war dann doch wieder alles anders, noch müde und mit schweren Beinen habe ich dann doch nochmal wein Zimmer verlängert. So heißt es: Laos ich komme erst Morgen. Bin gemütlich Frühstücken gegangen und endlich mal meine Homepage aktualisiert. Gleich werde ich noch mal einen Spaziergang am Wasser machen und meine ersten Tage in Laos planen.
Nach Skypen mit Mama und Schwester bin ich mit dem Laos Reiseführer unter dem Arm zum letzten Abend in Cambodscha zu dem Restaurant auf dem Mekong. Der Vollmond spiegelte sich im Wasser. Über die Route in Laos bin ich mir noch nicht klar, morgen geht es zuerst mal zu den Mekong Fällen und dann mal schauen ob ich eine Runde über das Bolaven Plateau mache. Zum Abschluss wurde ich noch auf ein Bier an einem Tisch einer Kambodschanischen Familie eingeladen.
Am Morgen bin ich bereits um 6 Uhr gestartet um genug Zeit für den Tag und den Grenzübertritt nach Laos zu haben. Die Straße zur Grenze war auf den 60 km nicht die beste, es wechselte zwischen Asphalt und Offroad, 50% zu 50%. Doch es war kein Verkehr mehr bis auf einzelne Mopeds und zu Grenze hin schrumpfte der Verkehr auf 0. Ich machte mir Sorgen das die Grenze heute geschlossen ist, denn in Laos ist bis zum 3.Januar Ferien. Doch als mir ein russischer Reiseradler aus Laos entgegenkam war ich beruhigt. Er muss die Grenze passiert haben. So war es auch bei mir. Ich bekam meinen Ausreisestempel nach 21 Tagen in Kambodscha, somit war ich auch hier 5 Tage länger als geplant. Es hat mir sehr gefallen mit dem Highlight Ankor aber auch die netten Hello Rufen der lächelnden Kinder vor jedem Haus.

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