Berichte Flug nach Trivantrum - Kudle Beach
Vom 12. März 2019 – 07. April 2019; 27 Tage; 1.161 km; 9.258 Höhenmeter
Gesamt Teil 5: 27 Tage; 1.161 km; Höhenmeter: 9.258 m; Gesamte Traumradreise 2014-2019: 58.983 km
Autor: Michael Schreiber

#Vom 12. März 2019 - 13. März 2019 Tag 1 - Tag 2
#Vom 14.März 2019 - 20. März 2019 Tag 3 - Tag 9
#Vom 21.März 2019 - 29. März 2019 Tag 10 - Tag 19
#Vom 30.März 2019 - 07.April 2019 Tag 20 - Tag 27


Vom 12. März 2019 - 13. März 2019 Tag 1 - Tag 2
Flug Trivantrum
Der Abend am Samstag mit den Vulkanbikern inklusive Anhang war sehr nett, wir haben sogar noch Bilder meiner Südamerika Reise geschaut. Am Vortag des Abflugs gab es noch einen Eifeler Schnaps bei Gisela und Karl Josef.
Dienstag 12.03. Ich habe die Nacht gut geschlafen und um 10 Uhr startete mein Taxi / Auto mit Schaufeuer in Persona meines Schwagers Bernd Richtung Frankfurt Airport. Hier war es recht chaotisch, den Ausschilderungen waren meist nicht deutlich, sowohl auf der Straße als auch im Terminal. So sind wir zuerst 2 Runden mit dem Auto ums Parkhaus gefahren, bis wie die richtige Einfahrt gefunden hatten und 2 Runden mit dem Trolley, den wir auch erstmal finden mussten, durch den Terminal. Und das mit dem gesamten Gepäck inkl. Dem riesigen Fahrradkarton, der in einen Aufzug gerade so hinein passte. Als wir endlich den Schalter von Air India gefunden hatte, konnte ich gleich einchecken und ich war meines Rades entledigt. Doch werde ich wohl in Mumbai meine gesamtes Gepäck wieder in Empfang nehmen müssen, so wurde es mir mitgeteilt. So sei das am Flughafen in Mumbai.
Nun sitze ich gerade nach dem ersten Curry Chicken über der Schwarzmeerküste der Türkei auf über 12.000 m im Dreamliner Boing 787. Hier war ich auf meinem ersten Teil meiner nun schon fünfteiligen Traum-Radreise unterwegs. Doch heute mit viel mehr Erfahrungen und tollen Begegnungen als damals und ich hoffe, dass es so weiter geht. Da es schon dunkel war, konnte ich leichter meine Radspuren unter mir nicht erkennen.
So habe ich mich in meiner dreier Sitzreihe quer gelegt und geschlummert. Der große Dreamliner war kaum zur Hälfte gefüllt.
Nach 7,5 Stunden tauchte das Lichtermeer von Mumbai dem früheren Bombay unter mir auf und wir setzten zur Landung an. Der Kapitän meldete 25 Grad, doch es musste sehr feucht sein denn die Feuchtigkeit kondensierte an unserem kalten Flugzeug und kurzer Hand waren alle Scheiben von außen beschlagen und es war nichts mehr zu sehen.
Nach dem Verlassen der Maschine hieß es Schlange stehen an der Passkontrolle. Aber ich hatte ja Zeit ohne Ende, denn das Boarding meines Fluges ist ja erst um 16:55 Uhr. Nachdem ich nun den Kopf der Schlange bildete, bekam ich nun den ersten neuen Stempel in meinen noch unbenutzten Zweitpass, mein anderer war ja komplett mit Stempel der ersten 4 Radtouren gefüllt und für mich ein Heiligtum bedeutet.
Nun war ich tatsächlich in Indien und das mit dem Rad. Bin ich verrückt? Was mache ich da? Ich kanns nicht glauben. Ich habe es getan. Was wird passieren? How is it as non normal tourist? Alle diese Fragen werde ich schnell beantwortet bekommen und wie ich die Welt bereits kenne positiv.
Aber wie befürchtet musste ich mein Gepäck komplett in Empfang nehmen mit samt meines Rades, welches mir in der Oversize Baggage Area übergeben wurde. Somit wusste ich schonmal das bis hierher alles angekommen war.
Durch viele Aufzüge, die wesentlich größer als in Frankfurt waren und so keine Schwierigkeiten machten erreichte ich die Abflughalle des Mumbai Airport, wo ich gleich den Schalter von Air India aufsuchte. Doch mein Gepäck konnte ich erst um 14 Uhr einchecken, so hatte ich noch eine gute Fußablage auf dem Gepäck meines Trolleys. Erstes neues Geld habe ich mir auch schon am ATM geholt doch leider wurde dann auch 14 Uhr 15 Uhr und ich war meine ersten beiden Gepäckstücke los. Mit dem Radkarton ging es noch zum Oversizescanner, es wurde nichts beanstandet. Nun ging es für mich wieder ins Gedränge der Sicherheitskontrolle. Alles an elektronischen Sachen musste wieder raus und das war nicht wenig: Notebook, Tablet, Powerbar, Fotokamera, Actioncam … immer Stressig für mich. Ich war schon fast auf dem Weg zum Gate als sich meine Schulter leicht anfühlte, so bemerkte ich das sie meine Lenkertasche zurückgehalten hatten also bin ich schnell wieder zurück und sie wollten reinschauen. Da befand sich noch meine Taschenlampe und Poltes mp3-Player drin, der wieder mit auf Reise war, wenn ich wieder die Kölsche Musik auf den Ohren brauche.
Nun sitze ich nach 11 Stunden warten am Gate nach Trivandrum, wo ich hoffe, dass ich nicht nur ankomme, sondern auch alles andere, dann kann ich entspannen.
Bei der Ankunft lief alles glatt, doch dauernd wurde ich, wie auch schon in Mumbai, gefragt, von Passanten und Zöllner: TV in the Box? Ich sagte immer: A old Bicycle with 57.000 km und alle lachten immer.
Am Ausgang des Flughafens, der nicht sehr groß war, wartete schon mein Herbergsvater, er erkannte mich an meiner großen Fahrradbox und winkte mich herbei. Er verfrachtete mich in das größte Taxi, welches meine Box schluckte und er fuhr mit seiner Royal Endfield voraus Richtung Homestay. Somit war ich zum ersten Mal im wilden Linksverkehr Indiens unterwegs.
Am Abend war es immer noch 25 Grad und feucht. Mein T-Shirt war gleich nass. Das Taxi hatte schwierigkeiten in die kleine Hintergasse zum Homestay Casa Maria einzufahren. Doch geschafft am Start meiner Reise in einer Hintergasse in einem schönen Homestay und ich bekam die von einer Aircondition runter gekühlte Suite. Noch ein Tee, duschen, herunterkommen auf der Terrasse, Mama und Schwester anrufen, was ja Abends möglich ist. Schlafen!


Vom 14.März 2019 - 20. März 2019 Tag 3 - Tag 9
Etappe Trivantrum-Chochin 230 km; 48 km zu Fuß

Datum km Schnitt max km/h Höhenmeter Zielort
16.3.2019 68,51 15,95 32 320 Kollam
17.3.2019 89,04 19,90 35 62 Allepey
18.3.2019 73,41 17,46 30 92 Kochin

Ich habe gut geschlafen, was bei der Übermüdung ja einfach war. Am Morgen bekam ich mein Frühstück mit Müsli, 4 Toast, Rührei, Marmelade, Butter und Obst (Weintrauben, Orange, Apfel) dazu Kaffee. So konnte ich perfekt zur ersten Entdeckungsreise aufbrechen und es ging los durch die durch Tuktuk und Bus überfüllte Hauptstraße zur Vettucaud Churche, die gleich am gleichnamigen Strand lag. Sie war recht imposant mit einer goldenen Kuppel. Einige Gläubige knieten vor dem Altar und huldigten mit erhobenen Händen Jesus am Kreuz. Hier wird der christliche Glaube noch mit voller Hingabe zelebriert. Dies wurde auch in einer Halle gegenüber deutlich in der verschiedene Marienstatuen und auch Maria Theresa zur Anbetung aufgestellt waren.
Am Strand war das normale harte Leben der Fischer zusehen, die zu Dutzenden Netze an Land zogen und ihren Fang mit lautem Jubel begleiteten. Weiter ging es entlang des unendlich langen Sandstrand, wo mich gleich die erste Welle erwischte Schuhe und Socken nass. Hier war aber auch gleich die negative Seite zu sehen, am Wendepunkt meiner Strandwanderung mündete eine Kloake aus einer Fabrik direkt im Meer und ich konnte einen Anwohner beobachten wie er seinen Hausrat im Meer versenkte. Für ihn hier kein Problem, den das Meer ist hier Ablandig und saugt sowohl den Müll wie auch das nicht befestigte Land in sich auf. Auf meinem Weg Richtung Süden war die erste Häuserreihe bereits vom Meer verschlungen. Am Domestic Airport habe ich noch einen Engländer getroffen, mein erster Tourist. Hier habe ich nochmal neues Geld geholt.
Auf dem Rückweg bin ich zwischen Strand und Hauptstraße hin und her gewechselt und habe die Fischer unter ihren Planen Karten spielen sehen, ihre Afterwork Beschäftigung.
Zurück im Homestay habe ich nun mein Rad ausgepackt und zusammengebaut. Es war alles unversehrt. Nach kurzer Pause auf dem Bett bin ich mit einem Tuktuk, welches ich mir an der Hauptstraße heran gewunken habe zum 7 km in der Innenstadt gelegenen Hindutempel See Padmanbabha Swamy. Ich wurde gebeten mit Schuhen den Außenbereich zu besichtigen, der Innenbereich ist nur für Hindus zugänglich. Doch er war auch von außen imposant mit seinem heiligen See davor. Ich bin dann der 4 spurigen MG Road gefolgt. ? geht’s hier nach Mönchengladbach? Gruß an Bernd und Detlef. Auch wenn ich kein Gladbach Fan bin, bin ich der Straße gefolgt, denn ich brauchte Geld, da ich schon meine 3 Nächte im Homestay cash bezahlt hatte. So bin ich von einer Bank zur anderen. Bei einer sagte der Automat worong Pin, ob wohl ich den richtigen eingegeben hatte, bei der nächsten no acsept, doch bei einer bekam ich die obligatorischen 5000 Rupie, doch nicht nochmal die zweiten. Immer mit dem Gefühl das die Karte nicht funktioniert oder gesperrt wurde. Aber für mein erstes indisches Bier namens Power 10.000 hat es gereicht, 650 ml, 150 Rs = 2€ 6% in einer Lokalen Bar. Bier ist hier in der Öffentlichkeit nicht erlaubt und man benötigt eine Lizenz. But i must tast all beer over the world! Habe natürlich gleich das einheimische Bier probiert. Danach ging es mit dem Tuktuk wieder zurück. Für den ersten Tag wieder zu viele Eindrücke, besonders die Frauen mit ihren schwarzen Haaren und bunten Sarees. Aber auch ich war jetzt bunt, mein Nacken und meine Stirn waren rot. Die 23 km am ersten Tag zu laufen waren wohl doch zu viel in der Sonne. Auf dem Rückweg war es mit meinem Tuktuk-Fahrer nicht ganz einfach mein Homestay wiederzufinden. Wir sind in diversen Sackgassen gelandet aus denen es nur im Rückwärtsgang hinaus ging. Doch irgendwann waren wir beide froh vorm Casa Maria zu stehen.
Habe auch die zweite Nacht gut geschlafen. Am Vormittag bin ich nochmal zum Strand an der Vettucaud Church Madre de Deus. Es schlugen wieder gewaltige Wellen an den endlosen Sandstrand. Es war wieder alles bunt, die Fischerbote, dazwischen Mädels in ihren Gewändern. Nach dem kleinen Rundgang bin ich nochmal zurück aufs Bett um die des Ac zu genießen.
Nachmittags ging es wieder mit dem Tuctuc ins Zentrum, denn ich hatte Hunger un d so bin ich zum ersten Mal in einem Vegeterian Restaurant eingekehrt. Zuerst legte man ein Bananenblatt vor mich und schüttete einen Reis Haufen darauf. Aus verschiedenen Tüpfen mit denen die Kellner umherliefen kamen Pasten und Soßen dazu, doch kein Besteck. Also erst einmal Hände waschen, die linke unterm Popo parken damit sie nicht in Versuchung kommt nach dem Essen zu greifen und dann mit der rechten alles einschieben. Doch es klappte alles, doch einiges war echt scharf. Zum Abschluss bin ich nochmal in die Bar des Vorabends.
Morgen geht es dann endlich aufs Rad Richtung Norden. Ich habe mich schon in den 2 Tagen gut an das indische Leben gewöhnt, an die netten Menschen und den chaotischen Verkehr. Ich hatte es mir schlimmer ausgemalt, auch wenn ich gerade mal wieder durch ein Müllverbrennungsfeuer geräuchert werde. Mit einem Tuktuk ging es zurück und heute ohne Umwege, denn es war noch hell und ich konnte den Weg zum Casa Maria besser sehen und so den Tuktukfahrer besser leiten.
Ich war schon etwas auf meine erste Etappe gespannt.
Nachdem heute zum Abschied extra ein typisches indisches Dinner kredenzt wurde, ging es nach einem Foto mit meinem schwer bepacktem Rad los. Die ersten Kurven waren noch schwer. Doch auf der Velliroad lief es Richtung Norden ganz gut und ich war von dem wenigen entspannten Verkehr überrascht.
Alle paar Kilometer gab es eine Kirche zu bewundern, später auch Moscheen, es erinnerte mich an Malaysia mit der Religionsvielfalt.
Ich kam von einem Dorf ins nächste, sie reihten sich alle aneinander und ein Zentrum war nur daran zu erkennen, das es mehr Läden gab, die ich das ein oder andere mal zum Cola trinken oder Wasser kaufen nutzte. Die Orte waren nicht durch Ortsschilder gekennzeichnet. Das erste Mal war es in Varkala-Beach wo ich wieder wusste, wo ich war. Es lag oberhalb von einer imposanten Steilküste an der sich kleine touristische Restaurants vorbeizogen. Es tummelten sich einige Touristen aus aller Welt herum die mich mit meinem Reiserad auf dem schmalen Klippen Weg bewunderten. Ich habe mir hier noch einen Papaya Smoothie mit Blick auf die Küste gegönnt.
Es war wieder sehr warm und auf dem weiteren Weg musste ich echt kämpfen. Erschöpfung machte sich schon nach 50 km breit. Nach vielen Cola Stopps auf der nicht mehr so guten Straße habe ich es bis Koalam und wohl im teuersten Hotel eingecheckt, doch ich konnte den Preis gut herunterhandeln, so das es für beide Seiten passte. Die Dusche war perfekt, doch den Pool habe ich nicht genutzt, denn ich bin gleich nach dem Duschen zum Essen fassen. Dazu bin ich eine Bakkery, wo es auch Kebab gab. Es war lecker und ich habe gleich 2 genommen. Danach bin ich noch auf Rundgang zum Strand vor bei an einer Kirche, wo gerade eine Beerdigung statt fand. Am Strand war es wieder indisch bunt und ich habe mich hier noch niedergelassen und dem Spiel der Brandung mit den Leuten zugeschaut. Zu Abschluss bin ich noch unters Hotel in den Keller in die Localbar zum späten Zielbier. Bier und andere alkoholische Getränke dürfen hier nur mit Lizenz und nicht öffentlich ausgeschenkt werden. Ich hatte auch immer mal wieder eine andere Gestalt am Tisch sitzen, der nur gebrochen bis kein Englisch sprach. Doch meist wusste ich, was sie wollten, Geld. Das kann ich gut in einer solchen Bar ignorieren denn, wer sich das Bier leisten kann brauch kein Geld für seine Frau und Kinder. Doch die Angestellten hatten einsehen mit mir und führten mich in ein Separee und ich hatte Ruhe, bessere Sessel und ich konnte meinen Bericht des Tages zu Ende schreiben.
Am Morgen konnte ich bereits um 7 Uhr frühstücken und war so schon um 8 Uhr auf dem Rad auf den anstrengenden 89 km langen Etappe über die NH 47 nach Allepey. Doch der Verkehr auf dem National Highway war nicht so schlimm wie befürchtet, da habe ich in Indonesien schlimmeres erlebt. Hier war die Fernstraße wenigstens breit genug. Ehr machte mir wieder die Hitze zu schaffen, war wohl noch nicht so ganz daran gewöhnt. Es gab teilweise auch wenig Schatten, so sind meine Arme und Beine etwas gerötet, die Haut auf der Stirn ist bereits erneuert. Den ersten Stopp habe ich erst nach 40 km eingelegt und die ersten 2 600ml Pesis in mich geschüttet. Bei Kilometer 64 die nächsten zwei und auf den letzten Kilometern immer mal im Schatten verschnauft. Doch bald hatte ich Alhapuzha oder Allepey erreicht. Ich merkte es am stärker werdenden Verkehr durch den ich mich geschmeidig hindurch schlängelte. Hier ist der Start der ganzen Tagesboote und Hausboote in die Backwaters. Ich werde erstmal hindurch radeln bis Cochin, morgen gemütliche geschätzte 60 km und nach Bezug eines günstigen Homestay wuste ich, das ich sogar früh starten konnte, denn es gab kein Frühstück. Nach Bezug habe ich bereits um 15 Uhr einen Rundgang gestartet, den ich hatte Hungen, doch bis ich was geeignete gefunden hatte, bin ich noch an 2 Tempeln vorbeigekommen, bevor es in einem kleinen Restaurant vegetarische Nudeln gab, China lässt grüßen. Um 17 Uhr gab es dann das Zielbier in einer dunklen verrauchten Bar, das kenne ich ja schon. Doch das Zielbier ist immer die kleine Belohnung.
Auch wenn ich dauernd auf eine Bootstour angesprochen wurde, hatte ich nach den paar Tagen noch keine Lust auf Touristenprogramm. Sitze lieber mit Locals beim Bierchen, wie Zuhause.
So langsam bin ich schon wieder in meinem Reiseradler Trott, ich bin schon gespannt, wenn es in die Berge der Westghads geht, glaube aber das ich dann mein Ritzel vorne von 38 auf 34 Zähne umbauen muß. Nun noch das Absacker Kingfischer im Keller des Nobelhotels, wo gerade einer mit einem schwenkenden Weihrauchfass hindurchläuft, nicht wegen des Glaubens, sondern wegen der Mücken. Jetzt richt es wie Weihnachten in der Kirche.
Die Nacht im Homestay war sehr ruhig bis um 6:50 mein Wecker klingelte, denn ich wollte mal mit der einigermaßen erträglichen Kühle des Morgens starten. Doch auch heute sitze ich wieder erschöpft am Ziel in Cochin, wo ich daher für zwei Nächte eingecheckt habe. Das dritte Homestay passte bereits für mich und mein Fahrrad.
Hier herging es über kleine Nebenstraßen durch die schattigen Backwaters. Der Weg führte immer wieder über kleine und große Brücken und über kleine und große Kanäle. Doch ich hatte immer das Peck links fahren zu müssen, bis wohin auf breiten Straßen Mittags der Schatten nicht mehr reichte. Also ergab ich mich der Sonne. Noch schlimmer waren die letzten 15 km durch Cochin im stickigen engen Verkehr. Nun fragt wieder jeder, macht das Spaß? Sogar ich frage es mich und sage Ja Ja Ja auch in solchen Situationen! Dafür sitze ich wieder nach einem Rundgang Über die Promenade am Meer mit den Fischerstadionen und einer guten Pizza bei einem Kingfisher und kann bereits schon wieder über so viele Erlebnisse und Begegnungen nachdenken das ich unglaublich schön.

Ich habe nochmal die Lokalität und sitze nun beim ersten Bier draußen auch wenn, das einen Euro mehr kostet doch so kann ich das Leben auf der Straße beobachten, die Busse der lokalen Bevölkerung bei denen es keine verglasten Fenster gib, somit brauch der Bus auch keine Klimaanlage, dazu die ganzen Tuktuk und die hier mehr vorhandenen Touristen. Habe noch eine Amerikanerin aus Colorado kennengelernt, die ebenfalls auf Indien Rundreise war. Ihr musste ich meine Sorry meiner Radreise erzählen. Morgen werde ich mich mal ums Bilderhochladen kümmern.
Dies klappte auch am Morgen nach dem Frühstück ohne Probleme. Während des Frühstück vor meinem Homestay Fortmuziris habe ich schon gleich wieder meinen Plan geändert und werde doch noch eine Bootstour in die Backwaters machen, 7 Stündiger Ausflug. Nach dem Frühstück bin ich zum 3 km entfernten Dutchpalace gelaufen. Doch der Weg über die Bazarroad war weit interessanter als der alte Palast. Auf der Straße wurden von bunten mit Säcken überladene LKW Gewürze und Reis in die anliegenden Lagerhäuser abgeladen.
Das die Sonne wieder brannte, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Um den Palast, der damals von den Portugiesen an Kerala geschenkt wurde, reihten sich viele Verkaufsstände. Auf dem Rückweg habe ich noch den Jain-Tempel besucht, wo ich Schuhe und Socken ausziehen musste und einen Wickelrock angelegt bekam. Nun wurde ich ins Heiligtum begleitet, somit habe ich auch nun den ersten Tempel meiner Reise von innen betreten. Gegen Mittag habe ich mich 2 Stunden aufs Bett gelegt und mich fürs Essen frisch gemacht. Da es hier Touristen gibt, konnte ich auch italienische Nudeln essen, indisches Essen bekomme ich noch reichlich. Nun suche ich mir einen gemütlichen Platz, wo ich für euch mal Tagebuch tippen kann. Ich habe den gleichen Platz des Vorabend, gewählt und einiges an Schreibarbeit geschafft.
Nun sitze ich bereits am Tag drei in Cochin, nach einem Bustransfer nach Kotaayam auf einem Boot in den Kanälen der Backwaters. Welsch eine Ruhe auf dem Boot. Das Boot wird mit einer Bambus Stange und Muskelkraft bewegt. Mann hört nur das Schluffen der Schlappen des Bootantreiber und das Knistern der Äste und Blätter die über das Dach streicheln. Es ist ein einziger Jungel. Es war eine echt angenehme Touristentour ohne lästige Verkaufsveranstaltung. Man merkte auch nicht, das es 20 Leute waren, alle relaxt. Beim ersten Bootsstopp wurde uns das Seile Machen aus den Fasern der Kokosnussschale vorgeführt. Mittags gab es das typische Kerala Essen auf dem Bananenblatt. Dies kannte ich ja bereits. Danach ging es auf kleineren Booten weiter durch wieder andere Kanäle mit dem nächsten Stopp an einer kleinen privaten Gewürzfarm. Hier gabs Lorbeerblätter, uns wurde gezeigt wie die Muskatnuss und der Pfeffer wächst und zum Schluss bekamen wie die Rinde eines Baums zum Probieren gereicht. Es war Zimt. Es war sehr interessant.
Um kurz nach 17 Uhr war ich zurück und sitze geduscht beim Pizzaessen, um genug Energie zum weiter Radeln zu haben und zum weiter tippen und Bericht online stellen bin ich auch noch gekommen.


Vom 21.März 2019 - 29. März 2019 Tag 10 - Tag 19
Etappe Chochin-Mysore 413 km; 52 km zu Fuß

Datum km Schnitt max km/h Höhenmeter Zielort
21.3.2019 106,12 18,13 45 486 Shoranur
22.3.2019 100,91 16,78 42 798 Coimbatore
23.3.2019 74,23 12,64 42 1651 Coonoor
24.3.2019 21,56 10,31 28 655 Ootz
25.3.2019 82,71 19,00 48 400 Nanjangud
26.3.2019 27,39 15,95 32 280 Mysore

Am Morgen bekam ich bereits um 7:15 Uhr Frühstück und stand zu Kurz nach 8 Uhr an der Autofähre die im Zentrum von Fort Cochin ablegte. Hier war voll das Gedränge, doch ich konnte am Kassenhäuschen vorfahren und mein Ticket für 5 Rs. Kaufen. Doch es lief dann doch alles geordnet ab in diesem Chaos, zuerst kamen die Fußgänger an die Reihe, dann die wenigen Autos, ein Bagger, dann die Radler und zum Schluss die ganzen Motorroller. Ich war nun auf einer Insel zwischen Meer und Backwaters die sich über 25 km nach Norden zog. Doch vom Wasser habe ich nicht viel gesehen, dafür aber das Leben in den Dörfern in denen der Hindutempel immer den Mittelpunkt bildete. Auch waren wieder viele Kirchen und Moscheen zu sehen. Über eine Brücke konnte ich die Insel verlassen und kreuzte wenig später den National Highway. Ich bin Richtung Trisshur meinem geplanten Tagesziel weiter, doch auf dem Weg dorthin habe ich überlegt noch weiter zu radeln, denn bei einem Stopp besuchten mich 2 Jungs vom nicht weit entfernten Fahrradgeschäft und boten mir erst Ihren Service an, doch ich zeigte Ihnen meine geplante Route über kleine Straßen nach Ooty in den Bergen. Doch sie reihten mir davon ab, da es dort viele wilde Elefanten gibt und meinten sogar das man ein Permit bräuchte durch den Nationalpark. Sie sagten, ich solle die Hauptstraße nehmen, auch wenn es etwas weiter sei. Ich lasse mich gerne belehren und nehme Ratschläge von einheimischen gerne an. So bin ich mitten durch Trisshur hindurch, dank Navi kein Problem. So habe ich bereits meinen zweiten Bundesstaat mit Tamil Nadu erreicht. Vorher habe ich noch einen ersten und zweiten Pepsistopp eingelegt. Am Ende des Tages hatte ich 3 Liter Pepsi weggetrunken. Hinter Trisshur hatte ich auch die Ausläufer der Westgaths erreicht und musste nach 80 km die ersten Höhenmeter in teils voller Sonne bei 38 Grad bezwingen. Doch heute hatte ich schon nicht mehr so Schwierigkeiten mit der Hitze, doch wurden die letzten 15 km schwer und habe viele Schattenpausen eingelegt. So habe ich es doch bis Shoranur geschafft.
Nach Bezug der Unterkunft gabs gleich das heute verdiente Zielbier. Nun geht es noch auf Rundgang zum Essen und morgen kann ich wieder früh Starten denn es gibt kein Frühstück. Ich bin erst die eine und dann die andere Straße abgelaufen, wo ich zum Bahnhof kam, den ich mir noch angeschaut habe. Zu Essen gabs gleich gegenüber Chickencurry und wieder ohne Besteck. Beim Absacker gabs noch Linsen.
Am Morgen des 23. März war ich schon mein Rad am Beladen als es gerade hell wurde, 6:15 Uhr. Mein erstes Erlebnis war als ein Lkw mit einem Elefanten vor meinem Hotel stand. Desweiteren kam ich auf der Nebenstraßen nach Pahakkad zum ersten Mal an Reisfeldern vorbei, dahinter waren die mächtigen Berge, die ich morgen in Angriff nehme zu sehen. Mittlerweile hatte ich Kerala verlassen und war in Tamil Nadu angekommen und bin über den Tag schon langsam auf 400 m gestiegen. Hinter Pahakkad bin ich, nach dem ich die hektische Marktstraße durchquert hatte auf den Highway getroffen. Doch an den Verkehr habe ich mich schon gut gewöhnt, doch als nach 60 km das Termometer wieder über 40 Grad und es auf dem Highway keinen Schatten gab, stieg der Colaverbrauch wieder rasant an und auch die Pausen an den Tankstellen wo es gratis Trinkwasser gab und ich hier im Schatten liegen konnte für 15-30 Minuten. Das musste sein. So habe ich mich bis Coimbatore durchgekämpft, wieder eine 2 Millionenstadt und ich glaube ich, traf zur Rushhour ein und brauchte so lange um eine geeignete Unterkunft zu finden. Sie lag gleich am hoch aufragenden Hindutempel. Mein Rad parkte im Büro der Reception und alles war gut. Bin gleich, wenn auch müde, zum Rundgang aufgebrochen. Die pulsierende Stadt war interessant mit den viele hupenden Busen, dazwischen Kühe und Ziegen und viel Handelsgeschäfte in den Nebengassen. In der großen Kirche schräg gegenüber dem Hindutempel war ich auch noch und habe und habe dort die Ruhe einige Minuten genossen. Zum Essen gab es gebratene Nudeln und in einer Bar eine neue Biersorte, Zingaro, diesmal 8%. Die Nacht wird wohl unruhiger an der belebten Straße. Wieder mal ein anstrengender aber schöner Tag geht zu Ende beim Absacker im Keller des Hotels in einer noblen Bar, es war teurer, aber zu Bier gab es 5 Töpfchen Fingerfood. Das Hupen hörte ich mit meinen Ohropax nur noch gedämpft und so war es ruhiger als gedacht. Gute Nacht!
Am Morgen habe ich die Megacity in der Dämmerung verlassen. Bis Mettupalayam war es relativ flach, so beschloss ich weiter Berg auf zu radeln nach Coonoor, gerade mal 30 km, doch nun konstant mit 6-8 % ohne Entspannungsabschnitte. Zu Glück gab es durch den jungleartigen Bewuchs viel Schatten. Doch auf die Dauer recht hart, den ich hatte mein Ritzel noch nicht gewechselt und musste hart in die Pedale stampfen. Alle 2 Kilometer habe ich mich auf die Randmauer in den Schatten gelegt und an den wenigen Einkehrmöglichkeiten Wasser nachgetankt und einmal gabs 5min Terrine. Schön salzig genau das richtige. Ich war bei den indischen Touristen, die hier unterwegs waren viel fotografiertes Objekt. Auf ca. 1400 m begannen die Teefelder an den Berghängen, doch für mich ging es immer weiter hinauf. Viele Affen waren am Straßenrand und auf den Bäumen zu sehen, Sie suchten auch Schatten. Ab und an habe ich auch die Gleise der alten Bergbahn mit teils Zahnstange gesehen. Dann war das Ortsschild zu sehen. Doch jetzt stand noch Hotelsuchen an. Ich hatte eins im Navi welches ich versuchte anzusteuern, doch es lag noch höher und die Zufahrt durch die hektische Stadt war Schätzungsweise 10-15 % steil. Ich konnte nicht mehr und kam im Wiegetritt immer nur 50 m weit und es waren bis zum Ziel noch 900 m. So begann ich zu schieben, was auch nicht einfacher bei dem schweren Rad war. Als mich ein älterer Mann auf seinem Motorrad sah, stellte er es ab und half mir, bis ich auf der flachen Straße zum Hotel war. Ich bekam zu einem angemessenen Preis ein Zimmer mit Dusche und Balkon über den Teefeldern. Was mal wieder für ein intensiver Tag den mit einem Zielbier und einem Spaziergang durch die kleinen Gassen die hinunter in die Stadt führten und mit gebratenem Reis beendete. Diese Gassen erinnerten mich an die Favelas in Rio de Janeiro. Morgen geht es 20 km weiter bis Ooty.

Doch anders als ich am Morgen gedacht hatte, ging es weitere 15 km bergauf Richtung Ooty. Am höchsten Punkt hatte ich 2281 m erreicht, bis ich am nächsten Moloch von Stadt angekommen war. Ooty war mal ein beliebter Erholungsort der damaligen britischen Beamten, es gab sogar noch eine riesige Pferderennbahn, die noch vom englischen Einfluss herrührt. Sich für ein Hotel zu entscheiden war die der Masse schwer. Habe einfach eins gegenüber dem alten Bahnhof der die Endstation der Bergbahn bildet genommen. Die Bahn ist immer noch in Betrieb aber nur noch mit neueren Dieselloks. Eine der Alten Dampfloks steht auf einem Podest. Nach der Dusche bin ich auf meine Runde durch die Straßen und Gassen gelaufen, über den Bazar, die hier genauso interessant wie in Südostasien sind. Besonders war die Fleischabteilung, hier standen in aufeinander folgenden Nischen der Metzger an einem großen Hauklotz und zerteilte die daneben liegenden Fleischberge. Zum Essen gab es mal wieder Chickencurry und es war wiedermal scharf. Bin auch noch an 2 Tempel vorbeigekommen, der Jain-Tempel aus weisem Marmor, der andere Bund und davor gemalte Ornamente auf der Straße. Ich habe auch mal wieder Geld abgeholt, was immer Glücksspiel ist, ob man es bekommt und meist gibt es eh nur 5000 Rupies. In einer diesmal hellen Bar am anderen Ende der Stadt gab es das Zielbier. Ich hatte eine nette Unterhaltung mit dem Hauselektriker des Hotels, der mir seinen Monatslohn verriet. 10.000 Rupies was ca. 125 euro entspricht. Vom Staat bekommt jeder noch 1 kg Reis dazu. Doch er sagte, er sei glücklich und zufrieden, daran sollte sich der ein oder andere Deutsche ein Beispiel dran nehmen. Er sagte auch das ich der erste Radler sei den er hier gesehen hat. Auf dem Rückweg habe ich mir die beiden Tempel auch noch von innen angeschaut, was kein Problem war, Schuhe aus und gut. Auch die mit meiner kurzen Hose war ich willkommen und durfte sogar Fotos machen nur nicht vom Allerheiligsten. Auf meinem weiteren Weg begegnete mir noch eine Hindu Prozession. Noch einen Absacker und morgen auf zu den nächsten Erlebnissen.
Und die hatten es auch wieder in sich, gerade um 15 Uhr in Nanjangud sitze um euch wieder meine Tagesgeschichte aufzuschreiben, draußen wieder über 40 Grad. Der Tag fing um 6 Uhr noch recht frisch auf 2200 m an und als ich auf die Toilette musste stolperte ich über eine Wasserlache in meinem Flur. Irgendwo muss wohl etwas undicht gewesen sein. Also habe ich meine Sachen gepackt und war um 6:45 Uhr in den kühlen Bergen um Ootz unterwegs. Es ging noch etwas zwischen 2100 m und 2250 m auf und ab bis ich die Rückseite der Westgaths Richtung Kalhatty erreicht hatte. Der Blick in die trübe Tiefebene des Mudumalai Nationalpark wurde frei. Hier gibt es noch Tiger, Bison, Elefanten und mehr. Auf die Elefanten wurde auch durch Schilder hingewiesen Go slow, Elevant crossing. Es ging nun nur noch über die sich schmale windende Straße berg ab. Es gab noch einen Wasserfall in der Ferne zu sehen sonst alles ziemlich trockenes Grün. Dann war ich nach einer Weile auf ca. 800 m runter und nach einem kleinen Ort, wo ich am Eingang meine Colapause gemacht hatte, wurde ich nun am Checkpoint zum Nationalpark gestoppt. Cycling not allowed to danger. Nun stand ich da.
Doch ich lies mir einen Jeep ordern. Ob es wirklich gefährlich war, keine Ahnung. Der Spaß kostete mich 1300 Rs. ca. 16 Euro. Es gab tatsächlich wilde Elefanten zusehen, dazu viele Affen und Rotwild aber einen Tiger habe ich nicht gesehen. Nach Bandipur durfte ich wieder zurück auf mein Rad und es ging immer noch leicht bergab Richtung Mysore. Da ich nun einen hügeligen Abschnitt von 25 km mit dem Jeep bewältigt hatte, trieb es mich noch über weitere 50 km durch die pralle Sonne. 20 km vor Mysore habe ich nochmal in ein Hotel eingecheckt, denn in Mysore wollte ich gerne relaxt um mir die richtige Unterkunft für mehrere Tage zu suchen. So sitze ich nun mal wieder in einer herunter gekommenen Spelunke beim Zielbier. Die Landschaft war auf den heutigen paar Kilometern so unterschiedlich, von Berglandschaft, Jungle, trockener Steppe bis hin zum heißen Highway. Toll! Auch auf meinem Ortsrundgang war es noch heiß, auf dem es aber nichts Besonderes zu sehen gab. Bin noch zu Nudeln aus dem Wok eingekehrt. 8Uhr im Bett.
Der nächste Tag lieferte einen totalen Overflow. Ich bin in Mysuru oder Mysore. Es waren nur 23 km die ich bereits um 7 Uhr ohne Frühstück in Angriff nahm. So war ich schon um halb 9 Uhr am Ziel und stand am Eingangsportal zum Maharaja Palsat, imposant. Hierfür ist die Stadt bekannt, doch am ersten Tag hatte sie viel mehr zu bieten. Doch zuerst stand die Unterkunftssuche an, wo ich mir 5 Hotels angeschaut habe von denen mir keins meinen Vorstellungen für 5 Nächte entsprach. Dann habe ich ein Hotel aus meinem Reiseführer angesteuert und nach herunterhandeln passte es. AC und ganz ordentliches Bad wo es meist dran hapert. Da habe ich mich erstmal rasiert und geduscht. Und schon ging es auf die erste große Besichtigungsrunde Richtung Bahnhof, wo es im MC-Donald einen MC Chicken gab. Kurze Ruhepause im Hotel, bevor es mit der senkrecht über mir stehenden Sonne auf die zweite Runde entlang des Palastes, der für morgen auf dem Programm steht, ging. Hier wurde ich dauernd von den Tuktuk Fahrern angesprochenvon, denen ich gute Infos bekam. So bin ich mit einem in die Altstadt gefahren. Eine Räuscherstäbchenproduktion besucht, wo die alte Frau auf dem Hocker neben der Treppe 6000 Stäbchen pro tag rollt. Von dort weiter über den Markt wo Gewürze, Kräuter, Gemüse und auch wieder Fleisch vom Hauklotz verkauft wurde. Danach ging es in die Citybar, wo es ein UB Export Premium gab, endlich mal nur 5%. Dabei habe ich mal wieder nette Inder kennengelernt. Der der Englisch konnte war Bankangestellter und ich bekam weitere Tipps to Visit. Dies habe ich gleich in Angriff genommen, dabei hatte ich schon so viele Eindrücke auf dem Weg zur Citybar. Mit den am Straßenrand aufgereihten Gemüsehändlern. Doch die weiteren Eindrücke waren die Meile der Ventilatoren Reparaturwerkstätten, immer wieder diese Kühe auf der Straße dir gemolken wurden, Gewürz und Getreide Mühlen Kinder, die mir nachliefen um einen Handschlag zu bekommen, die Minisägewerke und dann noch ein Highlight das ich durch einen Minischlupf zwischen zwei Häusern entdeckte. Ich hatte es durch viele Hammerschläge war genommen. Auf einem Hinterhof saßen an die 20-30 Männer und bearbeiteten Kupferkessel die über einem lodernden Schmiedefeuer erhitzt wurden und ich stand mitten drin. Danach gab es noch Leute die in ihren Häusern Schmuck fertigten. Als Abschluss noch ein Alter Kuhstall mitten in der 2 Millionen Stadt. Overflow.

Daher habe ich es am zweiten Tag etwas ruhiger angehen lassen und bin zuerst zur Kathedrale gelaufen, wo mich der Weg durch einen anderen Stadtteil führte. Es war eine 2 türmige Kirche mit großer Krypta durch die man die Kirche wieder verließ. Von hier bin ich wieder zurück zur Unterkunft und habe kurz mal ausgeruht bevor es zum feudalen Maharaja Palast, dem Wahrzeichen Mysore, ging. Der überraschende Eintrittspreis von unter einem Euro überraschte mich. Der Palast war riesig und beeindruckend und dies wurde innen durch große mit gold verzierte Säulenhallen getoppt. Kaum zu glauben wie damals die indischen Fürsten gelebt haben. Nach der Innenansicht mußte ich einmal, um den Palast herum um wieder die Front zu erlangen, so konnte ich die Ausmaße noch besser wahrnehmen. Nun habe ich noch einen der vielen 400 Jahre alten Tempel, die auf dem Gelände verteilt sind, angeschaut. Um ins Innere zu gelangen musste ich hinter Ganesha ein Opfer geben. Innen waren neben den Heiligenfiguren alte Wandgemälde zu bestaunen. Nach schweißtreibender Angelegenheit und etwas Bauchgrummeln, was wohl auf anstehenden Durchfall hindeutet, bin ich wider ins Hotel. Nachdem ich alles abgelassen hatte, habe ich noch den Devaraja Markt besucht. Hier gabs außer den üblichen Waren frischen Blumenschmuck für die Tempel, Haustempel oder auch zum schmücken von Tuktuks oder anderen Autos. Sie wurden hier an Ort und Stelle zu Girlanden geflochten. Hier gab es auch die bunten Farbpulver für zum Beispiel die Verzierungen auf die Stirn aufzubringen, genauso wie Räucherstäbchen und Öle. So war schon wieder ein ausgefüllter Tag zu Ende. Da es am nächsten Morgen mal wieder Internet gab, konnte ich mal die Homepage aktualisieren, Bilder hochladen und tippen. Ernährt habe ich mich dann heute mal vorsichtig und habe mir im Supermarkt, die es hier auch gibt, aber selten, 5 Minuten Terrinen geholt und sonst nicht viel gemacht. Morgen am letzten Tag möchte ich zum Chamudi Hill, wo die Schutzgöttin gleichen Namens von Mysore beheimatet ist. Da ich geschaut habe das es nur ca. 6 km sind, werde ich es vielleicht Zu Fuß machen.
Die ganzen Eindrücke sind einfach so schwer in Worte zu fassen und man könnte soviel mehr berichten, wie das in der Irwin Road gerade die Häuser halb abgerissen werden, um die Straße zu verbreitern oder von den Straßenhändlern die Klamotten, Schuhe oder auf eine Etage hoch gestapelte Koffer verkaufen oder wie gerade in die mir im Blick liegende total schmuddelige Küche in der Citybar.
Am Morgen bin ich gleich gegen 8 Uhr ja natürlich zu Fuß zum Chamudi Hill gestartet und sitze nun auf 1024 m neben dem Tempel. Der Weg führte über 1001 Stufe hinauf und ich war nass geschwitzt. Um den Chamudi Tempel zu betreten habe ich den 30 Rupie teuren schnell Eingang gewählt um nicht in der langen Schlange warten zu müssen. Überall saßen kleine Gruppen bei Zeremonien oder huldigten den Heiligen. Im Innersten war die Schutzheilige zu sehen. Hier wurde wieder mit der Hand über die Öllampe gestrichen und sich ins Gesicht gefasst. Nun werde ich nach der Pause im Schatten wieder die 1001 Stufe hinabsteigen und noch mal die Ausblicke auf Mysore bestaunen und an der mit Blumengirlanden geschmückten Staue des Nandi Bullen vorbeikommen. Auf halbem Weg bin ich in der Mysore Mall zum Essen nochmal im MC-Donald gewesen, denn so ganz stimmt es mit dem Bauchgrummeln immer noch nicht. Doch ich fühle mich nicht schlecht, also keine Sorge. Jetzt noch mal Hotel relaxen auch wenn es gerade irgendwo hämmert und noch eine Abendrunde und Morgen geht es weiter nach Norden.


Vom 30.März 2019 - 07.April 2019 Tag 20 - Tag 27
Etappe Mysore-Kudle Beach 517 km

Datum km Schnitt max km/h Höhenmeter Zielort
30.3.2019 118,60 16,42 46 863 Hassan
31.3.2019 49,99 15,71 42 320 Belur
1.4.2019 125,80 16,78 42 953 Shimoga
2.4.2019 73,54 17,74 46 640 Sagar
3.4.2019 113,54 16,47 45 1361 Kumta
4.4.2019 35,78 15,12 47 377 Kudle Beach

Ich sitze nach 9 Stunden harter Arbeit auf dem Rad bei, na was schon, dem Zielbier mit Blick auf den Pool meiner Nobelunterkunft in Hassan. Habe heute echt 118 km abgerissen. Bereits um 6:14 Uhr saß ich auf dem Fahrrad und konnte mit wenig Verkehr und noch kühlen Temperaturen Mysore verlassen. Ich war gut gelaunt und freute mich auf den Tag. Nach 15 km bin ich auf eine kleine aber neue Nebenstraße abgebogen. Sie führte mich zum Krishnaraja Sagar See. Doch bald war die Ausbaustrecke nur noch eine Staubpiste, somit mein ersten Offroad Erlebnis in Indien. Zum ersten Mal war es auch weniger besiedelt. Nur noch kleinere Bauerndörfer doch auch hier gab es Shops zum Cola trinken, nur war ich in diesen Dörfern noch interessanter. Auf dem See spiegelten sich 2 Fischerboote im stillen Wasser. Es gab viele Reisfelder, die auch grün waren, sie wurden über knatternde Pumpen am See bewässert. Der Pegel des Sees war schon recht niedrig. Meinen nächsten Stop hatte ich nach 37 km in einer wieder größeren Stadt und hatte auch wieder eine bessere Straße und nur wenig mehr Verkehr. Es waren hier auch viele Ochsenkarren unterwegs, am Straßenrand war ab und an mal eine Ziegelbrennerei zu sehen, die viele Bauernhäuser waren meist noch aus Lehm.
An einem Polizeiposten wurde ich mal wieder angehalten und zur Rast und zum Erzählen aufgefordert. Doch das wichtigste war fotografieren, ich wurde sogar aufgefordert selbst ein Bild von ihnen zu machen.
Um 11:30 Uhr hatte ich mein geplantes Tagesziel erreicht doch, wie immer musste der Schreiber ja wieder weiter radeln und bis Hassan waren es ja nur noch 32 km. Eigentlich kein Problem, doch die Straße war gerade Baustelle und wurde ausgebaut und so war ich froh immer mal wieder alten Asphalt nutzen zu können oder ab und an mal einen fertigen Abschnitt. Doch restliche Staubpiste wurde auch mal zur Schlammpiste, wenn sie in den Orten mit Wasser begossen wurde, um den Staub einzudämmen.
In den Dörfern holten die Frauen noch das Wasser in Krügen von den Wasserbehältern an der Straße und wurde dort auch gleich die Wäsche gewaschen und über einen Stein geschrubbt. Auch die Landschaft war abwechslungsreich. Plötzlich tauchten Berge, auf die aussahen, als wären riesigen Kieselsteine aufgeschüttet. Manche waren auch als Behausung ausgehöhlt.
Doch als mein Thermometer wieder 42 Grad anzeigte und es 20 km vor dem Ziel keinen Schatten gab, war es mal wieder so eine Grenzerfahrung. Doch ich konnte, trotz der immer noch Baustelle, mich an eine kleine Verkaufsbude retten und es gab ein wenig Schatten, der gerade nur für mich reichte. Es gab eine kalte Cola. Nach weiteren 10 km und dazu 3 mal Durchschnaufen unter den wenig schattenspendenden Bäumen und ich war tatsächlich in Hassan. Dort habe ich in einen sehr sauren Apfel gebissen denn ich wollte eine Unterkunft zum Relaxen und habe 50 Euro bezahlt, doch das Zimmer Top und auch die Dusche war mal picobello und eine schöne Bar am Pool. Hier gab es zum Kingfisher ein Ei mit Zwiebel. Morgen geht es nach Halebid und Belur 2 POI (Point of Interesst). Aber diese Etappe wie heute macht das Reiseradeln aus. Das sieht und erlebt man nur auf dem Rad.
Ich konnte mich trotz meiner Müdigkeit noch zu einem Stadtrundgang aufraffen. Das war gut so, denn Hassan war nicht so langweilig wie im Reiseführer beschrieben. Ich habe wieder viel gesehen in den Straßen und Gassen. Danach gab es in der Poolbar erst Pommes und dann Spagetti zum Kalorien auftanken. Am Pool war ein Barbecue junger Leute.
Am Morgen bin ich um 6:14 Uhr aus der Nobelherberge zum 30 km entfernten Doppeltempel aus der Hoysala Dynastie gestartet. Die Strecke durch hüglige Bauernlandschaft auf Höhen zwischen 800 und 1000 Metern. Am Tempel in Halebid angekommen, musste ich erst einmal schauen, was ich mit meinem voll bepackten Rad mache. Aber gleich am Eingang war ein Parkplatz mit Aufpassmänchen. Es ist immer ein ungutes Gefühl, wenn ich mein Rad aus den Händen geben muss. Doch hier war es mal wieder kein Problem und ich konnte mir den Tempel in Ruhe besichtigen. Die beiden Tempel aus dem 12. Jh. waren durch die Säulenhalle miteinander verbunden. Die mächtigen schwarzen Steinsäulen hatten teils sehr feine Reliefs. Vor den beiden Eingängen war jeweils noch eine offene Halle mit einem großen Nandu Bulle, das Reittier Shivas. Die Außenfassade war noch feiner mit Ornamenten um die Figur Bilder geschmückt. Sie ist fast 8 Meter hoch. Es war schön beim umschreiten des Tempels anzuschauen.
Nun ging es von Halebid noch mal kräftig bergan auf wieder 1025 m. Doch nach Belur waren es nur noch 16 km, wo der Nächte Tempel aus dieser Zeit auf dem Programm steht. Nach 2 Stopps hatte ich ihn erreicht und habe mir um 11 Uhr schon eine Bleibe gesucht und auch gefunden und dies Mal wieder normal preisig. Der Tempel war schon in Sicht, diesmal mit dem für Hindutempel tzpischen Eingangsportal. Vom Baustiel war genau so wie der in Halebid, doch hier war es ein Haupttempel um den die mehrere kleine gruppierten. Was ich bei den beiden Besichtigungen vermisst habe waren nicht indische Besucher bzw. europäische Reisegruppen. Ich bin immer der einzige Ausländer. Neben dem Tempel stand ein gewaltiger hölzerner Tempelwagen der während des 12 tägigen Car-Festivals zum Einsatz kommt.
Nach der Besichtigung habe ich dann doch mal mein Ritzel gewechselt, um für die Berge die morgen kommen gerüstet zu sein, das hieß auch Kette kürzen. Gegessen habe ich gebratene Nudeln, auch wenn ich gesagt hatte no spicy waren sie doch scharf. Nun sitze ich beim Zielbier, diesmal in einer etwas schöneren local Bar mit Blick auf die Straße und bin schon gespannt, was morgen kommt. Habe noch einen Belurrundgang gestartet und den Markt gefunden. Fotografieren lassen sie sich alle gerne, aber ich frage immer vorher. So war ich gleich wieder im Gespräch mit allen Händlern rund um. Ich liebe das. Noch einen Absacker und Ausruhen für Morgen.
Der neue Tag hatte es mal wieder in sich. Anstrengung! Landschaft, Kontakte, Erlebnisse. Im Dunkeln ich schon auf dem Rad, der Tempel war angestrahlt und für mich ging es aus dem kleinen Belur hinaus Richtung Chikmagalur, 30 km. Bald stand schon der rote Sonnenball über den Feldern der Bauern, es folgte mal wieder ein See und trockene Reisfelder. In Chikmagalur habe ich Wasser und Kekse gebunkert als Notration, denn ich wusste nicht war mich auf den nächsten 55 km nach Tarikere erwartet, ich wusste nur, es wird bergig. Dabei hatte ich 3 Anstiege zu bewältigen, doch waren sie mit dem neuen Ritzel erträglicher, auch die Verpflegungsmöglichkeiten waren besser als gedacht. An der Strecke die am Fuße der hier wieder höheren Westgaths vorbeiführte, lagen viele Homestays. Der höchste Gipfel hier war Mullayangiri mit 1918 m der auf einem imposanten Bergkamm die höchste Erhebung markierte. Die Landschaft war echt toll, auch wenn die Anstiege schweißtreibend waren. Nach dem letzten Anstieg gab es noch mal ein Kaltgetränk, bevor es auf die Abfahrt ging. Dies kostete in der kleinen Glasflasche 10 Rupie und ich musste mit einem 200ter Schein bezahlen und gab ihn der alten Frau hinter dem Tresen. Sie konnte sogar rausgeben, obwohl schon jemand anderes für mich bezahlen wollte. Doch nach kurzer Zeit sagte die Frau, das sie die 200 nicht bekommen habe, nach langem hin und her habe ich nochmal die 200 bezahlt, sind ja nur ca. 2,5 Euro. Doch den schlechten Gedanken habe ich mir auf die Abfahrt genommen.
Einige Kurven später näherte sich ein Motorrad von hinten, welches auch an dem Shop gerastet hatte und entschuldigte sich für die Frau und hab mir die 200 Rupie mit den Worten: Der erste Schein ist der Frau unter den Tisch gefallen. Wenig später kam ein zweiter Gast und fragte ob ich das Geld bekommen hätte und entschuldigte sich auch nochmal. Die meisten Menschen sind doch ehrlich und ich hatte schon die Gedanken, abgezockt geworden zu sein. Nun konnte ich die Abfahr weiter mit guten Gedanken in Angriff nehmen und konnte sehen das ich wieder weit hochgeklettert war, den der Blick ging weit hinunter. Ich konnte den Straßenverlauf schon sehen, der mich nach Tarkere führte. Hier habe ich an der Ecke, wo die kleinen Nebenstraße auf den National Highway trifft gerastet. Hier gabs eine Strite, die hier mehr verbreitet ist als Cola.
Auf dem weiteren Weg bin ich an kleinen rauchenden Zuckerfabriken, die man schon von weitem reichen konnte vorbeigekommen. Immer wieder wurde Vieh über den NH getrieben. Mein nächster Sprit bzw. 7up war diesmal an einem Shop umringt von Schulkindern und hier hatte ich mich schon fürs 20 km entfernte Ziel Shimoga entschieden. Es ging wieder leicht bergan bis zum Ziel.
Hier habe ich mich wieder für eine gute Herberge entschieden, die ich aber runterhandeln konnte auf 35 €, im Vergleich gabs neben an eine heruntergekommene für 21 €, so habe ich mich nach 125 km für die gute Variante entschieden und auch das Zeilbier war heute wirklich verdient in der noch leeren Hotelbar. Auf dem Rundgang war ich in einem Spar Hypermarkt in einer Mall. Nun sitze ich nach einem obligatorischen Besuch einer Local Bar bei Penne im Hotelrestaurant und überlege, ob ich morgen mein Tagesziel Sagar ansteuern soll oder bis zu den 100 km entfernten Jog Falls durchziehen soll.
Nun sitze ich am Morgen um 9:30 Uhr in Anandapuram bei einer Spritepause an einem Cafe und habe schon leicht hüglige 50 km hinter mir. Habe beschlossen in Sagar Schluss zu machen und den Tag mal etwas relaxen.
Nach weiteren Pausen habe ich in dem Hotel eingecheckt, welches sich mir unterwegs auf Werbeschildern präsentierte und ich konnte wieder den Preis runter handeln. Der Weg war geschmeidig, doch waren es über 600 Höhenmetern auf den 75 km. Zusehen waren wieder viele Kühe auf der Straße und auch Ochsenkarren, von denen ich mal einen auf Film festgehalten habe. Wie gesagt habe ich im gut runtergehandelten Hotel eingecheckt und erstmal relaxt und bin bei Sonnenhöchststand ins 1,5 km entfernte Stadtzentrum gelaufen. Sie war für Ihre Größe noch recht ursprünglich mit vielen alten Häusern, wo auf dem Dach schon Gras sprießte. In der Mitte stand ein Hindutempel in Form einer Pyramide. In einer Nebengasse Richtung Bahnhof konnte ich mein Zielbier an einem Verkaufsstand erwerben und im nebenan liegenden Hotel trinken. Hotel bedeutet in Indien nicht unbedingt, das es auch Zimmer gibt sondern das es ein Restaurant ist. So habe ich die erste Zeit immer gedacht das es unzählige Übernachtungsmöglichkeiten gibt, da an jedem Restaurant das Schild Hotel prangte. Hier ist mehr auf die Schilder Lodge oder Rooms availeble zu achten. Nun bin ich gespannt was mich auf dem weiteren Rundgang erwartet. Doch bevor es los ging, kam eine Kuh durchs Restaurant stolziert und alle Hindus berührten sie. Da bin ich doch noch zum Reis Essen geblieben, mal schauen, ob ich wieder Flitzekacke bekommen. Der Reis war lecker und nicht zu scharf. Ich habe die Küche und Toilette auf Bild festgehalten. Übrigens ist die Kuh nachher auf dem gleichen Weg wieder raus wie rein. Dann bin ich endlich doch noch auf eine großen Spaziergang durch Sagar aufgebrochen, um immer mehr indische Eindrücke aufzusaugen. Danach ab ins Hotel zum wohl verdienten Schlaf.
Nun sitze ich schon nach beeindruckenden 113 km, die recht hart waren in einem Restaurant in Kumta und atme wieder Meeresluft. Denn ich bin zurück am Meer, welches ich aber erst morgen wiedersehe. Das erste Highlight dieses Tages waren die Jog Falls, die mit 290 Metern höchsten Indiens. Auch, wenn es wenig Wasser gab, war die Schlucht in die sie stürzten beeindruckend. Leider musste ich die Bilder gegen die Sonne machen, schade. So bin ich weiter geradelt und die Straße führte ständig auf und ab, ist wohl in Indien üblich. Auch auf der Nebenstraße, die ich kurz später einschlug war es so, immer um die 500 Meter hoch. Dafür war der weg recht schattig in den Wäldern und es gab sehr wenig Verkehr zwischen den kleinen, ca. 20km auseinander liegenden Dörfern. Hier habe ich immer Flüssigkeit getankt. Mittlerweile auch die einheimische Sprite, die wesentlich günstiger ist. Hier auf der Strecke wurde wohl auch noch nie ein Reiseradler gesehen.
Dann hatte ich nach dem auf und ab endlich die Abfahrt von 500 auf 20 Meter erreicht. Die recht schlechte Straße schlängelte sich durch dichten Jungel in die Tiefe. Viele Vögel waren zu sehen, von Greifvögeln bis Papageien war alles dabei. Auch wieder viele Affen, die sehr scheu waren, doch konnte ich sie auf Bild festhalten. Nun war ich unten und es war wieder mehr als Warm und so nutzte ich jeden schattigen Platz. Ich bin ab und an rechts gefahren, um den dortigen Schatten zu nutzen oder habe links an den Schatten spendenden Bäumen durch geschnauft. Dabei habe ich einmal gleich neben mir eine kleine Schmiede unter einem Zelt entdeckt mit altem schönem Blasebalg der das Feuer anfachte. Hier schwang der Sohn den Hammer, während der Vater das Schmiedestück auf dem Amboss führte. Weiter war der Weg wieder recht hügelig und dazu kam das ich mich für die Variante nach Kumta entschieden hatte die gerade neu gemacht wurde. So musste ich mit meinen bereits müden Beinen durch tiefen losen Schotter. Als ich an einer Stelle Wasser aus einer Rohrleitung spritzen sah, war das genau die richtige Abkühlung. Danach hatte ich bald wieder Asphalt unter dem Rad. Doch langsam erschöpft, musste ich 9 km vor dem Ziel noch einen Stopp einlegen. Ich landete bei einer alten zahnlosen Frau, der ich nur mit Handzeichen klar machen konnte was ich wollte, so gab es 4 x200 ml einheimische Sprite für zusammen 40 Rupie gleich 50 Cent. Dann habe ich das am Stadtrand liegende Hotel aus meinem Navi angesteuert und konnte mein Bike mal wieder nur Outdoor parken wie bisher fast immer. Komisches Gefühl aber ich glaube, das kommt aus Deutschland, da wäre es bestimmt schon lange weggewesen. Nun sitze ich immer noch im Hotel Varad nach einer Portion Fried Rice und einem Bierchen und ich will gleich mal schauen, wo ich morgen mein Ziel setze. Hier wurde gerade das Restaurant gesäubert. Zuerst eine Sarri Dame mit riesigem Reisigbesen für den groben Dreck, es folgte eine mit Schaumwasser und Schwamm und zum Schluss eine mit Handflitsche und einer Kehrschaufel, mit der sie das Schmutzwasser in einen Eimer schaufelte. Immer gibt es interesanntes zu schauen. Gut geschlafen.
Nun sitze ich glücklich am Kudle Beach nach kurzen aber wieder harten 35 km und noch vor einer Stunde dachte ich alle Mühe umsonst.

Am Morgen ging es gleich nach 4 km mit einer kleinen Fähre über einen breiten Fluss. Danach hatte mich der Highway wieder, der auch hier im Ausbau auf 4 Spuren ist. Hier hatte ich dann die eine Seite für mich alleine, den sie war noch nicht für den Verkehr freigegeben und hatte so entspanntes radeln. Den Highway habe ich Richtung einer kleinen Halbinsel verlassen, wo ich mich teil über Offroad Wege auf 115 Meter hoch gekämpft habe und ich hatte gleich ein Hotel am Strand im Auge. Der Ausblick von der Höhe auf Kudle Beach und Om Beach versprach Ruhgetage. Mein Navi sagte mir noch 500 m doch, dann gab es nur eine Treppe hinunter und die Träger die Flaschenkisten die Treppe hoch und runter schleppten, zeigten das es wohl keine Zufahrt gibt. Mit meinem 55 kg Rad gab es keine Chance. Enttäuschung machte sich breit, doch keine Ruhe? So habe ich mein Navi zum Ort Gokarn eingestellt und habe mich über die 115 m wieder zurückgekämpft. Enttäuscht! Überall nur Treppen hinunter. Doch dann an der letzten Treppe das nicht mehr erwartet Schild White Elefant Restaurant und Cottages. Ich gleich hinangeschaut und ein eigenes Häuschen für 12 Euro über der Kudle Beach mit schönem Restaurant mit Ausblick. Doch endlich mal Ruhetage am Meer um auch alles bis jetzt erlebte zu verarbeiten. Der Strand war fast Menschen leer, den hier ist die Saison von August bis November.
Bin, nachdem mein Häuschen nochmal komplett gereinigt wurde und ich es beziehen konnte endlich die Treppen runter zum Strand und genieße nun mein Zeilbier, hier illegal in einem Cafe mit Blich auf die Brandung und die Enttäuschung ist der Freude gewichen.
Hier sehe ich nun auch die ersten nicht indischen Touristen nach Cochin.
Nach dem illegalen, teurem, lauwarmen Bier, bin ich die Treppe am anderen Ende der Kudle Beach wieder hinauf, an dessen Ende ich ja bereits mit meinem Rad war und sich meine Entäuschung breit machte. Doch nun war alles gut und ich bin hinunter zum Om Beach. Er war mit einigen Felsen in der Brandung versehen. Hier gab es das Namaste Cafe, wo ich nach 30 minütigem Strandrundgang zum Essen eingekehrt bin. Nach Spagetti bin ich Richtung Gokarn Dorf aufgebrochen, vorbei an den Tuktuks die 150 Rupie für die Fahrt haben wollten, dies habe ich ignoriert. Nach ein paar Metern kam eins hinterher und es kostete nur noch 120, so habe ich es doch genutzt für die 4 km. Er setzte mich im Zentrum in der Car Road ab wo der große mit kleinen Fahnen geschmückte Hindukarren steht. Bin dann zum Om Hotel mit Bar. Hier habe ich den Abend ausklingen lassen. Hier habe ich einen Stuttgarter, einen Russen, Tschechen und Armenier kennengelernt. Zufuß bin ich die 2 km nach Hause gelaufen. Hier gabs nochmal Garlic Cheese Naan und Banana Lassi.
Die Nacht war diesmal etwas wärmer, den meine Haus besitzt nur einen Ventilator aber ich habe geschlafen.
Zum Sonnenaufgang saß ich bereits auf meiner Terrasse und bin danach ins Restaurant welches sich noch im Tiefschlaf befand. So habe ich angefangen Bericht zu tippen und habe gewartet bis ich mein Frühstück wählen konnte. Es gab Rührei Ananassaft und Kaffee und habe gleich um eine Nacht verlängert. Nach einer kalten Dusche bin ich auf Küstenwanderung zum Sri Rama Tempel am Meer. Über Lavagestein erreichte ich die steil abfallende Klippe die zwischen dem Kudle Beach und dem Hauptstrand von Gokarn liegt. Die Landschaft erinnerte mich an die green Coast of Wales. Habe hier kurz auf der Klippe gesessen und später auf den Hauptstrand geschaut. Hier waren gerade mehrere Dutzend Fischerboote von Ihrer Ausfahrt zurück und sortierten ihre Netze. Es wimmelte nur so von Fischern. Anschließend habe ich das Zentrum der Pilgerstadt umrundet und bin wieder mal kurz in der Om Bar gewesen, hier waren schon einige gut angetrunken, die meisten genießen den Whisky und Rum aus kleinen 90 ml oder 180 ml Tetrapaks und strecken es mit Wasser. Einer wurde gerade von vier anderen hinausgetragen und auf der anderen Straßenseite im Schatten abgelegt. Ein anderer lag im Leergut Haufen im Raum neben an. Nach diesem Schauspiel bin ich wieder entlang des Hauptstrandes über die Treppe am Sri Rama Tempel zurück zur Unterkunft zum Essen und Skypen. Danach ging es zum nahe gelegenen Shiva Cave, der nur durch mein Navi in den Lavafeldern zu finden war. Unscheinbar war der Eingang zur Höhle an dessen Ende ein Priester vor einer Shivafigur saß. Er bad mich Platz zu nehmen und wir konnten uns auf Englisch unterhalten. Wir kamen in der Glaubensfrage über ein das alle Religionen an dasselbe glauben nur auf unterschiedliche Weise. Er war von meiner Reise begeistert und ich von seinem Leben in der Höhle. Nach diesem Erlebnis ging es zum Abend Bier, wo ich den Stuttgarter wieder traf. Auf dem Rückweg bin ich noch in den wichtigsten Tempel der Pilgerstadt, wo ich aber nicht das Innere betreten durfte nur einen tiefen Blick hinein werfen konnte. Den zweiten erlaubte man mir zu betreten. Zum Sonnenuntergang war ich nochmal am Kudle Beach, wo Cricket und Volleyball gespielt wurde. Zu Abschluß des Tages habe ich noch Galic Naan und Tomatensuppe gegessen.
Den nächsten Tag habe ich bis Mittags Bericht getippt, dabei gefrühstückt. Den Rest des Tages verbringe ich nochmal mit einem Spaziergang zum Strand und ins Dorf. Morgen geht’s weiter nach Goa.

Das dachte ich aber auch nur denn ich bin noch 2 weitere Nächte geblieben und die Zeit mit Spazierengehen, Essen und nichts tun verbracht. Hat mal gut getan.
Na ja am letzten Tag nicht ganz, nach dem Frühstück mit Tomatenkäsetoast und Beilage Salat und Pommes bin ich noch auf eine große Beachwanderung gegangen. Ich habe mein Navi auf den Paradies Beach eingestellt und es ging 4 km über staubige Waldwege. Nach 3,5 km endete der Weg an einem Tor Privat take right Path. Es war ein abenteuerlicher Trampelpfad, doch er brachte mich an den kleinen Stand der von steilen Felsen umgeben war, einige praktizierten hier Yoga auf den Plateaus. Einer begegnete mir schon vorher im Wald mit ISO-Matte und Schlafsack und fragte mich, ob er auf dem richtigen Weg zum Om Beach sei, ich konnte es bejaen, da ich mich hier schon auskannte. Mein weiteres Ziel war der Moon Beach. Über einen weiteren abenteuerlichen Weg mit nötigen Klettereinlagen in traumhafter Landschaft. Manches erlebt man dann doch nur zu Fuß. Nach 300 schweren Metern hatte ich den Moon Beach erreicht an dem es auch Restaurants mit Strohhütten gab. Für mich gab es ein Kaltgetränk, bevor es weiter über den Pfad zum Om Beach ging. Manchmal landete ich auch in einer Sackgasse, da der Verlauf nicht immer klar zu erkennen war. Dann war der Om Beach in Sicht den ich schon von der anderen Seite erreicht hatte. Nun hieß es Schuhe aus und durchs Wasser stapfen. Es spritzte mir durch die starken Wellen oft bis zur Hose, für Nichtschwimmer ungeeignet. Nun noch rüber zu meinem Heimatstrand der Kudle Beach und ich hatte alle Strände Gokarn besucht. Es war eine tolle anstrengende Runde und alles war nass geschwitzt, so bin ich schnell unter meine kalte Dusche und habe Mama angerufen, das passte da es in Deutschland 8:30 Uhr war. Danach zum Abschluss in die Om Bar mit dem Stuttgarter. Anschließend im Heimrestaurant bei Penne Chicken Bolognese und Bananen Lassi ausruhen. Hier habe ich noch ein indisches Pärchen aus Bangalore kennengelernt, wo er nächstes Jahr nach Deutschland kommt. Nach ein bisschen Tracy Chapman Musik im Restaurant habe ich mich von allen verabschiedet denn es soll morgen um spätestens 6 Uhr losgehen.

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