Berichte Aurangabad-Jodhpur
Vom 30. April 2019 – 27. Mai 2019; 28 Tage; 1.434 km; 4.263 Höhenmeter
Gesamt Teil 5: 77 Tage; 3.825 km; Höhenmeter: 18.836 m; Gesamte Traumradreise 2014-2019: 61.648 km
Autor: Michael Schreiber
#Vom 30.April 2019 - 09.Mai 2019 Tag 50 - Tag 59

#Vom 10.Mai 2019 - 15.Mai 2019 Tag 60 - Tag 65
#Vom 16.Mai 2019 - 21.Mai 2019 Tag 66 - Tag 71

#Vom 22.Mai 2019 - 26.Mai 2019 Tag 72 - Tag 76


Vom 30.April 2019 - 09.Mai 2019 Tag 50 - Tag 59
Etappe Aurangabad-Indore 505 km
Am Morgen, nachdem ich schon um 21 Uhr im Bett, konnte ich mich gut ausschlafen für mal wieder aufs Rad zu steigen. Nachdem ich mein ganzes Gepäck in den Aufzug verfrachtet hatte und die Rezeption zum Auschecken erreicht hatte, sah ich, das auch bereits die 2 Bus strake Japanische Reisegruppe beim Frühstück saß, so bekam ich auch noch Kaffee, Saft und 4 vegetarische Käse-Salat Toast. Danach konnte ich Aurangabad im Dunkeln und ohne Verkehr verlassen und mich erwartete genau die Strecke, wie sie mir beschrieben wurde. 100 km Baustelle. Mal ging es gerade noch, mal schlecht, mal noch schlechter. Doch am übelsten war der Staub, kaum konnte ich noch die Straße sehen, beziehungsweise was davon noch übrig war. Doch bei den Stopps wurde man wieder aufgebaut und die benötigte Kraft kam durch die Zuckerhaltigen Sprite zurück. Das Beste war das ich dabei mein Gesicht waschen konnte und meine Brille von Staub befreien konnte. Doch kurz nach Weiterfahrt war die Brille und Gesicht wieder zu gestaubt.
Nach 95 km erreichte ich die kleine Stadt Ajanta mit ihrer Stadtmauer. Über eine Brücke, zu desen Fuß Frauen Wäsche am Waschen waren und durch ein Stadttor bin ich ins dörfliche Zentrum geradelt. Über einen kleinen Trampelpfad bin ich wieder zurück zum Highway. Nun noch 8 km bis Fatarpur, wo es Unterkünfte gibt. Durch eine Schlucht ging es über einige Serpentinen 200 Meter nach unten vorbei am Eingang zu den Ajanta Caves. Ich habe das MTDC Resort angesteuert, auch nicht gerade billig aber ok, denn ich will für 2 Nächte bleiben, um morgen die Caves zu besichtigen. Ich durfte allerdings von 12 bis 14 Uhr meinen Bungalow nur durch den Hinterausgang verlassen, da das Restaurant an VIP-Gäste vermietet war. So bin ich nach einer wenig Wasser führenden Dusche durch den kleinen Ort zum anderen Ende gelaufen, wo ich mein Zielbier fand. Es war das erste Open-Air Bier der Tour mit Blick auf die Berge der Höhlentempel.
Da morgen erster Mai ist und wie auch bei uns Tag der Arbeit und Feiertag, habe ich mir noch ein Bier mitgenommen. Bier gibt es am Feiertag nicht. Ich konnte es in meinem Kühlschrank auf dem Zimmer kalt stellen.
Zurück in der Unterkunft war keiner an der Rezeption, keiner im Restaurant, welches eigentlich Continental Dinner versprach, was es aber nicht gab, habe ich mich erst mal beschwert, dass ich nicht die Leitung bekam die ich bezahlte. So kam wenigstens bald der Roomservice und tauschte den Duschkopf aus und reparierte die Toilettenspülung. Doch zum Essen bin ich nochmal in das kleine Fatarpur durch den Ortskern und bin zu Tomatensuppe und Reis eingekehrt.
Danach hatte ich eine gute Nacht nur ab und an hörte ich einen LKW den Berg hoch schnaufen.
Nun sitze ich in einem im Wind klappernten Pavilion auf einem Plateau gegenüber den Höhlentempel von Ajanta und lasse die Eindrücke der Besichtigung auf mich wirken. Die 26 Tempel in der steilen Felswand am Ende der Schlucht des Waghur River sind 200 Jahre v.Ch. Entstanden, also sind sie 800 Jahre älter als die in Ellora. Und im Gegensatz zu den in Ellora besaßen sie farbenreiche Wand- und Deckengemälde. In den langgezogenen mit hohen Rundgewölbe standen Stupas und im letzten dieser war ein Wandrelief ein liegender Buddha. Auch diese UNESCO Welterbe war wieder anders als alles zuvor gesehene und es lag mal wieder in traumhafter Landschaft. Habe auch diese Stätte von meiner Unterkunft aus zu Fuß besucht und muss nun die 5 km wieder zurücklaufen, aber dafür war ich am Morgen der erste und es war noch kein Tourist vor Ort, die mit Shuttlebussen angekarrt werden. Somit hatte ich die Tempel für mich und konnte sie in aller Stille genießen. Nun sehe und höre ich wie die Leute in die Tempel strömen und am Nachmittag sollen es noch mehr werden, wenn die Touristenbusse aus Ellora eintreffen.
Auf dem Rückweg bin ich noch auf dem Balkon des MTDC Ajanta Restaurant an den Caves eingekehrt und der Manager erlaubte mir am Feiertag ein Bier zu trinken, was eigentlich streng verboten ist. Ich habe es auch nach jedem Schluck hinter einem Stapel alter Kanister, auf denen eine Klimaanlage stand, versteckt. Es war schön hier zu relaxen und sich mit dem Personal zu unterhalten. Die Reinigungskraft habe ich nach dem Gehalt gefragt: 4000 Rupie gleich 50 Euro im Monat. Das ist wirklich nicht viel, auch wenn man noch 1 kg Reis vom Staat dazu bekommt.
Habe mich nun wieder auf den Rückweg gemacht und zu meiner neuen Lieblingsspeise Tomatensuppe mit Reis eingekehrt, die ist 100 % unscharf. Nach Mittagsschlaf habe ich wieder meine Deutschlandfahne am Rad gehisst, die ich an einem Checkpoint in Kerala zu einem Nationalpark abnehmen musste, weil das angeblich in Indien nicht erlaubt ist. Mal schauen, wann ich sie wieder einpacken muss. Danach habe ich mir nochmal das Dorftreiben in Fatarpur. Der Kern des Dorfs wird von einer eine Mauer mit 2 Toren geprägt, darin eine kleine Moschee und entlang der Mauer Baracken als Behausung der ganz Armen. Es war auch wieder ein Wasser-LKW eingetroffen und die Frauen holten meist das Wasser in 2 Krügen auf dem Kopf nach Hause. Es gab auch wieder viele Hellos aus jeder Tür, die ich aber nicht alle erwidern wollte. Manchmal ist es zu viel auch, wie die drei Jungs, die mir ins Restaurant folgten, um ein Selfie zu machen, während du gerade Essen auswählen willst. Nach dem Essen bin ich zurück in die Unterkunft und habe auf der Veranda meines Häuschens mein kaltgestelltes Bier getrunken. Heute habe ich auch meinen Südindien Reiseführer gegen den Nord ausgetauscht, da ich heute die letzte Sehenswürdigkeit besucht habe, die in dem Südreiseführer beschrieben war. Meine Landkarte reicht noch für 3 Tage bis Mandu, dann muss ich sie auch austauschen. Wie schnell alles vorbeifliegt. Auch mein erstes Tagebuch hat nur noch wenige freie Seiten.
Die Nacht war gut und ich war um kurz vor 5 Uhr auf dem Rad und sitze nach 108 km in Chopda in einem Restaurant-Bar, irgendwie erschöpft. Vielleicht starte ich doch zu früh? Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Zu Anfang war weiter Baustelle, doch dann konnte ich auf der alten Straße dahin rollen mit ein paar kleinen Anstiegen und es ging nach Jalgaon, welches ich durchquerte und wo ich im Zentrum einen Stopp bei 4x200ml Fläschchen einheimischer Sprite eingelegt habe. Von den mich umringenden Leuten wurde ich auf eine Umleitung geschickt wegen einer Baustelle in der Stadt, von der ich aber nach 3 km Umweg nichts gesehen habe als ich wieder auf der richtigen Strecke war. Die kleine Straße war mal Baustellen frei. Bevor ich mal wieder einen Rhein großen, ausgetrockneten Fluss überquerte habe ich eine schöne Pause an einer knatternden und klingelnden Zuckerrohrsaftpresse gehabt, denn ich konnte rücklings auf einer Bank relaxen. Ob der Rhein im German Summer auch bald so ausschaut wie der Fluss hier? Nach der Überquerung durfte ich dank meines Navi mal wieder abgelegene indische Dörfer und Siedlungen erleben, wo die Kinder aber auch Erwachsene ihr kleines und großes Geschäft kurz vor Ortseingang am Straßenrand erledigten. Das Dorfleben schien intakt, die alten Männer in weißer Kleidung saßen in der Ortsmitte zusammen beim Tee. Auf dem Weg gab es auch kleine Schiebepassagen durch kleine ebenfalls ausgetrocknete Bachtäler. Auch von einem Motorrad vor mir mussten alle absteigen und der Fahrer konnte nur alleine hochfahren, oben stiegen alle wieder auf und es konnte weiter gehen, genau wie für mich. Durch vertrocknete Bananenfelder und Maisfelder die gerade abgeerntet wurden, natürlich von Hand.Tolle 30 km, auch wenn es auch hier zum Schluss wieder Baustelle gab. Die letzten 5 km bis ich Chopda erreichte waren wieder Quälerei, denn es gab keine Einkehr mehr. So bin ich in das erste Bar-Restaurant am Ortseingang und habe 3 Stunden die Beine hochgelegt und dabei Kingfisher, 4 Sprite und 2 Portionen Potato Finger verzehrt, somit eine schöne Ankunft. Nun hoffe ich noch auf eine Unterkunft.
Diese habe ich am anderen Ende der Stadt gefunden und war froh über die erfrischende Dusche, dazu gab es beim Stadtrundgang noch Wellness beim Friseur mit Haarschnitt, Rasur und Kopfmassage. Danach nochmal Essen im Restaurant der Unterkunft und noch erschöpfter um 20 Uhr ins Bett.
Am Morgen hatte ich schon im Dunkeln mit Gegenwind zu kämpfen und er sollte nicht abflauen, so war mir erst nach 44 km geholfen, als ich wieder auf den National Highway Nummer 3 traf, der auch der Asianhighway 47 ist und nach Agra führt. Hier habe ich such den ersten Stopp gemacht und sitze nun beim zweiten 18 km vor Sendhwa. Hierher hatte ich auch mal wieder einen echten Anstieg auf über 540 m zu bewältigen. Dabei habe ich geschummelt, denn ich habe mich an einen 12 km/h langsam fahrenden LKW gekrallt, wo ich immer noch treten musste, doch es war einfacher. Ab und an konnte ich einen Vorsprung erarbeiten und wenn es steiler wurde, habe ich mir wieder den hinter mir näherkommenden Sattelzug geschnappt. Der Fahrer hat sogar, dann nochmal das Tempo verlangsamt, bis ich angedockt war. Zum Schluss konnte ich mich noch einen langsamen LKW vorarbeiten.
Noch eine Pause und ich war in Sendhwa, die erste Unterkunft war zu teuer und 3 km außerhalb der Stadt. So bin ich ins Stadtzentrum und stand mal wieder vor einer fetten Mauer einer Zitadelle aber es war keine Unterkunft zu sehen. An einem Stoff und Nähladen wurde ich angesprochen und weiter entlang der Durchgangsstraße geschickt und ich habe in einer Unterkunft im sogenannten Deluxe Zimmer mit Liegewiese für 12 Euro eingecheckt. Doch das Zimmer war alles andere als deluxe bis auf die neue Klimaanlage. Es war abgewohnt. Doch die Toilette war auch mal was Besonderes, den es gab eine Kombination aus westlicher Toilette und Hockklo und die Dusche war auch mau, aber es reichte. Mein Rad konnte ich sogar im Obergeschoss parken. Im Flur gab es Gitter im Boden, die freien Blick in die unten liegenden Etagen ermöglichten. Ich bin nach langer Eincheck-Prozedur zum Stadtrundgang aufgebrochen. Auch die nicht im Reiseführer stehenden Städte sind immer interessant. Gewusel überall. Nun sitze ich in einem Keller beim Zielbier und Chips. Da ich heute mit Madhya Pradesh wieder einen neuen Staat Indiens erreicht habe ist wieder einiges anders, wie die Sprache, was ich aber nicht merke, die Polizei Uniform oder auch das hier die Bars wieder im Keller sind und der Verkauf ober Drüber oder neben an ist. Auch gibt es an jeder Grenze einen Grenzübergang den ich, aber als Radfahrer ohne Kontrolle passieren kann.
Ich habe gut geschlafen und konnte zu meinem Tagesziel Mandu starten und das mal wieder mit einem neuen Frühstartrekord. Bin noch im Dunkeln auf den Bypass, der um Sendhwa führt. Hier konnte ich es wieder laufen lasse, da es nicht wie gedacht hüglig war, sondern das es über 70 km kontinuierlich abwärts ging zum Narmada River. Dieser Fluss hatte sogar mal wieder Wasser mit echter Strömung. In Dhamnod habe ich nochmal Rast gemacht bevor es auf eine Route ging, die mal wieder ungewiss war, ich wusste nicht was mich erwartet. Doch ich wusste Eins, es sind maximal 25 km und ich muss wieder auf über 500 m hoch. Und ich dachte, das wirst du schon schaffen. Es wurde mal wieder ein echt toller Abschnitt. Dörfer an kleinen Straßen und mein Navi führte mich auf einen echten Feldweg durch noch kleinere Bauernansiedlungen. Ein Mann wusch sich gerade am Dorfbrunnen und alle staunten nur über einen Ausländer mit seinem Rad, der hier in der man kann sagen Wildnis, vorbeikommt. Schließlich kam ich aus der Wildnis auf die Mandu Fort Road, sie war neu betoniert und ich hatte Hoffnung für den Weg hinauf durch die vor mir 350 m aufragende Bergwand. Ich konnte die Mauern des auf den Bergplateau liegenden Mandu Fort schon erkennen, Im Dorf an der Kreuzung zum Aufstieg war noch ein Stopp nötig. Es gab Sprite und Snack in netter Gesellschaft.
Nun wurde es echt hart, in 5 km von 200 m auf 550 m, es war steil und immer wieder mich anquatschende Motorradfahrer neben mir und ich wollte Slalom fahren, um die Steigung zu mindern. Ich kam langsam höher und der Blick zurück war wirklich fantastisch. Unten konnte man noch gar nicht sehen, das eine Straße hier hoch führt. Es gab nur wenig Schattenplätze, die ich alle nutzte und ich konnte nach kurzem verschnaufen den Blick in die tiefe Ebene genießen. Dann hatte ich endlich das Tor nach Mandu erreicht und konnte gleich auf der anderen Seite in einen Canyon schauen.
Habe am ersten Laden einen Spritestopp gemacht da mein Hals nach kühlem Getränk verlangte und musste dann 20 Minuten auf das Wechselgeld warten, was jemand in kleinen Scheinen vorbeibrachte und ich wurde von meinem unerwartet langen Stopp befreit. Habe noch an ersten Sightseeing Stellen angehalten und bin zum im Reiseführer beschriebenen Resort. Dies war leider in Renovierung. So bin ich ins Zentrum zum Shivani Resort. Doch die Bilder der Zimmer auf dem Schild entsprachen nicht so wirklich der Realität. Das eine Zimmer hatte einen Vogel inside, un dem Anderen konnte man den Klodeckel davontragen, doch das letzte war erträglich und ich habe mit den gesehenen Argumenten den Preis von 2000 auf 1000 Rupie runtergehandelt. Dafür war's dann ok. Nach Dusche bin ich durch den kleinen Ort und als mich jemand auf einem Motorrad auf Englisch ansprach, habe ich nach einer Bar gefragt für mein obligatorisches Zielbier. Yes i know! Und er fuhr mich mit seiner Maschine den einen Kilometer dort hin.
Nun sitze ich immer noch hier und habe schon 8 erst gekochte und dann gebratene Eier gegessen und Riesen Chip mit Zwiebel vom Nachbartisch. Dem Motorradfahrer habe ich ein Bier spendiert. Auf dem Heimweg bin ich noch über den Wochenmarkt, der nur jeden Samstag stattfindet und morgen geht es auf Entdeckungstour durch das weitläufige Mandufort.
Das waren wohl etwas viele Eier am Vorabend, denn am Morgen hatte ich mal wieder nach langem Bauchgrummeln. Bin aber trotzdem um 7:30 Uhr zur Besichtigungstour aufgebrochen. Zuerst das Zentrum mit der Jama Majid und dem dahinter liegenden Mausoleum Hoshang und der Ruine des gegenüber liegenden Ashrafi Mahal und Tower of Victory. Es waren die ersten Gebäude Indiens aus Marmor. Von hier bin ich zum Komplex mit dem Jahaz Mahal, dem Himdola Mahal und dem Royal Palace. Alle von großen Wasserbecken umgeben. Die Ausmaße der Anlage waren mal wieder riesig. Da heute Sonntag und Wochenende ist, wird mal wieder viel geheiratet. Die Hochzeiten werden von Ohren betäubender Musik begleitet die aus mega großen Boxen übers Land plärrt.
Nun sitze ich nach Besichtigung von Nord Mandu bereits um 10 Uhr beim Mittagessen und will danach noch den südlichen Teil besuchen.
Nun sitze ich schon wieder nach Besichtigung unzähliger Mausoleen mit angeschlossener Moschee an der letzten im Schatten und höre mal wieder der aus 3 km zuhörenden Hochzeitsmusik. Zu beginn der Runde war ich noch im Ort in einem Jain Tempel, wie meist, aus weißem Marmor bestehend. Davor zwei bunte Elefanten. Mandu war echt wert einen Tag besichtigt zu werden. Nicht nur die alten Gebäude aus früherer Zeit, auch die Lehmhütten der armen Bauern, der Markt und die Waschfrauen und planschenden Kinder im Rewa Kund vor dem südlichen Palast, den ich aber nicht besichtigt habe.
Ich werde nach weiteren 2 km Fußmarsch zur Ruhephase übergehen und noch ein kühles Bier genießen.
Dies habe ich getan und es war nicht die einzige Erfrischung, denn es gab Regen, ja ein echter richtiger Regenschauer, der sogar abkühlte und die Luft reinigte. Doch der Boden saugte alles so schnell auf das es kurz später wieder staubtrocken war. Zum Tages Abschluss habe ich nochmal Tomatensuppe mit Reis gegessen.
Am Morgen ging es im stockfinsteren aus der Festung Mandu hinaus. Es waren noch weitere alte Gebäude am Straßenrand schemenhaft zu erkennen und sitze nun beim mal wieder ersten echten Cola Stopp 12 km vor Indore und habe somit bereits 70 km zurückgelegt. Es ging über traumhafte kleine Sträßchen durchs abgelegene Bauernland Indiens. Ich war mal wieder ein Schauspiel für die Leute in den Dörfern. Es war schön, auch wenn sich meine Bauchkrämpfe verschlimmert haben, doch ich denke, das legt sich nach 1-2 Tagen wieder. Nun hoffe ich in der über 2 Millionenstadt schnell eine gute günstige Unterkunft zu finden.
Ganz günstig ist sie nicht doch Topp-Zimmer und Frühstücksbuffet. Nobel geht ein Reiseradler pleite. Nein so schlimm ist es noch nicht.
Ich habe nach der Homepage Aktualisierung die Häuserblocks rund ums Hotel erkundet. Gegenüber gibt es eine Mall mit H&M und MC-Donalds etwas weiter Subway und KFC und neben den teuren Hotelbars wo das Bier 360-390 kostet, gibt es auch Localbars mit Preisen von 200 und dabei ist es dort immer interessanter. Auch dank gutem Internet hatte ich nach 9 Tagen mal wieder Kontakt mit Mama und Schwester. Die hatten sich schon Sorgen wegen des Zyklons über der Ostküste Bangladesch gemacht. Dabei bin ich im Westen unterwegs. Nun genieße ich ein Bier in der günstigen Bar und beobachte das Geschehen. Ein Tisch hat schon mehr als genug, am Tisch gegenüber sitzen zwei Jungs, wo der eine Handyspiele zockt und der andere sich langweilt, hinter mir wird sich lautstark unterhalten, der Kassenwart gähnt und ist genauso müde wie ich. Jetzt hat der eine das zocken aufgehört, dafür wird jetzt geraucht. Meine Krämpfe sind auch besser geworden, ob das wohl an dem Bier liegt?
Ich schwelge in Gedanken und freu mich schon auf Rashastan und bin gespannt, wie ich es als Reiseradler erlebe und nicht als Pauschaltourist wie damals mit Anhang, wo man sich kaum aus dem Hotel getraut hat.
Zu Essen habe ich das Angebot von MC-Donalds in der Mall genutzt.
Am Morgen war ich durch meinen gewohnten Rhythmus wieder früh wach und habe so schon mal was getippt und Reiseführer für die Weiterreise studiert. Dann gab es Frühstücksbuffet, welch ein Luxus. Bin dann losgezogen, um die 2 Paläste der Stadt Indore zu besuchen, doch sie sollten nicht zu besichtigen sein. Der Eine wurde renoviert, der Andere hatte so zu. Auf dem Weg gab es aber genug anderes zu sehen. Neben der Gandhi Hall und vielen Palast ähnlichen Stadthäusern auch viele Tempel und die am Khan River liegenden Gaths bzw. Verbrennungsstellen. Auch vom Leben gab es viel zu sehen, darunter wieder einige Hochzeiten die durch den dichten Verkehr zogen oder auf der Straße tanzten, von Trommeln und Musik begleitet. Am Lal Bagh Palace der ja geschlossen war, stand ein Auto der Wahlkommission mit einer Testapparatur des elektronischen Wahlverfahrens. Hier sollen die Leute das neue Wahlverfahren kennenlernen und ausprobieren. Auf einem Tableau gibt man den Fingerabdruck ab, auf dem Nächsten gibt es 15 Knöpfe für die zu wählende Partei und einen für Enthaltung. Ich durfte auch mal testen und nach dem Drücken wurde auf einem Drucker die Nummer der Partei in einem Fenster nach dem Drucken angezeigt. Diese auf einer Rolle gedruckten Nummern werden dann ausgewertet. Ich musste mich dann noch einer Fragestunde des anwesenden Polizei-, Stadt-, Militär-Beamten unterwerfen. War genauso interessant wie eine Palastbesichtigung. Der Palastpark war mittlerweile zu einem Rummelplatz mit abenteuerlichen Schiffschaukeln und Breakdance zugepflastert.
Auf dem Rückweg bin ich vorbei an den nun geöffneten Geschäften des Basarviertels. In jeder Gasse ein anderer Schwerpunkt. Klamotten, Töpfe und Blechkannen, Möbel und Plastikstühle oder Baubedarf von Amateuren über Farben und Maschinen bis was man sonst so braucht. Aber das Sortiment der Läden einzelnen Läden nebeneinander war immer gleich. Auf dem weiteren Rückweg habe ich mich noch eine halbe Stunde auf den Bahnsteig des Bahnhofs gesetzt und einfach dem Treiben zugeschaut. Züge aus Dehli und Rashastan kamen und fuhren. Ultra lange Züge das auch mal 2 Loks vorgespannt waren.
Nun relaxe ich nach wieder vielen Fußkilometern im Sewariya Restro.
Ach ja, meine Fahne ist trotz vieler Polizeikontrollen noch am Rad.
Am nächsten Morgen, also heute war von meinem Darm, Magenproblemen keine Spur mehr. So konnte ich das Frühstücksbuffet voll aus nutzen. Alle Sorten Obst, Joghurt, Toast, sogar Käse, ob als Schmelzkäse oder von einer Käseplatte, indische Warmspeisen, Müsli, und vieles mehr. Ich habe anderthalb Stunden hier zugebracht.
Anschließend habe ich bis Nachmittag getippt, Daten auf DVD gesichert, FC Köln Aufstieg geschaut „Widder do“ und nochmal um eine Nacht verlängert. Morgen schicke ich dann vielleicht mal ein Päckchen in die Heimat. Und werde den Tag nochmal entspannen, um die neuen Eind^rücke auf der Weiterreise aufzunehmen.
Nun gibt es doch noch einen Nachtrag des zusätzlichen Tags in Indore. Zuerst habe ich versucht mein 1,2 kg Päckchen zu versenden. Bei DHL sollte es 85 € kosten, bei FedEx 55 € und bei Post India war der Schalter zu klein. Mein Päckchen passte nicht durch die Öffnung des Schalters. So habe ich es wieder in meiner Gepäcktasche verstaut und schaue mal wann ich an einer Hauptpoststelle vorbeikomme. Auf dem Rückweg habe ich, wie ich nachher in der Bar erfahren habe, den berühmtesten Polizeibeamten Indiens gesehen namens Singham. Er regelte den Verkehr auf einer belebten Kreuzung und vollführte dabei Pirouetten und rückwärtige Moonwalks. Wahnsinn. Nach relaxen auf dem Hotelzimmer und skypen mit meiner Schwester bin ich zum Abschluss in die Sawariya Bar und habe mit Shubham und Jidendra 2 netten Jungs zusammen gesessen. Ich war im Alter ihres Vaters und sie konnten es nicht verstehen, dass ich nicht verheiratet war und bekamen sich vorlachen nicht mehr ein. Es war ein schöner lustiger Abend.


Vom 10.Mai 2019 - 15.Mai 2019 Tag 60 - Tag 65
Etappe Indore-Bundi 370 km
Nun sitze ich schon um 8 Uhr 8 km vor meinem heutigen Ziel Ujjian und es war und ist sehr windig. Zu sehen gab es nicht viel, doch das sollte sich mit Ujjian ändern. Um 8:45 Uhr war ich beim Einchecken am Hotel und bin nach dem Duschen auf Entdeckungstour durch die für Hinduisten heiligste Stadt Indiens. Die Bedeutung beruht auf der Geschichte nach dem Trank der Unsterblichkeit. Er wurde von dem Himmelsgott Indra gefunden. Während als er als Krähe verkleidet auf dem Weg zum paradies, von dämonen verfolgt wird die ihm den Trank entreißen wollen fallen 4 tropfen auf die städte Haridwar, Nasik, Prayag und Ujjian. Alle 12 Jahre findet an diesen Orten mit der Kumbh Mela das größte Pilgerfest Indiens statt. Auch jetzt war die Stadt voller Pilger mit ihren prächtigen hier besonders schönen Stirnbemalungen. Den Haupttempel habe ich nur umrundet und habe ihn den Pilger überlassen, die in langen Schlangen anstanden, um hineinzukommen. An großen Monitoren konnte man die Rituale am Heiligtum beobachten. Ich bin nach der Umrundung durch die mit Restaurants und Andenkenläden geschäumten Straßen. Auch waren hier wieder mindestens 3 Hochzeiten unterwegs mit ihren vorausfahrenden plärrenden Vehikel. Dahinter die tanzenden Frauen. Ich habe mir hier das Geschehen mal länger angeschaut bis der Zug sich über die Hauptstraße in Bewegung setzte. Nun sitze ich an einem der unzähligen Tempel mit dem Namen Harashddgi. Hier markieren den Eingang 2 hohe spitz zulaufende Säulen den Eingang. Sie sind schwarz mit verbranntem Öl getränkt denn an ihnen sind Öl Lampen angebracht, bis zur Spitze in denen Feuer entfacht wird. Ich will nicht wissen, was hier bei einer Wallfahrt los ist den die ganze Stadt ist mit Absperrgittern übersät. Auch die Anzahl an Unterkünften lässt auf Menschenmassen schließen. Nach etwas entspannen bin ich zum nahen Fluss Shipra gelaufen, wo ich klein Varanasi vorfand. Es gab Badegaths und viele kleine am Fluss aufgereihte Tempel. Nicht zu glauben was es hier alles zu sehen gab, mehr als im Reiseführer beschrieben. Habe hier noch einige Zeit gesessen und den zeremoniellen Waschungen im Fluss zugeschaut. Bin mal wieder total begeistert von dem ersten Reisetag nach Indore. Immer wieder neues, ich kann es nicht glauben das nach 5 Jahren immer noch keinen langweiligen Tag gab. Nachdem ich mich von meinem Navi durch die Gassen Ujjains leiten ließ, vorbei an ein der der vielen Nähstuben, wo ich mir meine Handschuhe für 12 Cent habe nähen lassen, kam ich zum Bahnhof. Auch hier zahlreiche Hotels doch kein Zielbier in Sicht. Auch Fragen half nichts, doch bevor ich auf dem Rückweg war, habe doch noch einen Wine and Beer Shop mit Trinkhalle gefunden. Hier konnte ich nun mal 2 lokale Biere testen, die mir sonst verwehrt wurden. Haywards 5000 und ein Power Cool beide nach dem Etikett super strong.
Zum Abschluss habe ich es doch noch getan und das Heiligtum besucht. Welch ein Glück. Erst kamen Fotokamera und Handy und Schuhe und Socken in ein kostenloses Schließfach und durch endlose mit Drängelgitter abgesperrte Gänge, wo tausende Pilger anstehen können gng es immer weiter hinein. Ich erblickte zuerst einen Teich mit Wasser Fontänen und ich war mal wieder emotional überwältigt und mir standen Tränen vor Glück und Freude in den Augen, hier sein zu dürfen. Nun ging es zum innersten Heiligtum. Wo man die Priester am Lyativ Lingam, von denen es insgesamt 12 in Indien gibt, den Zeremonien zusehen konnte. Es ist so ein runder Stein mit hier silbernem Auffangbehälter mit Ausfluss. Die Hindus gaben hier ihren Opfergaben ab und sie wurden von den Priestern auf den Stein gelegt. Die Pilger erhoffen sich hier besondere Heilkraft zu bekommen.
Hier musste ich in einer kleinen Warteschlangen, in mitten der Pilger, warten bis man ganz dicht dran war. Danach habe ich noch auf einer Marmortreppe, die als Tribüne gedacht ist im Schneidersitz dem Treiben zugeschaut. Im weiteren Bereich gab es noch weitere Tempel zu bestaunen.
Und mich hat es mal wieder gelehrt nir etwas auszulassen. Nun kenne ich Ujjain und werde es so schnell nicht vergessen.
Nach dem Weiteradeln am frühen Morgen sitze ich nun nach einer Pause mit Sprite an einem kleinen Tempel auf einer Anhöhe die, die Straße überquerte, im Schatten und ruhe mich 10 km vor dem Ziel Agar. Am Tempel bekam ich noch einen Chai gereicht.
Nach kurzer Abfahrt hatte ich Agar erreicht und im zweiten Guesthouse ein Zimmer gefunden und ich konnte bereits um 10 Uhr auf Rundgang gehen. Ganz anders als gestern in der Pilgerstadt. Wieder normales Leben doch auch hier wurde natürlich geheiratet. Vorbei an einem See bin ich zurück zur Hauptstraße der ich noch in einen anderen Ortsteil gefolgt bin. Danach habe ich mein Zielbier erfragt und bin in ein Restaurant, wo es Chicken mit Reis gab und wieder viele Bilder von mir geschossen wurden. Nun sitze ich beim Absacker in einer Hinterstube einer Snackbar, doch das Bier musste ich 3 Stationen weiter kaufen. Dabei fiel mich der Schriftzug auf den Schuhen eines Gastes auf. Darauf was addi zu lesen und das Nike Zeichen aufgedruckt. Habe die beiden schon fusioniert?
Meine Unterkunft war besser als gedacht und so konnte ich ausgeruht auf die heutige 100 km Etappe gehen. Im Dunkeln und der Dämmerung habe ich mich wieder auf eine Anhöhe mit vielen Windrädern hochgearbeitet. Die Windräder hatten genug zu tun, den ich hatte mit viel Wind zu kämpfen. Meinen ersten Stopp habe ich nach 60 km eingelegt und es wurde Zeit dafür. Meine Beine brachten eine Ruhepause und mein Körper verlangte nach Flüssigkeit. Gegenüber wurde in einem Wahllokal gewählt. Die Wahlen gehen noch bis zum 23. Mai. Alle hatte ihre Wahlscheine dabei und waren gut gekleidet. Durch die hügelige Landschaft war es heute wieder mal abwechslungsreicher und es gab auch Bäume mit frischem Grün. Um 10 Uhr hatte ich schon 90 km geschafft und ich war beim zweiten Stopp und zuvor hatte ich die Grenze zu Rashastan überquert und prompt war die, vor Ujjain recht schmale Straße wieder mit Randstreifen versehen. Auf dem Weg durch Jhalrapatan, welche eine Stadtmauer und im Zentrum einen großen Tempel besitzt, bin ich mal wieder zu Selfistopps aufgefordert worden, darunter 2 Mädels die mit Hennaschmuck an Armen und Füssen geschmückt waren.
Nun war ich wieder auf dem National Highway 47 und kam so nach Jhalawa, wo es laut Landkarte auch ein Fort mit Unesco Status gibt. Doch ich wollte nach 115 km ein Zimmer im Krishna Palace, doch es gab nur überteuerte Zimmer, du noch eine Hochzeitsfeier die bis 23 Uhr gehen sollte, da bin ich ja schon fast wieder auf den Beinen. So habe ich mich nach weiteren Unterkünften durchgefragt, doch das am Hospital war voll, ein anderes habe ich links liegengelassen und bin wohl im letzten am Ortsausgang eingekehrt für 13 € und alles gut bis auf kleine Krämpfe in Fingern und Füßen. So habe ich im Restaurant mit einer Portion Nudeln zugeschlagen. 500 Meter in einem Bretterverschlag das Zielbier und nochmal Nudeln im Hotel und ab ins Bett.
Um 4:40 saß ich bereits wieder auf dem Rad nach Kota über den dann bald nicht mehr ausgebauten Highway und er war wieder so schmal wie Madhya Pradesh, das war dann erst wieder 40 km vor Kota der Fall. Ich musste nach halber Strecken einen kurzen aber kräftigen Anstieg vorbei an einem Fort bewältigen. Oben habe ich wieder an einem der Shops Rast gemacht, genauso wie in einem Weiteren in einem Dorf am Highway. Dann erreichte ich Kota, mal wieder eine Millionenstadt. Mein Gedanke: Willst du hier bleiben? Nein, nicht wirklich. War die Antwort. Ein Schild zeigte 30 km, bis Bundi wo ich länger bleiben wollte. Das wird schon gehen, es sind ja erst 10 Uhr. Also links ab und noch eine Flasche Cola am Stadtausgang. Doch nach 10 km schwanden die Kräfte immer mehr auch bedingt durch die ansteigende Hitze. Die Pausenabstände wurden immer kürzer erst noch alle 5 km dann 4 km dann 2 km. Ich hangelte mich von Trinkstopp zu Tankstelle, wo es Wasser zum kühlen gab, bis zu einer Unterführung die mir noch mal Schatten kurz vor Bundi verschaffte. Letzter Stopp vor der Unterkunftssuche war gleich in der Altstadt. Total erschöpft ich war froh als mir ein Ventilator vor mich gestellt wurde. Manchmal können 30 km härter sein, als man denkt doch nach 125 km und 48 Grad mit 55kg hatte ich Bundi erreicht. Ich brauchte noch bis Abends um mich zu regenerieren.
Von Bundi war ich gleich fasziniert, Gewusel in der Marktstraße, Stadttore, Havelis und über allem thronte der mächtige Maharaja Palast und ganz ober das Fort.
Zur Übernachtung habe ich mir zuerst 2 Havelis angeschaut. Man kann sagen nette Schlafstätte für eine Nacht, doch für 3 Nächte zum Regenerieren zu wenig und es gab keine AC. Dies bekam ich gegenüber für den gleichen Preis.
Bin dann auf ersten Rundgang trotz Erschöpfung. Ich habe was gegessen und mein Zeilbier am 2,5 km entfernten Beer and Wine Shop bekommen, hat gutgetan. Doch zurück in der Unterkunft wollte man mich nicht schlafen lassen. Zuerst eine Hochzeit 3 Häuser weiter, diese hatte ich schon auf meinem Rückweg um den Nawal Sagar, dem See mit Tempel und Gaths gesehen. Doch diese Party war um 22 Uhr zu Ende und ich war froh schlafen zu können. Doch keine 10 Minuten später vernahm ich erneutes dröhnende Musik, nach kurzer Orientierung wusste ich, wo es herkam. Aus dem 5. Stock meiner Unterkunft. Dance Roof Top. Nach einer Stunde bin ich hinauf und habe mal nachgeschaut. Vor Rauch konnte ich in dem Raum keinen erkennen. Nach zweimal bitten wurde die Musik runtergeregelt, doch das Palaver und Türen knallen hielt bis 4 Uhr in der Früh an. Doch da ich ja heute nicht radeln wollte, konnte ich noch 3 Stunden schlafen.
Nach dem Aufstehen bin ich zum Rainbow Cafe, ebenfalls eine Dachterrasse mit Blick auf den Palast zum Frühstück gegangen. Es gab Käseomelett und Käsetoast mit Tomate und Zwiebel. Dazu Milchkaffee und Soda Zitrone.
Nun ging es auf zur Besichtigung des Garh Palace und dem Taragath Fort. Hier bin ich nach langer Zeit mal wieder auf 4 europäische Touristen aus Frankreich getroffen, sonst keine Besucher. Durch das mit 2 Elefanten geschmückte Tor ging es in den Palast. Es waren nur wenige Räume zugänglich die aber mit schönen Wandgemälden verziert waren. Der nicht zugängliche Bereich ist wegen der Bausubstanz gesperrt. Der Ausblick von hier oben erinnerte mich gleich an Johdpur, die blaue Stadt. Auch hier in Bundi waren viele blau gestrichene Häuser der Brahmanen.
Nach dem Palast bin ich hinauf zum Fort. Hier wurde ich bis zur ersten Aussicht von einem Knüppel bewaffneten Mann begleitet. Er machte mir klar, dass er kein Guide ist und kein Geld wolle sondern, das es nur um die Sicherheit geht. Das Tor, durch das wir mußten war voller Affen. Er klopfte mehrmals auf den Boden und wir hatte Einlass, die Affen verzogen sich. Hier war die Aussicht noch besser auf Stadt und Palast. Bei dem gemeinsamen Stopp zeigte er mir Bilder des Fort und worauf ich zu achten habe und drückte mir den Knüppel in die Hand. Ich ging zu Fort er zurück. Oben gabe es weitere kleine palastähnliche Gebäude, Wasserbecken, die dicke Mauer mit Wachtürmen und einen Tempel. Es war vieles zugewachsen, doch ich hatte hier Ruhe zusammen mit den Affen. Ab und zu war ein leises Hupen aus der Stadt zu vernehmen, das wars. Ich habe mich in einen Dachpavillon gesetzt und mir den Bauch gekrault genau wie der Affe auf der Mauer gegenüber. Danach gings hinab zur Unterkunft um zu skypen, relaxen, Duschen im Nachbarzimmer, weil meine Dusche ein Loch im Schlauch der Wasserzufuhr hatte.
Am späten Nachmittag bin ich zum Essen zu einem Burger und noch zu Pasta eingekehrt zwischen durch ein Bierchen. Und auf dem Heimweg gab es regen.
Die nacht war dann ruhig, nach dem ich 2 mal kräftig darauf pochte die Musik auszumachen, wie es mir am Morgen versprochen wurde. An meinem Ruhetag bin ich wieder zum Frühstücken ins Rainbow Cafe. Wo ich auch Bericht getippt habe. Um mich herum wurde die Terrasse renoviert. Nun werde ich zum Essen schreiten und den Tag ausklingen lassen und auf eine weitere ruhige Nacht hoffen. Morgen geht es, dann weiter in Richtung Westen bis Udaipur wo ich in 4–5 Tagen ankommen werde.
Bei einigen Trinkern habe ich mich gewundert das sie ihre Bier- oder Whisky Flasche an die Wand hielten und den ersten Tropfen ausschütteten. Nachdem ich nach dem Warum fragte, sagte man mir es sei für Gott. Also über all auf der Welt gleiche Rituale, in Peru gab es das gleiche für Pacha Mama.


Vom 16.Mai 2019 - 21.Mai 2019 Tag 66 - Tag 71
Etappe Bundi - Uaipur 290 km
Am Morgen ging es durch die vielen Tore hinaus aus Bundi auf eine 50 km lange Nebenstraße die in den National Highway mündete. Markant für die Gegend waren die Strohpyramiden, so würde ich sie mal nennen. Sie stehen zu zweit oder dritt oder viert neben den kleinen Lehmhütten der Bauern und dienen als Getreide Speicher. Wenn sie aufgebaut werden wird ein Ring aus geflochtenen Strohmatten aufgestellt und das Gut eingefüllt, dann die nächste Lagen und so weiter bis es oben zusammengebunden wird und so die Pyramidenform entsteht. Wenn ich am Morgen durch die Dörfer komme erwacht ganz langsam das Leben, viele stehen gerade von den vor ihren Häuser stehenden Liegen auf und die ersten Bewohner laufen auf der Straße herum. Einige sind bei Zähne putzen am Straßenrand. Immer so viel zu sehen unterwegs. Heute gab es auch mal wieder einen etwas längeren Anstieg und ich war wieder auf 540 m hoch. Danach noch eine Senke, die natürlich mal wieder Offroad war den es wurde eine neue Brücke gebaut. Ich habe bevor es auf den schnellen Highway Richtung Udaipur ging noch pausiert. Auf dem Weg hatte ich mich alle Unterkünfte, die an der Strecke lagen markiert den einen wirklich großen Ort gab es hier nicht. Die erste war zu früh nach 60 km, die zweite nach 70 km schön gelegen an einer Schlucht mit trockenem Wasserfall, doch weit am vom Schuss, die bei 80 km war Baustelle, doch die nach 108 km passte, sie lag kurz vor dem kleinen Ort Bhichor. Hier her war ich übrigens die Höhenmeter vom Morgen wieder hinab gefahren.
Heute war keine Spur von Erschöpfung zu spüren, da hat wohl das viele Essen von Bundi geholfen.
Auf dem Zimmer habe ich erstmal relaxt, geduscht und TV geschaut, dann zu Paneer Kofta und Plain Reis ins Restaurant, welches von vielen Durchreisenden des Highway genutzt wird. Es war scharf und ich konnte nicht schmecken, was es wirklich war, aber der Magen war gefüllt. Anschließend bin ich ins 1 km entfernte Dorf spaziert, wo es am anderen Ende das Zielbier gab. Im Dorf gab es eine Minischmiede, wo sicheln und Hacken wieder neu geschmiedet wurden. Es war ein kleiner Schmiedeofen, der durch einen Handventilator angefeuert wurde. Sobald ich stehen blieb war ich umringt von hysterischen Teenagern auf ihren Motorbikes. Sie konnten mir nur lauthals, obwohl sie gleich neben mir standen, englische Wortbrocken zuschmeißen. Ich fragte sie nach dem Alter und sie sagten 25, worauf ich erwiderte, I think 12.
Nach dem zweiten Essen am Abend habe ich so gut geschlafen das ich zum ersten Mal auf meiner Reise von meinem Handywecker geweckt wurde.
Nun habe ich bereits nach 50 km und es ist erst halb neun auf der Uhr die auf einem Berg liegende Festung Chittaugarh erklommen. Ich bin durch mindestens 5 Burgtore gefahren die die Zufahrt vor Eindringlingen schützten. Sie ist die größte Festungsanlage Indiens und erhebt sich 150 m über der Stadt. Nun hoffe ich, wo ich noch bei einer Cola am letzten Burgtor sitze, hier oben eine brauchbare Unterkunft zu finden. Zuerst bin ich zu der im Reiseführer beschriebenen Unterkunft, Pamini Haveli. Ganz nettes Zimmer doch teuer. Ich konnte über Telefon erträglich runterhandeln. Doch danach sagte man mir das, das Zimmer gebucht sei und zeigte mir ein kleineres in der Sonne liegendes Zimmer, wo auch das Bad nicht gut war. Da habe ich gesagt nein Danke und bin nach einer kleinen Runde durch das weitläufige Fort und bin wieder dort angekommen, wo ich zuvor bei einer Cola gesessen habe. Hier gab es das Fort Haveli. Zimmer war ok und noch 500 Rupie günstiger und toller Dachterrasse mit Blick auf die Altstadt und die 12 km Mauer um das Fort. Alles bestens und ich brauche doch nicht wieder runter in die Stadt, denn hier oben gibt es viel anzuschauen. Palastruinen, kleine und große Tempel, 2 Victory Türme und die Endlos lange Mauer die um das Hochplateau führt. Auf ihr hatte ich Ruhe vor den indischen Touristen, wie auch in einer etwas abgelegenen Tempelruine, wo ich gerade relaxe. Die Inder laufen nicht gerne und fahren nur mit dem Auto von Besichtigungspunkt zu Besichtigungspunkt.
Das zweite Relaxen war in einem kleinen Häuschen, wo ich meine Nase reinsteckte, denn ich sah jemanden mit einem Whisky Fläschchen rauskommen und tatsächlich war es ein Mini Beer and Wine Shop. Nun sitze ich gemütlich im Wohnzimmer oder Schlafraum des Inhabers und hoffe den Ratan Singh Palast gleich noch mit klaren Augen zu sehen.
Ich habe ihn gut gesehen, wie auch die Waschfrau am Pool davor. Auch die Aussicht war toll. Ich glaube das sich die Fürsten hier wohlgefühlt haben. Nach Aussicht genießen auf einem Balkon des Palastes bin ich noch zu einem Absacker ins Häuschen. Auf der Dachterrasse der Unterkunft mit dem genialen Blick habe ich noch 2 mal Nudeln und Roti gegessen. Es war stürmisch

und ich sitze bei einer Sprite am Shop vor der Unterkunft und dann kam der Regen. Herlich erfrischend.
Jetzt bin ich gespannt, ob ich es morgen bis Udaipur schaffe in den Aravelli Bergen.
Natürlich habe ich es geschafft. Nach 125 km war ich in den Bergen und am Pichola See. Ein anderes Bild als damals denn ich glaube, da war weniger Wasser im See, ich muss dann mal die Bilder vergleichen. Aber das Beste war der Blick vom Restaurant meiner Unterkunft aus der Liegenische auf den Palast im See und die Brahm Puri Halbinsel. Ich habe gleich für 3 Nächte im Haveli Mewar eingecheckt. So eine Unterkunft hätte ich mir damals gewünscht bei der Pauschalreise. Schon ein ganz anderes Gefühl und ich kann mir Zeitlassen. Habe auch gemerkt das Udaipur eine ganz normale Stadt bis auf den touristischen Bereich rund um den Stadtpalast den ich damals gesehen habe. Nun genieße ich die Atmosphäre im Roof-Top. Habe hier glaube ich einen guten Platz gefunden. Internet ist auch gut und so konnte ich mit meiner Mutter telefonieren, ungewollt mit Jana, Bernds Tochter und mit Martina die gerade bei Dieters Führung durch Köln ist. Ich habe mir gerade Essen bestellt und meine Blickrichtung zur Brahm Puri Halbinsel gewechselt.
Ich bin mal wieder happy und glücklich und bin es noch mehr nach dem ersten Rundgang auf die Halbinsel vorbei am Gangaur Gath. Von dieser Seite hatte ich auch den ersten Blick auf den impossanten Stadtpalast. Doch für mich neu war das eigentliche Udaipur mit den mir unbekannten Gassen und wunderschön bemalten Stadthäusern. Shree Jagdisch Mahal stach in mitten der verzweigten Wege herraus. Auch der Müller der neben seiner Mühle und unter einer großen Waage saß, spiegelte das normale Leben in der Stadt wieder. Das blieb mir damals alles verborgen. Als Gewichte hatte er verschieden große Muttern aus Eisen. Der Weg führte mich zu einer Local Bar, die ich bei der Einfahrt gesehen hatte, doch hier war es auch nicht viel billiger als auf meiner traumhaften Dachterrasse, wo ich nun wieder sitze und mit das beleuchtete Udaipur anschaue. Nach Fingerchips ging es ab ins Bett. Morgen Palastbesichtigung. Mal gespannt wie ich es alleine erlebe. Nun ist es auch ruhig, nachdem eine sogenannte traditional Show in einem Haveli nebenan zu Ende ist.
Doch amüsiert bin ich immer über den Verkehr und das fahrerische Können der Inder. So erlebt in einer Gasse, wo ein etwas größeres Auto um ein Schild auf einem brüchigen Kanaldeckel fahren wollte. Es fiel ihm schwer trotz des Einweisers der zeigte komm aber dazu sagte slow. Ich hätte es gerne gefilmt, doch das war mir zu peinlich. Es war soviel Platz zwischen Auto und Schild das noch ein Motorroller durchgepasst hätte. Ich habe den Tipp gegeben Push Gas. In einer anderen Gasse wurde,solange aufeinander losgefahren bis sich alles gegenüberstand und nichts mehr vor und zurück ging.
Nach ruhiger Nacht liege ich gerade nach der Besichtigung im Innenhof des Palastes und schaue den Menschenmassen zu, wie sie in den engen Palast strömen.
Am Morgen bin ich auf der Suche nach einem erfrischenden Getränk durch die Stadt gelaufen, doch alles war noch geschlossen. Ich war wohl mal wieder zu früh am Sonntagmorgen. Die Cafes und Restaurants öffneten erst gegen 7:30 Uhr, so auch das als deutsch beschriebene Cafe Edelweiß. Hier gab es Käsetoast, Omelett und Cappuccino. Danach bin ich zum Ticketschalter des Palast gegangen, der um Punkt 9 Uhr öffnete und ich war der Erste. Ich hatte den Palast für mich alleine. Einiges kam mir dann bekannt vor. 1537 begann hier die Mewar Zeit. Ein teil des Palast wird immer noch von der Maharadscha Familie bewohnt. Er ist der größte Palast in Rajasthan.
Nach dem ich lange genug im Innenhof gelegen habe, habe ich habe ich noch das Ticket gelöst um den hinteren Bereich betreten zu dürfen. Es ist der private Bereich seiner Hoheit Maharana Bhag Wat Singh Mewar und der dem See zugewandte Seite. Erstens hatte man von hier einen ganz anderen Blickwinkel auf den Palast und zweitens gab es ein Naturschauspiel zu bestaunen. Hier hingen die ganzen Bäume voller Flughunde, wie ich sie schon am Anfang meiner Reise gesehen hatte. Sie hingen zu tausenden in den Bäumen und schützten sie vor der Sonne.
Danach bin ich zurück in den Schatten des Gangaur Gath und habe mir eine erfrischende Cola gegönnt. Mittagessen auf einem der vielen Roof-Tops. Es gab Nudeln mit Hähnchenfleisch und Tomatensoße dazu ein Bier, welches ich aus der Kaffeetasse trinken musste, da der Inhaber keine Schanklizenz besitzt. Er sagte mir das er deshalb schon mal für 5 Tage im Gefängnis war.
Sitze nun schon wieder zu Hause auf der Dachterrasse und relaxe, studiere den Reiseführer und schmiede Pläne der Weiterreise. Dabei habe ich auch meine Karte zu Rate gezogen und träume von dem Abenteuer Manali Leh Highway über die höchsten, befahrbaren Pässe der Welt. Einmal Leh und zurück, das wärs. Da oben auf 5300 m ist es auch nicht so warm, dafür dünne Luft und es wären noch mal 500 Meter höher als der Paso Jama den ich von Chile nach Argentinien überquert habe. Schauen wir mal nach dem Motto Traum-Radreise.
Bevor es dunkel wurde, bin ich noch mal zum Spagetti Essen in mein neues Stammrestaurant und zum wiederholten Male ans Gangaur Gath, wo erst eine Hochzeit startete und am Ufer Gitarrenmusik erklang, genau so am Gath auf der Halbinsel welche ich anschließend besuchte, um den Palast in der Abendbeleuchtung zu sehen. Es war toll mit der live Musik der einheimischen Jugend. Zurück in der Unterkunft genieße ich nun noch die Abendluft und morgen werde ich Bürotag machen.
Der Tag begann wieder bei Frühstück im Edelweiß, welches den Namen German Cafe zu Recht trägt, denn es hatte einen deutschen Besitzer der vor eineinhalb Jahren verstarb. Es gab auch Apfel-Riemchen Kuchen und Käsetorte. Ich überlege, ob ich noch einen Tag verlängern soll.
Ich habe verlängert und liege am Abend nach viel Essen auf der Dachterrasse bei einem Review meiner Reisebilder und Heimatmusik. Tagsüber habe ich Homepage aktualisiert, einen kleinen Rundgang eingelegt und nochmal vergeblich versucht mein Päckchen zu verschicken. Dann noch kleinen Service am Fahrrad mit Kette ölen gemacht.
Am Zusatztag in Udaipur habe ich eine Wanderung zum Berg mit einer Seilbahn gemacht, die ich aber nicht genutzt habe. Ich wollte mal einem Blick auf Udaipur habe und bin hoch Gelaufen. Danach im Haveli Bericht getippt.
Nun werde ich noch Essen, relaxen, Essen, trinken, Schlafen und morgen geht es nach Ranakpur über die Berge.

Vom 22.Mai 2019 - 27.Mai 2019 Tag 72 - Tag 77
Etappe Uaipur - Jodhpur 269 km
Am Morgen ist es dann passiert. Um 4:30 Uhr suchte ich an der Rezeption den Lichtschalter. Es war Stockdunkel und da bin ich auf das Personal getreten, welches auf einer Matratze auf dem Boden lag. Ich hatte mich erschreckt und er war eine Zeit lang verstört und legte sich gleich wieder auf eine Bank neben der Rezeption. Als ich Check Out sagte, war alles gut und er öffnete mir das Tor zu meinem Fahrrad. Ich konnte nun relaxt ohne Verkehr 15 Km aus Udaipur hinausradeln. Nach den 15 km bin ich wieder auf den Highway gestoßen und es ging bereits immer stetig bergauf. Auf dem Highway nach Gogunda kam ein Anstieg mit 3-6 % der mich auf über 800 m katapultierte. Es war wenig Verkehr auf dem 4 spurigen Highway bis auf ein voll bepacktes Kamel mit seinem Herrn, welche genau wie ich auf dem Randstreifen unterwegs war und durch die schöne Landschaft zog.
Dann ging es auf die kleine Straße die mich zu meinem heutigen Ziel Ranakpur mit einem der schönsten und bedeutendsten Jain Tempel Indiens führen sollte. Ich kenne ihn schon genau wie die Straße, doch ist es ein Unterschied im klimatisierten Bus zu sitzen oder auf dem Fahrrad. Nun konnte ich die Landschaft und das Leben in den auf den Hügeln liegenden Dörfer genießen. Es waren viele alte Wasser Schöpfanlagen zu sehen die früher mit Ochsen angetrieben wurden. Heute stehen mittlerweile neue Pumpen daneben.
Ich war nun bereits auf über 900 m gestiegen und 15 km vor dem Ziel, wo endlich die Abfahrt begann. Die Straße war nur noch auf ein schmales brüchiges Asphaltband reduziert, doch die Landschaft war wunderschön, dass ich fast in jeder Kurve stehen blieb. Im sonst wohl reisenden Gebirgsbach gab es nur noch kleine Tümpel, die von üppigem Grün eingefasst waren. Nach einem üblichen Sprite Stopp erreichte ich dann den Tempel aus weißem Marmor, doch mir war nicht mehr bewusst, dass man ihn nur in langer Hose betreten darf. So konnte ich gleich mein mühsam abgestelltes und abgeschlossenes Rad wieder fahrtüchtig machen, denn meine lange Hose ist in den Tiefen der Gepäcktasche versunken.
So bin ich 3 km weiter nach Ranakpur City, was hauptsächlich aus Resorts besteht. Ich habe wohl zuerst das teuerste angesteuert, der reduzierte Preis war 4000 Rupie 50 Euro. Man sagte mir das Ranakpur Safari Resort nebenan wäre günstiger. War es auch 3000 Rupie, doch mit Verhandlungsgeschick konnte ich den Preis auf 1800 drücken und auch der Bierpreis wurde von 300 auf 250 gesenkt.
Schade das ich nicht schwimmen kann, den es gab auch einen Pool gleich vor der Terrasse meines Zimmers. Doch ich genieße lieber die laue Mittagshitze auf der Restaurantterrasse unter einem Ventilator bei einem Kingfisher. Nun überlege ich, ob ich mir nochmal den 3 km entfernten Tempel anschauen gehe oder nur die Beine hoch lege.
So wie man den Schreiber ja kennt, war natürlich nix mit Beine hochlegen, denn er kann nicht Nichts tun. So ging es nach dem Zielbier Zufuß die 3 km über den heißen Asphalt zum Tempel und es war gut so den neben dem bewundernswerten Tempel gab es wieder viele Begegnungen. Die erste schon auf halber Strecke mit zwei auf dem Motorrad sitzenden Jungs, die fragten, wo ich hin will. Ich sagte to the temple und so saßen wir zu dritt auf dem Motorrad und Sie nahmen mich mit bis zum Eingang. Als Gegenleistung gab es wieder Selfies.
Dann hieß es Ticket lösen, das war vor 10 Jahren noch anders, da war der Eintritt frei, aber ich akzeptierte es, auch wenn es ein Heiligtum ist. In Deutschland muss man auch überall Eintritt zahlen.
Nun stand der aus Marmor gemeißelte Klotz mit seinen über 100 fein verzierten Säulen wieder vor mir und es war genauso beeindruckend wie beim ersten Mal. Dies Mal ließ ich meine Schuhe genau so wie die Inder einfach vor dem Tempel stehen und brachte sie nicht zur Schuhkammer der Touristengruppen. Ich traf auch eine dieser und sie waren aus Deutschland Erzgebirge. Im inneren wollte ich gleich Schnur gerade zum Heiligtum laufen als mich die Security zurückpfiff. So wie ich bin, fing ich das Diskutieren an, da nur Inder dort hin dürfen. Zuerst sagte ich das ich Eintritt bezahlt habe und mir nicht gesagt wurde, das man nicht den ganzen Tempel betreten darf, dann versuchte ich es damit das mein Glaube ja auch Hinduistisch sei. Zuletzt durfte ich mich an eine Säule kurz vor dem Heiligtum setzen, neben die Security und ich glaube die Kinder des Priesters, der ebenfalls in der nähe, saß. Mit den Kindern habe ich mich noch lange unterhalten, denn sie konnten gut Englisch. So erzählte ich, wie ich Indien bereist habe und an anderen Jain Tempeln bis ans Heiligste gebeten wurde und wir waren uns einig das hier mehr ein touristischer Ort ist und daher Geld genommen wird. Doch die Schönheit und Einzigartigkeit der Steinmetzkunst ist das Geld wert. Jeder der 100 Säulen war anders. Auch die Kuppeln waren wunderschön. Ich habe mich jeweils in allen 4 Tempelseiten niedergelassen um die Atmosphäre zwischen den hinduistischen Gläubigen und den Audioguide tragenden und fotografierenden Touristen auf mich wirken zu lassen. Es war gut nochmal hier gewesen zu sein. Zuletzt gab es noch eine Selfie Serie mit einer Familie.
Nach nun komplettem 3 km Rückmarsch sitze ich wieder auf der Terrasse der Unterkunft und bestelle Essen. Eigentlich hätte ich ja am Pool oder meiner Terrasse vor meinem Zimmer sitzen sollen, sondern lieber hier im Restaurant unterm Fan relaxt.
Am Morgen ging es wieder früh los, was über die kleine, mit Schlaglöchern versehene, Straße im Dunkeln nicht so einfach war. Nachdem es heller wurde, waren von der Straße aus viele Pfauen zu hören und zu beobachten. Das Asphaltband wurde, wie am Vortag immer schmäler doch 35 km nach Ranakpur hatte ich wieder einen Highway erreicht, von dem es nicht viel in Richtung Pali zu sehen gab. In der Neustadt von Pali gab es einige Hotels, davon war das erste und beste schon belegt, bei zweien war es das Geld nicht wert so, wie die Zimmer aussahen, doch passte zum Glück die Nummer vier einigermaßen. Pali schien mir sehr muslimisch geprägt. Es gab große von Mauern umschlossene Friedhöfe und ein Mausoleum mit Moschee die zwischen der Neu und Altstadt lag. In der Altstadt habe ich gebratene Nudeln aus dem Wok gegessen und bin wieder zurückgelaufen. Die einzige Bar war mit einer Banderole der Polizei versiegelt denn heute am letzten Tag der Wahl blieb diese geschlossen. Und somit mal wieder ein Bier freier Tag, vielleicht auch gut so, denn in der Nacht hatte ich mal wieder Durchfall.
Dies wirkte sich auf den Weg nach Jodhpur aus. Schwere und schlappe Beine. Die kompensierte ich durch viele Pausen und Beine hochlegen. Nach dem letzten Stopp an einer Tankstelle im Schatten waren es noch 10 km bis ins Zentrum zur Unterkunftssuche.
Sitze nun glücklich nach langer Suche in einer Unterkunft Jhankar Choti Haveli mit tollem Ambiente und einer großen Suite mit Festangstblick. Durchfall ist auch wieder besser und relaxe nun beim Zielbier im Restaurant. Die Dose mit Zeitung umwickelt und wieder aus der Kaffeetasse.
Habe mich auf meiner Suite ausgeruht und bin am Abend nochmal zum Spagetti Essen auf die Dachterrasse, wo ich die riesige über der Stadt thronende Festung im Scheinwerferlicht bestaunen konnte.
Die Nacht war ruhiger als erwartet und pünktlich um 8 Uhr habe ich mein Frühstück bestellt. Danach bin ich zur Besichtigung des Meherangarh Fort, welches ich ja auch schon kannte aufgebrochen. Doch es war diesmal anders anstatt des Tourguide, hatte ich den im Ticketpreis enthaltenen Audioguide, der mich begleiten durfte und er war sehr gut. Ich habe an zwei Plätzen in dem Palast mich auf den Boden gesetzt und gewartet bis die lauten indischen Gruppen durch waren, um dann wieder meinen Audioguide hören zu können und die Atmosphäre aus 1001 Nacht aufsaugen zu können.
Nach der Besichtigung bin ich einmal rumgelaufen um auf der anderen Seite wieder in das Gewirr von Gassen der Altstadt eintauchen zu können. An der Nai Sarala Road die vom Clocktower der den Mittelpunkt des Marktes markiert, Stadt auswärts fährt, in einen Keller unter einem Beer und Wine Shop eingekehrt. Und direkt wieder Freunde und Gesprächspartner aus der Stadt gehabt. Und ich muss feststellen das diese Inder gute Zähne haben, denn sie öffnen die Bierflaschen mit ihren Zähnen, das könnte ich nicht. Die andere Variante ist das Öffnen mit dem Ring am Finger. Der ein oder andere war schon recht angetrunken im bisher spartanischstem Bierkeller. Hier gabe es außer einer wie es aussah voll gerotzten Wand und mehreren dutzenden leeren Bierflaschen auf dem Boden nur alte Farbeimer als Sitzgelegenheit. Ich glaube den hier Anwesenden ist das Motto einer geht noch, einer geht noch rein. Diese Orte haben was Eigenes, anders als die Roof-Tops, die es hier aus zu Hauf gibt. Dazu kommt das es hier weniger, als die Hälfte kostet.
Nach einer Pause auf dem Zimmer bin ich zum Nirvana Restaurant, welches in meinem Reiseführer beschrieben ist und es sollte in einem Tempel liegen. Doch es lag eher daneben und es sagte mir nicht zu. So bin ich weiter durch die Marktstraße und habe mich am Tor mit Blick auf den Clocktower auf einer Eisenbank niedergelassen und dem Treiben zugeschaut. Zurück in der Unterkunft habe ich mit Käse überladene Pizza gegessen und habe nach langer Zeit mal wieder TV geschaut. Einen Bericht über Oberfranken auf Deutscher Welle. Da werde ich bald auch mal wieder radeln Bayreuth, Bamberg!
Am Morgen beim Frühstück habe ich mal wieder überlegt einen Tag länger zu bleiben. Dies habe ich auch gleich in die Tat umgesetzt und verlängert auch, wenn ich wohl nicht viel machen werde. Nach dem Frühstück bin ich zum Jaswant Thada marschiert. Der Jaswant Thada ist ein Kenotaph von Maharaja Jaswant Singh II. Es dient als Brandstätte für die königliche Familie von Marwar. Auch eine mir bekannte Stätte von vor 10 Jahren. Doch nun hatte ich Zeit und war an keine Reisegruppe gebunden und so habe ich mich am anderen Ende auf die Wiese an einen Baum in den Schatten gesetzt, um den kleinen Prachtbau aus Marmor zu bestaunen. Anschließend bin ich weiter zum Rao Jodha Desert Rock Park der 3 verschiedene Trail beinhaltete. Dabei bin ich den gelben und grünen abgelaufen. Der gelbe führte über einen trockenen Wasserkanal, der grüne führte hoch zur Stadtmauer mit Aussicht auf die Festung von hinten. Es gab Pflanzen und Tiere zusehen wie sie in der gesamten Wüste Thar vorkommen. Am Dev Kund habe ich zuvor Wasservögel beobachtet. Über den südlichen Ausgang bin ich wieder in den Gassen der Altstadt gelandet. Über die verschlungen Gassen und die Tuktuk und Motorräder verstopften Marktstraßen. Hier hat man das Gefühl das man jeden Augenblick eine Raste in der Wade oder einen Lenke am Ellenbogen hat, doch sie sind so geschickt auf ihren Maschinen das es immer gut geht. Nun sitze ich wieder im Keller mit neuen und alten Bekannten. Der ein oder andere kann Englisch, ein anderer bettelt um ein Freibier, wiederum ein anderer gibt mir eins aus, vom Nächten wird ein Snack gereicht, so ist das hier im Keller. Danach Spagetti at Home, skypen mit Deutschland und nochmal ein Absacker in der Unterwelt Joghpurs. Letzter Absacker war dann Fingerchips und Banana Lassi mit Cashewnuts.
Gut geschlafen zum letzten Tag in Joghpur auf, wenn immer mal leicht wieder Durchfall war. Kann ja heute noch etwas ausruhen, bevor es Morgen tiefer in die Wüste Thar geht. Nach dem Frühstück habe ich Tagebuch getippt und werde nun weiter relaxen. Zum Abschluss bin ich nochmal durch die Bazar Straßen geschlendert und habe das letzte Bier in dem Keller getrunken. Einer von den Anwesenden war schon über den kritischen Punkt und es flog eine Flasche gegen die Wand. Doch da waren gleich die Inhaber der Beer and Wineshop zur Stelle und haben den Raufbold rausgeschmissen. Zurück in der Unterkunft lief auch nicht alles glatt. Ich hatte mal wieder Spagetti Napoli bestellt und bekam erst was ganz anderes, dann Spagetti aber mit Käse, dann Spagetti in einer scharfen Chili Suppe doch beim vierten Versuch klappte es, denn sie hatten nun den Koch der Vortage geholt.

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